Vermessungstechniker

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Vermessungstechniker bzw. Vermessungstechnikerin ist eine Berufsbezeichnung im Vermessungswesen und der dazugehörige Ausbildungsberuf in Österreich und Deutschland.

Im Status entsprechen Vermessungstechniker einem technischen Angestellten. Sie führen in Vermessungsbüros oder Ämtern den Großteil des Außendienstes und der anschließenden Berechnungen durch. Aufgrund gediegener Ausbildung haben sie heute ein hohes Maß an Selbständigkeit und benötigen nur bei besonders schwierigen Aufgaben die Unterstützung des leitenden Diplomingenieurs.

Die Hauptaufgabe ist die Datengewinnung für

Teilweise bilden Vermessungstechniker auch die Messgehilfen aus, von denen sie beim Außendienst (v.a. durch das Aufstellen der Messlatten und bei Sicht- und Punkterkundungen) unterstützt werden.

Im Büro- und Innendienst werten sie die gesammelten Messdaten am Computer aus und verarbeiten diese mit entsprechender Grafik- und Drucktechnik zu Karten und Plänen weiter.

Ausbildung[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Struktur der Berufe in der Geoinformationstechnologie

Der Ausbildungsberuf ist nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) anerkannt und ist neben dem Geomatiker Teil der Berufsausbildung in der Geoinformationstechnologie. Am 30. Januar 2009 hat der Bundeswirtschaftsminister grünes Licht für die Schaffung der neuen Berufsgruppe gegeben, die in einer gemeinsamen Ausbildungsordnung erlassen wurden. Damit wurde auch die Berufsausbildung zum Vermessungstechniker modernisiert und es wurden die Fachrichtungen Vermessung und Bergvermessung eingeführt. Die neue Ausbildungsordnung ist zum 1. August 2010 in Kraft getreten.[1]

Die Ausbildung dauert drei Jahre und erfolgt im dualen System an Berufsschulen und in Ausbildungsbetrieben. So findet sie hauptsächlich im öffentlichen Dienst (Behörden für Geoinformation), bei Öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren (ÖbVI) und privaten Ingenieurbüros statt. Begleitet wird die betriebliche Ausbildung durch Berufsschulunterricht in Fachtheorie und allgemeinbildenden Fächern. Für die Ausbildung zum Vermessungstechniker ist eine bestimmte schulische Vorbildung nicht vorgeschrieben, von den Ausbildungsstätten wird aber meist Abitur oder ein guter Realschulabschluss erwartet.

Inhalte[Bearbeiten]

Gemäß dem Ausbildungsrahmenplan erfolgt im ersten Ausbildungsjahr eine gemeinsame Qualifikationen mit den Geomatikern. Hierbei stehen Rechts- und Verwaltungsvorschriften, die Grundlagen der Geoinformationstechnologie und Prozesse des Geodatenmanagements (erfassen, bearbeiten, auswerten, visualisieren von Daten) im Mittelpunkt. Im zweiten Jahr werden berufsspezifische Kenntnisse über vermessungstechnische Methodik wie Umgang mit Instrumenten und Geoinformationssystemen oder Berechnungen und Visualisierungsmöglichkeiten vermittelt. Schließlich liegt im dritten Jahr der Schwerpunkt auf der jeweiligen Fachrichtung.

Fachrichtungen[Bearbeiten]

Im dritten Lehrjahr erfolgt die speziellere Ausbildung in einer der beiden eingerichteten Fachrichtungen:

  • Vermessung
  • Bergvermessung.

In der Fachrichtung Vermessung liegt der Fokus auf der technischen Vermessung, den (kommunalen) Liegenschaftskatastern und den Bauordnungen. Im Bereich Bergvermessung wird man in bergbauspezifischen Vermessungsmethoden, dem Erfassen und Darstellen von Lagerstätten sowie Bergbautechnik ausgebildet.

Abschlussprüfung[Bearbeiten]

Zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres findet eine schriftliche Zwischenprüfung statt. Am Ende der Ausbildung findet eine Abschlussprüfung statt, die aus vier praktischen Teilen und einem Fachgespräch besteht. Im praktischen Teil soll der Prüfling entweder einen betrieblichen Auftrag durchführen und dokumentieren bzw. Fallbeispiele und Aufgaben beraten. Der erfolgreiche Besuch der Berufsschule wird ebenfalls mit einem Abschlusszeugnis bescheinigt. Dieses ist bei Vorliegen des Sekundarabschlusses I (Realschulabschluss) und dem erfolgreichen Ablegen der Abschlussprüfung Voraussetzung für die Aufnahme in die Fachoberschule.

Österreich[Bearbeiten]

Wie in Deutschland lautet in Österreich die offizielle Bezeichnung nach dem Berufsausbildungsgesetz (BAG) Vermessungstechniker/in. Es gibt keine Fachrichtungen zur Auswahl und der Schwerpunkt liegt stärker auf dem Bereich Landvermessung, wobei die dazugehörenden Ausbildungsinhalte weitgehend ident zu Deutschland sind. Lehrlinge der Vermessungstechnik durchlaufen eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung und beenden diese mit der Lehrabschlussprüfung.[2] Diese Prüfung ermöglicht in Österreich auch den Zugang zur Berufsmatura (Berufsreifeprüfung) und in Folge zu Höherqualifizierungen an Kollegs, Fachhochschulen und Universitäten. So werden für den Bereich Geoinformation und -datenmanagement einige akademische Ausbildungen angeboten. Vermessungstechniker können über Kurse und nach Ablegen der Befähigungsprüfung im Bereich der Technischen Ingenieure selbstständig tätig werden.[3]

Betätigungsfeld[Bearbeiten]

Ihre Aufgaben erledigen ausgebildete Vermessungstechniker und Vermessungstechnikerinnen überwiegend im Innendienst, im Außendienst verringert ein hoher Grad an computerunterstützten Messverfahren zunehmend den zeitlichem Aufwand, wodurch in der Regel im Außendienst, der privaten Büros, oft nur noch ein Vermessungstechniker notwendig ist. Ein Mitarbeiter hat dadurch seine eigenen Projekte (Vermessungsaufträge), für die er dann auch verantwortlich ist. Deshalb sollten Vermessungstechniker neben Interesse an elektronischen Instrumenten und mathematischen Aufgabenstellungen auch gern mit Computerprogrammen arbeiten. Besonders bei den ÖbVI ist zudem ein sicherer Umgang mit Rechtsvorschriften gefragt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. aktuelle Ausbildungverordnung Deutschland (PDF-Datei; 66 kB) gültig seit 1. August 2010
  2. Aktuelle Ausbildungsverordnung des österreichischen Wirtschaftsministeriums, gültig seit 1999
  3. Ingenieurbüros-Zugangsvoraussetzungs-Verordnung des österreichischen Wirtschaftsministeriums gültig seit 2003

Literatur[Bearbeiten]

  • BiBB (Hrsg.): Geomatiker/Geomatikerin - Vermessungstechniker/Vermessungstechnikerin - Ausbildung gestalten 1. Auflage 2011. W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG, Bielefeld, 2011, ISBN 978-3-7639-4854-3.

Weblinks[Bearbeiten]