Würde der Kreatur

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Die Würde der Kreatur wird seit 1992 in der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft garantiert.

Das Konzept der Würde der Kreatur wurde zuerst in der Verfassung des Kantons Aargau aufgeführt. Seit dem 25. Juni 1980 lautete § 14 der Verfassung:

„Die wissenschaftliche Lehre und Forschung und die künstlerische Betätigung sind frei. Lehre und Forschung haben die Würde der Kreatur zu achten.“[1]

Allgemeiner fand die Würde der Kreatur am 17. Mai 1992 Eingang in die Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft.[2] zunächst unter Artikel 24 Absatz 3.[1] Hierin waren die Pflanzen namentlich eingeschlossen. Seit 1999 lautet Artikel 120 Abs. 2 der Bundesverfassung wortgleich:

„Der Bund erlässt Vorschriften über den Umgang mit Keim- und Erbgut von Tieren, Pflanzen und anderen Organismen. Er trägt dabei der Würde der Kreatur sowie der Sicherheit von Mensch, Tier und Umwelt Rechnung und schützt die genetische Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten.“

Die Schweiz ist das einzige Land in Europa mit einer solchen Verfassungsnorm zur Würde der Pflanze.[3]

Im Bundesgesetz über die Gentechnik im Ausserhumanbereich der Schweiz, das Anfang 2004 in Kraft trat, heißt es in Artikel 8 Achtung der Würde der Kreatur:[4]

„Bei Tieren und Pflanzen darf durch gentechnische Veränderungen des Erbmaterials die Würde der Kreatur nicht missachtet werden. Diese wird namentlich missachtet, wenn artspezifische Eigenschaften, Funktionen oder Lebensweisen erheblich beeinträchtigt werden und dies nicht durch überwiegende schutzwürdige Interessen gerechtfertigt ist. Bei der Bewertung der Beeinträchtigung ist dem Unterschied zwischen Tieren und Pflanzen Rechnung zu tragen.“

Die satirische Ig-Nobel-Jury zeichnete 2008 mit einem Preis im Bereich „Frieden“ die Eidgenössische Ethikkommission für die Biotechnologie im Ausserhumanbereich (EKAH) zusammen mit allen Bürgern der Schweiz für die Anerkennung der Pflanzenwürde aus.[5]

Die Berücksichtigung der Würde der Pflanzen führt auch zu einer Debatte um die Rechte von Pflanzen.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Heike Baranzke: Würde der Kreatur? Die Idee der Würde im Horizont der Bioethik. Königshausen & Neumann, 2002, S. 15 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Dagmar Richter: Die Würde der Kreatur. Rechtsvergleichende Betrachtungen. In: Zeitschrift für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht (ZaöRV). Nr. 67, 2007, S. 319 ff. (Online (Memento vom 11. Oktober 2015 im Internet Archive) [PDF]).
  3. Würde der Kreatur. Schweizer Allianz Gentechfrei (sag), abgerufen am 24. Mai 2017.
  4. Florian Rötzer: Die Würde der Pflanzen wird in der Schweiz zum Problem. In: heise.de. 24. April 2008, abgerufen am 15. Mai 2021.
  5. Markus Becker: Die Rolle des Gürteltiers in der Weltgeschichte. In: Der Spiegel. 3. Oktober 2008, abgerufen am 15. Mai 2021.
  6. Felix Maise: Pflanzen haben ein Grundrecht auf die eigene Fortpflanzung. In: Tagesanzeiger. 18. September 2008, abgerufen am 15. Mai 2021.