Vontobel

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Vontobel (Begriffsklärung) aufgeführt.
Vontobel Holding AG
Vontobel RGB graphite 90px.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CH0012335540
Gründung 1924
Sitz Zürich, Schweiz
Leitung Zeno Staub (CEO)
Herbert J. Scheidt
(VR-Präsident)
Mitarbeiter 1700
Branche Banken
Website www.vontobel.com

Vontobel ist ein 1924 gegründeter, global tätiger Finanzexperte mit Sitz in Zürich, Schweiz. Vontobel ist auf die Vermögensverwaltung für Privatkunden und institutionelle Anleger sowie das Investment Banking spezialisiert. Per 31. Dezember 2016 betreute Vontobel über CHF 195 Milliarden an Kundenvermögen. An seinen 22 Standorten weltweit sind mehr als 1700 Mitarbeitende tätig.

Vontobel ist ein Familienunternehmen, und die Familien Vontobel und die gemeinnützige Vontobel-Stiftung besitzen die Aktien- und Stimmenmehrheit. Gleichzeitig sind die Namenaktien der Vontobel Holding AG an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange kotiert. Am 3. Januar 2016 verstarb im 100. Lebensjahr Hans Vontobel (1916–2016), Familienoberhaupt und Ehrenpräsident des Verwaltungsrats.[1] Die Familie hat bekräftigt, dass sie auch in Zukunft zu ihrer Eigentümerrolle stehen wird [2].

Seit dem 18. September 2017 zeigt Vontobel eine verstärkte Marktpräsenz. Mit einem neuen visuellen Auftritt bringt Vontobel seinen Standpunkt zum Ausdruck und setzt ein Zeichen, wofür sie stehen und welche Überzeugungen ihrem Tun zu Grunde liegen.[3][4]

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vontobel ist in drei Einheiten organisiert: Wealth Management (zuvor: "Private Banking"), Investment Banking und Asset Management.

Wealth Management[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschäftsfeld Wealth Management richtet sich an vermögende Privatkunden. Das Angebot umfasst Vermögensverwaltung, Anlageberatung sowie Vermögens- und Steuerplanung. Als bei der US-amerikanischen Aufsichtsbehörde SEC registrierter Investment Advisor bietet Vontobel Swiss Wealth Advisors Vermögensverwaltungslösungen für US-Personen.

Investment Banking[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Investmentgeschäft konzentriert sich auf das Geschäft mit derivativen Produkten, den Wertschriften- und Devisenhandel, das Institutional Sales, die Betreuung von unabhängigen Vermögensverwaltern, das Transaction Banking und auf Corporate Finance. Das Geschäftsmodell des Vontobel Investment Banking kann nicht mit den traditionell angelsächsischen Ansätzen verglichen werden, da Vontobel nicht auf der kapitalintensiven kommerziellen Seite des Geschäftes agiert. Die Handelsaktivitäten begrenzen sich auf das Hedging von Risikopositionen, die sich aus den Emissions- und Verkaufsaktivitäten mit strukturierten Produkten und Derivaten ergeben.

Asset Management[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vontobel Asset Management ist ein aktiver Vermögensverwalter mit einem Multi-Boutique-Ansatz. Jede der Boutiquen zeichnet sich durch spezialisierte Anlagestrategien aus. Sie erbringen Lösungen für institutionelle und private Kunden. Für Dritte entwickelt Vontobel Asset Management zudem Dienstleistungen und Gesamtlösungen für Handelsmarken - Produkte. Im Rahmen einer Kooperation erbringt Vontobel für Raiffeisen Schweiz Dienstleistungen im Anlagegeschäft. Vontobel hält im Weiteren eine Mehrheitsbeteiligung an Harcourt Investment Consulting AG, einem international tätigen Anbieter von Fund-of-Hedge-Funds - Produkten insbesondere für institutionelle Anleger. Harcourt ist in Zürich, New York, Hong Kong und Grand Cayman präsent.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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  • 1924
Friedrich Emil Haeberli gründet die Börsenagentur Haeberli & Cie.
  • 1936
Nach Haeberlis Tod übernimmt Jakob Vontobel die Börsenagentur und gründet die Bank J. Vontobel & Co.
  • 1943
Der Sohn von Jakob Vontobel, Hans Vontobel (1916–2016), tritt in die Bank ein und wird 1951 Teilhaber mit unbeschränkter Haftung. 1972 tritt auch der Enkel von Jakob Vontobel, Hans-Dieter Vontobel, in die Bank ein und wird 1977 Teilhaber mit unbeschränkter Haftung.
  • 1984
Die Bank J. Vontobel & Co wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und die Unternehmen der Gruppe werden in der Vontobel Holding AG zusammengefasst. 1986 werden die Inhaberaktien der Vontobel Holding AG an der Zürcher Börse kotiert, 2001 wird dann die Einheits-Namenaktie geschaffen.
Neugründung der Vontobel USA Inc. in New York. 1988 folgt die Vontobel Asset Management AG, 1990 die Vontobel Bank & Trust Company Ltd in Grand Cayman und die Vontobel Fonds Services AG, 1991 dann die Vontobel Fund Management SA in Luxemburg.
  • 1993
Vontobel erwirbt eine Beteiligung an der Banque Tardy, de Watteville & Cie SA, Genf, und 1995 eine Mehrheitsbeteiligung am Bankhaus Berger & Comp. AG, Salzburg. 1996 eröffnet das Bankhaus Berger eine Filiale in Wien.
  • 1999
Die Vontobel Securities AG in Köln wird neu eröffnet. 2000 folgt die Bank Vontobel (Liechtenstein) AG, Vaduz, und 2001 die Vontobel Luxembourg SA. 2002 eröffnet die Bank Vontobel Österreich AG eine Niederlassung in München. In Frankfurt am Main nimmt die Vontobel Asset Management GmbH ihre Tätigkeit auf. Und 2003 wird in Mailand die Vontobel Asset Management SGR SpA gegründet.
  • 2000
Aus der Bank J. Vontobel & Co AG wird die Bank Vontobel AG. Die Banque Tardy, de Watteville & Cie SA firmiert nun als Banque Vontobel Genève SA. Und das ehemalige Bankhaus Berger heisst nun Bank Vontobel Österreich AG. 2002 wird aus Vontobel USA Inc. in New York die Vontobel Asset Management, Inc.
  • 2001
Das verlustbringende Internet-Banking-Projekt "y-o-u Bank" wird noch vor der Fertigstellung mit einem Verlust von 151 Millionen Franken eingestellt.[5]
  • 2004
Raiffeisen erwirbt eine Beteiligung von 12,5 % an der Vontobel Holding AG. Die Familie Vontobel und die gemeinnützige Vontobel-Stiftung behalten die Mehrheit des Aktienkapitals.
  • 2005
Gründung der Vontobel Financial Products GmbH, Frankfurt am Main.
  • 2006
Im Januar erwirbt die Vontobel-Gruppe von der niederländischen NIBCapital N.V. 56 % des Aktienkapitals an Harcourt Investment Consulting AG. Die in Zürich domizilierte Harcourt zählt zu den Anbietern von Dachfunds und Vermögensverwaltungsmandaten im Bereich der alternativen Anlagen für grosse institutionelle Kunden. Die Vontobel-Gruppe bietet Banken in der Schweiz und in Liechtenstein unter dem Namen VONSYS Vontobel Solutions for Your Sourcing Transaktionsbank-Dienstleistungen an. Die Vontobel-Gruppe übernimmt per 1. November 2006 das Brokerage und die Corporate-Finance-Aktivitäten von Lombard Odier Darier Hentsch.
  • 2007
In London wird eine Niederlassung für das Provisions-Geschäft eröffnet. Das Angebot umfasst Brokerage-Dienstleistungen, insbesondere die Aktienanalyse sowie Anlageempfehlungen. Im Zentrum des Zürcher Banken- und Finanzdistrikts entsteht der Vontobel Campus. Das Kernstück des Campus, der von Stücheli Architekten erbaute Hauptsitz an der Gotthardstrasse 43, wird im November bezogen.
Die Deutsche Börse AG und ihre Partner Bank Vontobel, Bankhaus Metzler, Commerzbank AG, Deutsche Bank AG, DZ Bank AG und Umicore AG & Co. KG gründen Ende November gemeinsam die Deutsche Börse Commodities GmbH. Das Unternehmen bietet Verbriefungsformen für Rohstoffe an und soll im Verbund mit den Partnern einen kostengünstigen Handel ermöglichen.
  • 2008
Die Vontobel Holding AG gründet eine 100-prozentige Tochtergesellschaft im Dubai International Financial Centre (DIFC). Per Ende März nimmt die Vontobel Financial Products Ltd. ihre operative Tätigkeit auf und löst die Bank Vontobel Cayman als Emissionsplattform von strukturierten Produkten ab. Die Vontobel-Gruppe gründet mit der VT Wealth Management AG eine unabhängige Vermögensverwaltungsgesellschaft für Schweizer und für ausländische Privatkunden. Vontobel hält 51 % an der neuen Gesellschaft, während das Management mit 49 % beteiligt ist.
  • 2009
Im Mai nimmt die Bank Vontobel Europe AG mit Sitz in München als 100-prozentige Tochter der Schweizer Vontobel-Gruppe mit einer Vollbanklizenz das operative Geschäft in Deutschland auf. Im Juli erwirbt die Schweizer Vontobel-Gruppe die Commerzbank (Schweiz) AG mit Sitz in Zürich, einer Niederlassung in Genf sowie einer Tochtergesellschaft in Wien zu 100 %. Die Commerzbank (Schweiz) AG wird komplett in die Vontobel-Gruppe integriert. Mit dieser Integration steigen die betreuten Kundenvermögen im Private Banking der Vontobel-Gruppe um 20 %.
  • 2010
Eröffnung von Niederlassungen der Bank Vontobel AG in Basel und Bern. Gründung der Vontobel Swiss Wealth Advisors AG in Zürich.
  • 2012
Gründung der Vontobel Financial Products (Asia Pacific) Pte. Ltd. in Singapur und der Vontobel Wealth Management (Hong Kong) Ltd. in Hongkong.
  • 2013
Vontobel und Australia and New Zealand Banking Group Limited (ANZ) unterzeichnen eine strategische Allianz.
Vontobel Swiss Wealth Advisors eröffnet Büro in Dallas.
  • 2014
Vontobel Swiss Wealth Advisors eröffnet Büro in Genf.
Vontobel übernimmt die derivative.com AG.
  • 2015
Übernahme der Bank Finter, Zürich.[6]
Mehrheitsbeteiligung an TwentyFour Asset Management LLP, London.[7]
  • 2016
Vontobel mit Niederlassung (ehem. Finter) in Lugano präsent.
Ehrenpräsident Dr. Hans J. Vontobel im 100. Lebensjahr verstorben.[1]
  • 2017
Vontobel schärft seine Identität und präsentiert sich in einem neuen visuellen und verbalen Auftritt.[3]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über ein Konto bei Vontobel wickelte der Unternehmer Uli Hoeneß Devisen-Geschäfte ab, für die er in Deutschland wegen Steuerhinterziehung in erster Instanz zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt wurde.[8][9][10][11]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Martin Meyer: Ein großer Mensch mit Blick und Mass. Abgerufen am 5. Februar 2016.
  2. Ermes Gallarotti: Vontobel bleibt Vontobel. Neue Zürcher Zeitung, 4. Januar 2016, abgerufen am 5. Februar 2016.
  3. a b Vontobel übt sich in Selbstfindung. In: az Aargauer Zeitung. 19. September 2017 (aargauerzeitung.ch [abgerufen am 29. September 2017]).
  4. Vontobel misst Mitarbeiter am neuen Auftritt. In: finews.ch. (finews.ch [abgerufen am 29. September 2017]).
  5. [1] Swiss Private Bank Vontobel Fires Three Top Executives After Internet Bank Project Fails
  6. Zeno Staubs Vontobel schluckt Finter. In: Handelszeitung. 9. April 2015, ISSN 1422-8971 (handelszeitung.ch [abgerufen am 29. September 2017]).
  7. Vontobel übernimmt britischen Asset Manager. In: finews.ch. (finews.ch [abgerufen am 29. September 2017]).
  8. Focus, Dieser Banker zockte für Hoeneß am Devisenmarkt, 13. März 2014
  9. Handelsblatt Vontobel und der Steuerskandal – Die Bank für die Hoeneß-Deals, 12. März 2014
  10. Tagesschau, Konten bei der Vontobel Bank - Hoeneß' Millionenspiele in der Schweiz (Memento vom 12. März 2014 im Internet Archive), 12. März 2014
  11. Spiegel, Wir sind selber schuld, 7. Februar 2015

Koordinaten: 47° 21′ 54,4″ N, 8° 32′ 4,9″ O; CH1903: 682794 / 246606