Vapiano

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Vapiano SE
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Rechtsform Societas Europaea (SE)
Gründung 2002
Sitz Bonn, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Gregor Gerlach (Vorstand)[1]
Umsatz 336 Millionen Euro (2013)[2]
Branche Systemgastronomie (Fast Casual)
Website www.vapiano.de

Vapiano SE mit Sitz in Bonn ist ein deutsches Unternehmen der Systemgastronomie, das italienische Speisen nach dem Fast Food-Prinzip anbietet. Vapiano war Ende 2015 in 31 Ländern mit 161 Restaurants vertreten, davon 68 in Deutschland. Außerhalb Europas gab es Restaurants in den USA, Mexiko, Brasilien, Chile, Ägypten, Saudi-Arabien, China, Südkorea, Taiwan, Vereinigte Arabische Emirate, Bahrain, Aserbaidschan, Kuwait und Australien.[3] Das Unternehmen betreibt die Restaurants teils in Eigenregie, teils in Kooperation mit Franchise-Partnern oder als Joint Ventures.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Zentrale von Vapiano in Bonn
Vapiano in Wien Leopoldstadt

Das Unternehmen wurde von Gregor Gerlach, Friedemann Findeis, Klaus Rader, Mark Korzilius und Kent Hahne gegründet. Rader, Hahne und Findeis hatten ihre Karriere bei McDonald’s begonnen. Das erste Vapiano-Restaurant wurde am 22. Oktober 2002 in Hamburg an den Hohen Bleichen von Mark Korzilius eröffnet.[4] Seitdem sind weitere Restaurants sowohl in Deutschland als auch international dazu gekommen. Die Filialen siedeln sich vor allem in den Zentren von Großstädten, insbesondere in Büro- und Geschäftsvierteln, an.[5] Die deutschen Restaurants erzielten 2013 einen Umsatz von 160 Mio. Euro – dies entspricht 46 % des Gesamtumsatzes von 350 Millionen. Mittelfristig soll sich alle drei Jahre die Filialanzahl verdoppeln, bis etwa 1000 Restaurants erreicht werden.[6]

Im April 2011 veräußerten die langjährigen Gesellschafter Kent Hahne, Klaus Rader und Friedemann Findeis ihre Anteile an Gregor Gerlach, der nach dem Rücktritt von Mirko Silz im August 2011 den Vorstand übernahm.[7]Gregor Gerlach wurde 2015 durch den neuen Vorstandsvorsitzen Joachim Halfmann abgelöst. Im Juni 2011 wurde bekannt, dass Mayfair, die Kapitalbeteiligungsgesellschaft der Tchibo-Erben Günter Herz und Daniela Herz-Schnoeckl, einen 40 %-Anteil erworben hat.[8] Inzwischen (Stand: April 2014) beträgt dieser Anteil 44 %. Die restlichen Anteile halten Gerlach (30 %) und die Darmstädter Unternehmerfamilie Sander (26 %).[6]

Sein 100. Restaurant hat Vapiano am 23. November 2011 in Wien eröffnet.[9] Mit sechs Filialen befinden sich in der österreichischen Bundeshauptstadt die meisten Vapiano-Restaurants an einem Standort. Zudem ist die im April 2013 am Bahnhof Wien Mitte eröffnete Dependance mit über 400 Plätzen die größte Filiale der Restaurantkette.[10]

Konzept[Bearbeiten]

Name[Bearbeiten]

Die Bezeichnung Vapiano setzt sich aus italienisch va („geht“) und italienisch piano („langsam“) zusammen. Entsprechend lautet der Slogan des Unternehmens: Chi va piano, va sano e va lontano, italienisch für etwa „Wer das Leben locker und gelassen angeht, lebt gesünder und länger“.

Selbstbedienung[Bearbeiten]

Beim Betreten des Restaurants erhält jeder Gast eine Chipkarte, mit der seine Bestellungen erfasst werden. Der Gast bestellt dann am Tresen der Showküche an den verschiedenen Stationen Gerichte und Getränke, die dann zubereitet werden und die er mit einem Kantinen-Tablett zu einem frei wählbaren Tisch mitnehmen kann. Beim Verlassen des Restaurants wird mithilfe der Chipkarten die Rechnung an der Kasse bezahlt.

Gerichte[Bearbeiten]

Die Speisekarte enthält Antipasti, Pasta, Pizzen und Salate. Bei der Pasta wird auf vorportionierte (180 g) Nudeln zurückgegriffen, die in verschiedenen Formen frei mit diversen Saucen kombiniert werden können. Des Weiteren stehen diverse Nachspeisen (Dolci) zur Verfügung.

Inneneinrichtung[Bearbeiten]

„Kräutergarten“ im Vapiano in Mannheim am Friedrichsplatz

Die Vapiano-Restaurants wurden vom Südtiroler Architekten Matteo Thun gestaltet. Jedes Vapiano-Restaurant verfügt über einen Olivenbaum, einen „Kräutergarten“, in dem verschiedene Kräuterarten, darunter Rosmarin, Basilikum, Thymian, Minze und Koriander, für den Gast zur Verfügung stehen, sowie die Pasta Manifattura, in der die Nudelgerichte, aber auch Nachspeisen hergestellt werden. Die Filialen sind immer in Rot gehalten und mit Holz ausgestattet.[4]

Kritik[Bearbeiten]

Im Sommer 2015 erhoben ehemalige Mitarbeiter gegen die Kette Vorwürfe: sie seien von ihren Vorgesetzten dazu angehalten worden, die Arbeitszeiten der Belegschaft nachträglich zu manipulieren und somit den Gewinn in den jeweiligen Filialen hochzutreiben. Nach Recherchen der Welt am Sonntag seien Mitarbeiter dadurch um Arbeitspausen und Lohn betrogen worden. Nach Schätzungen käme diese Praxis in etwa einem Drittel aller von Vapiano selbst betriebenen Filialen zur Anwendung, wodurch sich die Kostenersparnis für eine einzige Filiale im Jahr auf ca. 50.000 Euro belaufe.[11] Der Vorstand des Unternehmens gab in einer Stellungnahme an, von diesen Zuständen nichts gewusst zu haben, und kündigte eine Überprüfung der Vorfälle durch einen externen Wirtschaftsprüfer an.[12]

Ebenfalls 2015 dokumentierten Mitarbeiter, wie in mehreren Vapiano-Restaurants Haltbarkeitsdaten manipuliert worden seien. Es seien „teils merkwürdig riechende“ und „nicht mehr appetitliche“ Speisen, darunter grünlich schimmernde Nudeln, serviert worden. Um den „ekligen“ Geruch einiger Produkte zu überdecken, sollen Mitarbeiter angewiesen worden sein, das Essen einfach länger zu kochen. Vapiano hat sich für möglicher Fehler entschuldigt, falls die Vorwürfe wahr seien, es "gehe hier um das mögliche Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter".[13][14][15]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b www.franchiseportal.de zu Vapiano, abgerufen am 27. Januar 2012.
  2. http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaft-von-pasta-presto-bis-pizza-pronto_id_3852673.html Focus, abgerufen am 17. Juli 2014
  3. Simon Hage: Führung all'arrabbiata. Der Spiegel 44/2015, S. 82-83.
  4. a b faz.net: Vapiano will noch schneller wachsen, 21. Oktober 2012.
  5. Christine Weißenborn: Alles geht, der Charakter bleibt. In: Wirtschaftswoche. 27. Februar 2008, abgerufen am 30. April 2011.
  6. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDaniela Stürmlinger: Kette will nach Einstieg des Hamburger Milliardärs Günter Herz auf 1.000 Restaurants wachsen. In: Hamburger Abendblatt. Abgerufen am 23. April 2014.
  7. www.ahgz.de über den Vorstandswechsel, abgerufen am 27. Januar 2012.
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatOliver Voß: Restaurantkette Vapiano: Der 100-Millionen-Euro-Italiener. Abgerufen am x.x.2012.
  9. vienna.net: Vapiano eröffnet 100. Filiale in Wien. Abgerufen am 1. Januar 2012.
  10. http://wirtschaftsblatt.at/home/life/immobilien/1392360/Vapiano-eroeffnet-groesste-Filiale-der-Welt-in-Wien, vom 22. April 2013.
  11. http://www.welt.de/wirtschaft/article143705449/Nur-noch-weinend-an-der-Pastastation-gestanden.html
  12. http://www.presseportal.de/pm/83005/3063854
  13. http://www.welt.de/wirtschaft/article148284834/Bei-Vapiano-soll-Gammel-Ware-serviert-worden-sein.html
  14. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/gammelware-bei-vapiano-welt-am-sonntag-ueber-neue-vorwuerfe-a-1060544.html
  15. http://money.oe24.at/unternehmen/Gammel-Pasta-Vapiano-entschuldigt-sich/210887536

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vapiano – Sammlung von Bildern