Viaduc des Arts

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Beginn des Viaduc des Arts

Der Viaduc des Arts (deutsch Viadukt der Künste) ist ein ehemaliger Eisenbahnviadukt in der Nähe der Place de la Bastille im 12. Arrondissement von Paris.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Viaduc des Arts ist Teil einer früheren Eisenbahnstrecke der Petite Ceinture über Vincennes nach Marles-en-Brie, deren Eröffnung am 22. September 1859 stattfand. Sie endete am ehemaligen Kopfbahnhof Gare de la Bastille in Höhe der heutigen Opéra Bastille. Dieser Bahnhof wurde am 14. Dezember 1969 stillgelegt und im Oktober 1984 abgerissen.[1]

Nach der Einweihung der Opéra am 13. Juli 1989 bewahrte die Pariser Stadtverwaltung einen 1,3 km langen Teil der ehemaligen Eisenbahntrasse in der Nähe der Opéra vor dem Abriss und begann noch 1989 mit der Renovierung der Arkaden.[2] Gleichzeitig ließ man die oberhalb der Arkaden verlaufenden 9 Meter breiten Gleistrassen abreißen.

Ab 1993 begann die Umgestaltung der Eisenbahntrasse zur bepflanzten Promenade (französisch Promenade Plantée) durch Patrick Berger (Architekt) sowie die Landschaftsarchitekten Philippe Mathieux und Jacques Vergely. Sie legten einen linearen Freiraum mit an Bögen und Pergolen rankenden Pflanzen an und schufen so den weltweit ersten erhöhten Parkwanderweg, der 2014 den Namen „Grünzug“ (französisch coulée verte) erhielt.[3] Gleichzeitig begann die Umgestaltung der Arkaden in Ladengeschäfte. Der 1300 Meter lange Viadukt besteht aus insgesamt 64 Arkaden und zwei Metallbrücken und verfügt in seinem Verlauf über mehrere Zu- und Abgänge. Die Eröffnung der Arkaden-Läden fand im Jahre 1994 statt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Viaduc des Arts verläuft parallel zur Avenue Daumesnil (Nr. 1 bis 129). Auf den Arkaden befindet sich der insgesamt 4,5 km lange Wanderweg des Coulée verte René-Dumont. In den 10 Meter hohen Arkaden (französisch voutes) aus rotem Ziegelstein sind heute etwa 50 Kunstboutiquen untergebracht. Die Räume werden insbesondere von Restauratoren, Möbelbauern, Dekorateuren und Raumausstattern genutzt. In ihrer Nähe befindet sich die Haltestelle Bastille, die von den Métrolinien 1, 5 und 8 bedient wird.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Viaduc des Arts – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sabine Fachard, Paris 1979-1989, 1988, S. 181
  2. Andrew Ayers, The Architecture of Paris: An Architectural Guide, 2004, S. 189
  3. Ce matin, la Promenade Plantée devient la Coulée Verte René Dumont

Koordinaten: 48° 50′ 51,9″ N, 2° 22′ 28,9″ O