Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd

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Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd GmbH
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Basisinformationen
Unternehmenssitz Siegen
Webpräsenz VWS
Bezugsjahr 2012
Eigentümer RWS Regionalverkehr Westfalen-Süd
Verkehrsverbund Verkehrsgemeinschaft Westfalen-Süd
Mitarbeiter 227
Linien
Bus 110
Anzahl Fahrzeuge
Omnibusse 167 Gesamt
56 Gelenkbusse
1 Midibus
2 Oldtimerbusse
Sonstige Fahrzeuge 3 PKW
1 Schneeräumfahrzeug
Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe 7
Sonstige Betriebseinrichtungen Busbereitstellungsplatz Siegen
Altes Logo der VWS
VWS Betriebshof Siegen

Die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd GmbH, kurz VWS, früher Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd AG, ist ein Nahverkehrsunternehmen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe. Sie ist Teilnehmer an der Verkehrsgemeinschaft Westfalen-Süd und befindet sich seit 2012 im Eigentum der RWS Regionalverkehr Westfalen-Süd GmbH.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd entstanden am 12. Januar 1970, als der gesamte Omnibusverkehr der Siegener Kreisbahn ausgegliedert und in die Kraftverkehr Olpe eingebracht wurde. Gleichzeitig wurde der Name des Unternehmens entsprechend geändert. Obwohl die Kreisbahn der größere Partner war, blieb das Unternehmen in das Handelsregister in Olpe eingetragen, der Sitz des Unternehmens wurde jedoch von Olpe nach Siegen verlegt. Beteiligt an der AG waren zu zwei Dritteln die Siegener Kreisbahn, zu 27,67 Prozent der Kreis Olpe und zu 5,67 Prozent die Stadt Lennestadt.

Später ist der Anteil der Stadt Lennestadt an den Kreis Olpe übergegangen, so dass dieser ein Drittel aller Aktien hielt. Im Sommer 2005 verkauften beide Anteilseigner für 3,3 Millionen Euro die VWS rückwirkend zum 1. Januar vollständig an das Verkehrsunternehmen der Stadtwerke Bonn (SWB). Im Eigentum der Stadtwerke Bonn fand 2005 ein Rechtsformwechsel von einer Aktiengesellschaft in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung statt.

Am 19. November 2008 hat die SWB Bus und Bahn die VWS zum Verkauf ausgeschrieben.[1] Am 26. Februar 2009 wurde bekannt, dass die SWB die VWS rückwirkend zum 1. Januar 2009 an die Transdev SZ aus Neuwied verkauft haben.[2] In den folgenden Monaten wurde die Firmenzentrale der Transdev SZ schrittweise nach Siegen in die Marienhütte verlegt.

2009 wurden erste Gerüchte laut, dass die beiden großen französischen Verkehrskonzerne Veolia und Transdev fusionieren wollen. Anfang März 2011 wurde die Fusion rechtswirksam.

Im Juli 2012 wurde bekannt, dass Veolia ihre Anteile an der VWS-Muttergesellschaft Transdev SZ an das in Siegen ansässige und zur Wern-Group gehörende Unternehmen Regionalverkehr Westfalen-Süd (RWS) verkauft habe. In einem Auslösungsvertrag gehen jedoch alle Töchter der Transdev, außer der VWS und dem Tochterunternehmen Suerlänner, an Veolia.[3] Die Verkaufsgespräche begannen bereits im September 2011. Vereinbart wurde, dass die 227 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze durch eine Job-Garantie bis 2018 behalten können. Im Jahr 2018 ist das Vertragsende der augenblicklichen Konzessionierung.[4]

Nahverkehrspläne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit erstellte der Zweckverband Personennahverkehr Westfalen Süd 2008 neue Nahverkehrspläne für die zuständigen Kreise. Bei der Neuerstellung wurden Linien zu Paketen zusammengefasst. Die Pakete wurden einzeln ausgeschrieben.

Die VWS erwarben gemeinsam mit dem Busverkehr Ruhr-Sieg die Konzession für die Paket Nordost (Raum Lennestadt). Weiterhin erwarben die VWS die Konzessionen für die Pakete Mitte (Raum Siegen; Juli 2010) und Süd (Dezember 2010).

Das Paket Nordwest (Olpe) wurde an eine andere Tochtergesellschaft der Transdev vergeben.[5] Zum 1. Januar 2013 übernahmen die VWS dieses Linienbündel.

Betriebshöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptverwaltung der Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd befindet sich im Siegener Stadtteil Eiserfeld. Dort ist auch das größte Fahrzeugaufkommen.

Weitere Betriebsstellen unterhalten die VWS unter anderem in:
Bad Laasphe, Drolshagen, Lennestadt-Altenhundem, Netphen-Deuz, Olpe und Wilnsdorf.

In der Vergangenheit trennte sich das Unternehmen unter anderem von der Wagenhalle in Hilchenbach-Dahlbruch, welche als solche von den VWS nicht genutzt wurde. Im November 1996 hatten die Verkehrsbetriebe das dort ansässige Busunternehmen Schmidt übernommen, welches die Konzession auf der heutigen Linie R11 zwischen Kreuztal und Hilchenbach innehatte. Kurz nach der Übernahme wurde die Wagenhalle aufgelöst und die Immobilie vermietet. Zum Fahrplanwechsel am 22. Dezember 2003 wurde der Betriebshof Buschhütten geschlossen. Nach der Übernahme der VWS durch die SWB wurde im April 2006 der Betriebshof Büschergrund bei Freudenberg geschlossen. Fahrzeuge und Fahrer versehen heute ihren Dienst von Siegen aus, vereinzelt wurden auch Fahrer auf Wunsch an andere Dienststellen versetzt.

Die Wagenhalle in Kreuztal-Krombach ist inzwischen an den Kraftverkehr Alchetal vermietet, welcher unter anderem auch im Auftrag der VWS fährt.

Linienarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Linien der VWS unterscheiden sich wie folgt:

Linienart Verkehrsraum Besonderheit
Citylinie innerstädtisch dient der innerstädtischen Erschließung
Lokallinie Nachbarorte dient der Erschließung von Städten und Gemeinden und sichert die Anbindung an den regionalen ÖPNV und SPNV
Regionallinie Nachbarkommune dient der Flächenerschließung und der Verbindung der Städte und Gemeinden
Uniexpresslinie innerstädtisch ermöglicht den schnellen Verkehr zur Universität Siegen
Schnellbuslinie Nachbarstädte dient zur schnellen Verbindung zwischen Städten und Gemeinden, hält nur an bestimmten Haltestellen
Taxibus alle Ortschaften fährt nur auf Vorbestellung zu Zeiten schwacher Nachfrage
Nachtbuslinie Nachbarstädte fährt nur in den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag
Magolves-Linie Siegen - Leimbachstadion fährt an Heimspielen der Sportfreunde Siegen von Siegen ZOB zum Stadion

Alle aufgeführten Linienarten werden nicht nur von der VWS betrieben sondern auch von der DB Regio (Westfalenbus) im Gebiet der Verkehrsgemeinschaft Westfalen-Süd. Die Linienart lässt nicht zwingend auf die Fahrzeuggröße schließen. So verkehrt z. B. auf der Linie T 164 (Taxibus) zu Zeiten erhöhter Nachfrage im Schülerverkehr ein 12-Meter-Standardbus, der nicht vorbestellt werden muss. Dies bildet aber die Ausnahme. Ebenfalls gibt es T-Linien auf denen Kleinbusse fahren. Diese sind im Fahrplan als KB kenntlich gemacht und müssen nicht vorbestellt werden.

Die VWS fährt im Bereich des Zweckverbandes Westfalen Süd (ZWS), der als Aufgabenträger auftritt und gehört der Verkehrsgemeinschaft Westfalen-Süd an.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ausschreibung im TED, dem 'Tenders Electronic Daily' der Europäischen Union
  2. Bahninfo: SWB verkaufen VWS
  3. Wern kauft Transdev, ÖPNV aktuell abgerufen am 10. Juli 2012
  4. Siegener Zeitung vom 10. Juli 2012, abgerufen am 10. Juli 2012
  5. Übersicht der einzelnen Nahverkehrspläne. Abgerufen am 23. November 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]