Vinzenz Hamp

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Vinzenz Hamp (* 4. Mai 1907 in Eppishausen; † 3. Januar 1991 in Tutzing) war ein katholischer Theologe und Professor für Exegese des Alten Testaments an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Dillingen begann Vinzenz Hamp das Studium der Theologie an der Universität München, wo er 1937 zum Doktor der Theologie promoviert wurde. Bedingt durch den Zweiten Weltkrieg folgten einige Jahre in der Seelsorge, bevor er seine theologischen Studien fortsetzen konnte und sich 1946 an der Münchener Universität im Fach Alttestamentliche Exegese habilitierte.

Bereits ab 1945 lehrte er als außerordentlicher und ab 1950 als ordentlicher Professor an der damaligen Philosophisch-theologischen Hochschule Freising alttestamentliche Exegese und biblisch-orientalische Sprachen. 1953 wurde er als Professor für alttestamentliche Exegese an die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität München berufen, an der er bis zu seiner Emeritierung tätig war.

Von 1957 bis 1977 war er als Herausgeber für den alttestamentlichen Teil der renommierten Biblischen Zeitschrift verantwortlich. Die Schwerpunkte in der wissenschaftlichen Arbeit von Vinzenz Hamp lagen in der Erforschung der alttestamentlichen Weisheitsbücher und in der Übersetzung des Alten Testaments ins Deutsche (Pattloch-Bibel).

Als Amateurbotaniker, Bryologe und aktives Mitglied der Bayerischen Botanischen Gesellschaft[1] sammelte Hamp vor allem in Südbayern Moose und Flechten. Der Verbleib seines Moosherbars mit 1500 Proben ist unbekannt.[2]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Begriff „Wort“ in den aramäischen Bibelübersetzungen. Ein exegetischer Beitrag zur Hypostasen-Frage und zur Geschichte der Logos-Spekulationen, München 1938 (Dissertationsschrift).
  • Anleihen der Septuaginta-Übersetzer beim aramäischen Wortschatz, 1946 (unveröffentlichte Habilitationsschrift)
  • Das Buch der Sprüche (Echter Bibel. Altes Testament, Lfg. 8), Würzburg 1949; 2. Aufl. 1964.
  • Baruch (Echter Bibel. Altes Testament, Lfg. 11), Würzburg 1950; 3. Aufl. 1954.
  • Sirach (Echter Bibel. Altes Testament, Lfg. 13), Würzburg 1950; 3. Aufl. 1951.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Norbert Lohfink (Hg.): Gewalt und Gewaltlosigkeit im Alten Testament. Vinzenz Hamp zur Vollendung seines 75. Lebensjahres (Quaestiones disputatae, Bd. 96), Freiburg i.Br. 1983.
  • Josef Schreiner: Nachruf: Vinzenz Hamp. In: Biblische Zeitschrift. Neue Folge, Bd. 35 (1991) S. 314.
  • Josef Schreiner: Ein Leben für Gottes Wort. Professor Dr. Vinzenz Hamp 80 Jahre alt. In: Biblische Zeitschrift. Neue Folge, Bd. 31 (1987) S. 319.
  • Jan-Peter Frahm, Jens Eggers: Lexikon deutschsprachiger Bryologen, 2001, ISBN 3831109869.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Botanische Staatssammlung München, Artikel über den Botaniker Hermann K. G. Paul (1876-1964). Zuletzt gesichtet am 7. August 2010. Dort: „Während des Krieges ausgebombt, fand Paul dank der Vermittlung des Pfarrers von Pöcking, Dr. Vincent Hamp (ebenfalls aktives Mitglied der Bayerischen Botanischen Gesellschaft) Unterkunft im Anwesen der Familie Poelt in Pöcking bei Starnberg (...)“
  2. Jan-Peter Frahm, Jens Eggers, 2001