Volkratshofen

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Volkratshofen
Stadt Memmingen
Koordinaten: 47° 57′ 15″ N, 10° 6′ 55″ O
Höhe: 610 m
Fläche: 12,91 km²
Einwohner: 1364 (31. Dez. 2009)
Bevölkerungsdichte: 106 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 87700
Vorwahl: 08331
Karte
Lage von Volkratshofen in Memmingen

Volkratshofen ist ein Pfarrdorf in Oberschwaben, etwa 6 km südwestlich von der Stadtmitte von Memmingen entfernt. Die Gemeinde Volkratshofen, in die am 1. April 1971 die Gemeinde Ferthofen eingegliedert wurde[1], wurde am 1. Mai 1978 eingemeindet und gehört seither zu Memmingen.[2] Die Orte Volkratshofen, Brunnen, Ferthofen, Hitzenhofen, Illerfeld und Priemen haben zusammen 1379 Einwohner (Stand 2007).

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Volkratshofen liegt am Fuße des sogenannten Hitzendorfer Feldes unmittelbar an der A 96, knapp fünf Kilometer westlich von Memmingen an der Grenze zu Baden-Württemberg.

Zur Gemeinde gehören die Weiler Hitzenhofen, Brunnen, Priemen und Illerfeld.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde der Ort 1168 als Pfarrei, die zu Memmingen gehörte. Um 1250 gehörte Volkratshofen zum Kloster Weingarten. 1340 war es im Besitz des Wilhelm Matz von Ravensburg, der es an die Truchsesse von Waldburg verkaufte. 1346 erwarb es der Memminger Patrizier Marquard Ammann. Später ging der Ort in den Besitz des Klosters Rot an der Rot über. Um 1400 wurde es für insgesamt 355 Pfund Heller an das Unterhospital in Memmingen verkauft. Durch diese Zugehörigkeit zu Memmingen nahm das Dorf in der Reformationszeit auch das evangelische Bekenntnis an. 1551 wurde urkundlich der erste Bürger Fertofens „Bartholomäus Diepolder“ erwähnt. Nach ihm ist in Memmingen die Diepolderstraße benannt.[3] Nach dem Dreißigjährigen Krieg vergrößerte sich Volkratshofen durch viele Neusiedler aus der Schweiz und Tirol. Mit der Säkularisation wurde Volkratshofen eine eigenständige bayerische Gemeinde, bis sie im Zuge der Gemeindegebietsreform nach Memmingen eingemeindet wurde.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche in Volkratshofen ist durch die historischen Beziehungen zum Memminger Kreuzherrenkloster ein Simultaneum. Die alte Stephanskirche wurde 1817 neu erbaut. Sie beherbergt einige historische Kostbarkeiten wie einen Altar von Dominikus Zimmermann von 1713 und wertvolle Gemälde von Elias Friedrich Küchlin und der Künstlerfamilie Sichelbein. Zudem gibt es ein Sühnekreuz von 1458 und mehrere vorgeschichtliche Gräber aus der Hallstattzeit zu besichtigen. Bei den Friedhöfen handelt es sich um kirchliche Einrichtungen.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Veranstaltungen des Dorfes finden in der Festhalle am westlichen Ortsrand statt. Seit 2007 gibt es einen Dorfplatz am Feuerwehrhaus. Uber einen Neubau bzw. eine Erweiterung der Festhalle/Turnhalle wird nachgedacht.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil hat eine Vielzahl an Vereinen, wie die SG Volkratshofen, einen Musikverein, die Gartenbaufreunde Volkratshofen, die Evangelische Landjugend und einen CVJM.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christoph Ludwig Köberlin (1794–1862), Botaniker und Pfarrer, Namensgeber der Pflanzengattung Koeberlinia spinosa

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Volkratshofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 521.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 764.
  3. Diepolderstraße, Straßenverzeichnis der Stadt Memmingen.