Violone

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Violone. Moderner Nachbau eines historischen Instruments

Der Violone ist ein historisches Streichinstrument der Gambenfamilie.

Wegen der Bauart gilt er als Brückeninstrument von der Gambenfamilie zum Kontrabass. Er wird im Gegensatz zu den Gamben nicht mehr von den Beinen gehalten, sondern auf den Boden gestellt. Den Violone gibt es sowohl in Gamben- als auch in Violinform. In der Gambenform kommt er auch mit den violintypischen F-Löchern vor.

Unter dem Begriff des Violone wurden sowohl Achtfußinstrumente (die wie notiert klingen) als auch Sechzehnfußinstrumente (die eine Oktave tiefer klingen) zusammengefasst. Es ist heute im Einzelfall schwierig zu entscheiden, welches Instrument dem Komponisten jeweils zur Verfügung stand.

Der Spieler eines Violone wird „Violonist“ genannt, was nicht mit Violinist verwechselt werden sollte (im Französischen heißt die Violine violon und ein Geiger infolgedessen violoniste).

Violone bei Johann Sebastian Bach[Bearbeiten]

Johann Sebastian Bach bezeichnete sein tiefstes Streichinstrument immer als Violone und ließ es in vollbesetzten Werken (etwa Kantaten) nur selten pausieren.[1] Nach heutigem Stand der Forschung[2] dürfte in Weimar noch eine lokale Tradition existiert haben, nach der der Violone ein Achtfuß-Instrument war.[3] In Köthener und Leipziger Partituren führt Bach das Instrument immer bis D hinunter, manchmal auch bis C. Hier handelt es sich wohl um zwei verschiedene Sechzehnfußinstrumente, die Bach meist als Violone grosso oder ähnlich bezeichnet. In den Brandenburgischen Konzerten kommen alle drei Instrumente vor.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Violone – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alfred Dürr: Die Kantaten von Johann Sebastian Bach. Band 1. Bärenreiter, Kassel 1971, ISBN 3-423-0-4080-7.
  2. Laurence Dreyfus: Bach’s Continuo group. Harvard University Press 1987, ISBN 067406030X.
  3. Johann Gottfried Walther: Musikalisches Lexicon oder Musicalische Bibliothek …, Leipzig (bei Wolffgang Deer) 1732,
    Neudruck, hrsg. von Richard Schaal. Bärenreiter, Kassel 1953 und Studienausgabe, hrsg. von Friederike Ramm, Bärenreiter, Kassel 2001, ISBN 3-7618-1509-3.
  4. Ares Rolf: J. S. Bach, Das sechste Brandenburgische Konzert. Klangfarben, Dortmund 2002, ISBN 3-932676-09-2.