Viet Thanh Nguyen

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Viet Thanh Nguyen

Viet Thanh Nguyen (geboren 1971 in Buôn Ma Thuột, Südvietnam) ist ein vietnamesisch-US-amerikanischer Anglist und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viet Thanh Nguyen wuchs in Buôn Ma Thuột auf und floh mit seinem Bruder und den Eltern 1975 beim Fall von Saigon in die USA. Aus dem Flüchtlingslager in Fort Indiantown Gap kam er zu einer amerikanischen Familie, bis seine Eltern eine wirtschaftliche Existenz in San José in Kalifornien fanden, wo er dann die Schule besuchte. Er studierte Englisch und Ethnic Studies an der University of California, Berkeley und wurde 1997 in Anglistik an der UC Berkeley promoviert. Nguyen arbeitet als Hochschullehrer an der University of Southern California.

Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit und Lehrtätigkeit veröffentlicht Nguyen seit 2007 Kurzgeschichten. Sein erster Roman The Sympathizer erhielt 2016 den Pulitzer-Preis und weitere Auszeichnungen, darunter die Andrew Carnegie Medal und den Dayton Literary Peace Prize sowie den Edgar Allan Poe Award in der Kategorie „Bester Debütroman“, und war 2017 auf der Shortlist des International DUBLIN Literary Award. 2017 wurde Nguyen eine MacArthur Fellowship[1] zugesprochen, 2018 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.

Über Hollywoods Blick auf den Vietnamkrieg sagt er, es handle sich um das einzige Mal, dass die Geschichte von den Verlierern geschrieben wurde – indem die US-Amerikaner als die eigentlichen Opfer des Krieges dargestellt und die getöteten Vietnamesen übergangen würden.[2]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belletristik
  • Kurzgeschichten: Einzelveröffentlichungen seit 2007
  • The Sympathizer. New York : Grove Press, 2015
    • Der Sympathisant : Roman. Übersetzung Wolfgang Müller. München : Karl Blessing, 2017
  • The Refugees. New York : Grove Press, 2017
    • Die Geflüchteten. Erzählungen. Aus dem Amerikanischen von Wolfgang Müller, Blessing Verlag, 2018[3]
Forschung
  • Race and Resistance: Literature and Politics in Asian America. Oxford : Oxford University Press, 2002
  • mit Janet Hoskins (Hrsg.): Transpacific studies : framing an emerging field. Honolulu : University of Hawaiʻi Press, 2014
  • Nothing Ever Dies: Vietnam and The Memory of War. Cambridge, Massachusetts : Harvard University Press, 2016

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Viet Thanh Nguyen: America and me. Essay, in: Financial Times, 4. Februar 2017, S. L&A 1f.
  • Fatima Bhutto: Rough crossings. Rezension, in: Financial Times, 18. Februar 2017, S. L&A 10
  • Katharin Borchardt: Bei ihm bekommt jeder sein Fett ab. Rezension, in: NZZ, 10. Februar 2018, S. 24

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Viet Thanh Nguyen, 46, fiction writer and cultural critic living in Los Angeles, NPR vom 11. Oktober 2017, abgerufen 8. Oktober 2018
  2. paraphrasiert bei Aminatta Forna: Wer wir sein sollten. Redeauszug. Übersetzung Holger Hutt, in: der Freitag, 2. März 2017, S. 19
  3. Webseite der Verlagsgruppe Random House Bertelsmann: Die Geflüchteten. 8. Oktober 2018, abgerufen im 8. Oktober 2018.