Valknut

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Der oder die Valknut, deutsch auch Wotansknoten, ist ein germanisches Symbol, bestehend aus entweder drei ineinander verschlungenen Dreiecken oder einem in sich verknoteten Polygon mit sechs Ecken, ähnlich der Triqueta. Die Herkunft des Wortes valknute ist ungewiss; es ist zusammengesetzt aus valr ‚im Kampf erschlagener Krieger‘ und knut ‚Knoten‘.

Ausformungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwendungen und ähnliche Formen in Logos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historischer Gebrauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In vorchristlicher Zeit scheint der Valknut funktional mit Kampf und Tod verbunden gewesen zu sein. Gotländische Bildsteine zeigen den Valknut in Verbindung mit Opferszenen (z. B. Lärbro Stora Hammars I), Schlacht- und Todesszenen (z. B. Lärbro Tängelgarda I) und ähnlichen Motiven, die in Verbindung mit „Tod im Kampf“ und dem Göttervater (Odin) stehen können.

Auch auf dem Runenkästchen von Auzon (nach seinem Schenker an das British Museum auch „Franks Casket“ genannt) findet sich dieses Symbol in gleichem Zusammenhang: Über dem Rücken des dritten Magiers (Vorderseite rechts) weist es auf Tod und Auferstehung in Verbindung mit der Gabe Myrrhe hin. Auf der rechten Seite finden sich diese Knoten ähnlich wie auf Lärbro Tängelgarda I unter dem Bauch und zwischen den Vorderbeinen eines Pferdes. Da das Pferd in diesem Bildmotiv etwa auf gotländischen Bildsteinen auch achtbeinig dargestellt wird, verweist der Valknut vielleicht auch hier auf Sleipnir, das achtbeinige Pferd Odins. Fylgja und Valkyrja (Walküre) sind untrennbar mit dem Valknut-Symbol verbunden.[1] Auf dem Deckel scheinen zwei dieser Knoten einen befestigten Bezirk zu definieren. Welcher Bezirk hier gemeint ist, ist nicht zu sagen. Einen rein ornamentalen Charakter scheint der Valknut nicht gehabt zu haben.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hilda Roderick Ellis Davidson: Gods and Myths of Northern Europe (= Penguin religion and mythology). Penguin Books, Lodon, 1990, ISBN 978-0-14-013627-2.
  • Rudolf Simek: Lexikon der germanischen Mythologie (= Kröners Taschenausgabe; 368). 3., völlig überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 3-520-36803-X, S. 207–208.
  • Alfred Becker: Franks Casket: Zu den Bildern und Inschriften des Runenkästchens von Auzon (= Sprache und Literatur, Regensburger Arbeiten zur Anglistik und Amerikanistik; 5). Hans Carl, Regensburg 1973, ISBN 978-3-418-00205-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Valknut – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Runenkästchen von Auzon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alfred Becker, Das Bild: Walkyre und Fylgja, Tod und Auferstehung. Internetseite Franks Casket, abgerufen am 6. August 2020