Wallburg Ambrock

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Wallburg Ambrock
Staat Deutschland
Ort Hagen-Ambrock
Entstehungszeit 900 bis 1000 (?)
Burgentyp Höhenburg
Erhaltungszustand Wallreste
Geographische Lage 51° 19′ N, 7° 31′ OKoordinaten: 51° 18′ 35″ N, 7° 31′ 17″ O
Höhenlage 224 m ü. NN
Wallburg Ambrock (Nordrhein-Westfalen)
3D-Ansicht des digitalen Geländemodells

Die Wallburg Ambrock ist eine kleine Wallanlage in Nordrhein-Westfalen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wallburg Ambrock befindet sich im Süden der kreisfreien Großstadt Hagen im Stadtbezirk Hagen-Dahl an der Grenze vom Ruhrgebiet zum Sauerland. Die Wallburg liegt bei 224 m ü. NN auf der Kuppe des Minnerbergs, einer bewaldeten Anhöhe über dem Tal der Volme zwischen der Ortslage Ambrock im Norden und dem südlich gelegenen Stadtteil Dahl. Sie wird auf den Karten des Landesvermessungsamtes Nordrhein-Westfalen als Kulturdenkmal ausgewiesen.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Quellenangaben zur Entstehung der Wallburg Ambrock sind widersprüchlich. Während nach Angaben des Historischen Zentrums Hagen[1] die Anlage vermutlich im 10. oder 11. Jahrhundert errichtet wurde, sprechen andere Quellen von einem geschätzten Alter von 2000 Jahren[2]. Keramikfunde, sogenannte Pingsdorfer Keramik, belegen zumindest eine Nutzung der Burg im 10. und 11. Jahrhundert.

Eine genauere Beschreibung dieser stark befestigten Anlage wurde erstmals 1888 durch Karl Mummenthey publiziert.[3] Während der Zeit der NS-Herrschaft im Jahre 1935 ließ Dr.Gerhard Brüns, seinerzeit Leiter des Städtischen Heimatmuseums Hagen, Ausgrabungen auf der Wallburg durchführen, die aber auch zu keiner genaueren Datierung geführt haben.[4]

Der Heimatforscher Dr. Manfred Sönnecken entdeckte 1954 Scherben auf dem Berg, die auch in das 10. bis 11. Jahrhundert datieren. Deswegen galt die Anlage fortan weiter als mittelalterlich – bis zum Frühjahr 2018: Das Orkantief Friederike fegte über das Land, entwurzelte viele Bäume und richtete enorme Waldschäden an. Auch der Wald am Minnerberg war betroffen und die LWL-Archäologie für Westfalen begutachtete die Schäden und sondierte Windbrüche mit dem Metalldetektor. Überraschend fand Thomas Poggel eine Keltische Münze, die den mittelalterlichen Datierungsansatz nicht bestätigte, sondern deutlich älter ist. Die Münze datiert in die späte Eisenzeit, ungefähr zwischen 90 und 50 v. Chr. und wurde im Gebiet der Treverer geprägt. Unklar bleibt, ob ein suebischer Krieger auf dem Weg in seine Heimat die Münze auf dem Minnerberg verlort oder der Minnerberg eine eisenzeitliche Befestigung darstellt.[5]

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg besitzt zwei hintereinander gestaffelte Wälle, die die gefährdeten West-, Nord- und Ostflanken sichern. Zur steil abfallenden Südseite war kein eigener Wall zur Sicherung erforderlich. An der am meisten gefährdeten Westseite befindet sich vor jedem der beiden Wälle jeweils noch ein niedrigerer Vorwall, worauf auch die ausgehobenen Gräben hinweisen.

Der innere Wall wird auf seiner gesamten Länge von einem Spitzgraben mit Vorwall begleitet. Der äußere Ringwall ist hingegen nur an der besonders gefährdeten Südwestseite zusätzlich mit einem Vorwall gesichert[6]. Der Zugang zu der Wallanlage erfolgte über das Hochplateau im Nordwesten der Burg. In diesem Bereich sind die Wälle unterbrochen, und es können dort Toranlagen vermutet werden, über deren genauen Aufbau jedoch nichts bekannt ist.
Grabungsfunde auf der Ebene zwischen beiden Hauptwällen haben Bodeneintiefungen gezeigt, die möglicherweise auf eine hölzerne Palisadenwand zur zusätzlichen Absicherung hindeuten könnten.

Die Anlage ist heute jederzeit über den Weg zum Ribberthof frei zugänglich. Die einzelnen Wälle und Gräben sind teils gut zu erkennen oder lassen sich zumindest noch erahnen. Über die Anlage wurde eine Hochspannungsleitung verlegt, von der ein Mast auf dem Gelände der Wallburg steht und bei dessen Bau eventuell historische Teile der Anlagen zumindest in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wallburg Ambrock – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hagener Heimatbund (Memento des Originals vom 4. Juli 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hagenerheimatbund.de (PDF; 34 kB)
  2. Geschichte eines Dorfes - Private Homepage (Memento des Originals vom 16. September 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hagen-dahl.com
  3. Detlef Rothe.Kultureinflüsse frühgeschichtlicher Funde des Mündungsgebietes von Ennepe, Volme und Lenne. 1991
  4. Ralf Blank / Stephanie Marra / Gerhard E. Solbach: Hagen – Geschichte einer Großstadt und ihrer Region, Klartext-Verlag, Essen 2008, S. 113/114
  5. Ralf Blank / Mirjam Kötter / Sebastian M. Sonntag: Hagener Fundstücke – 111 Archäologische Fundstücke, Hagener Beiträge zur Kultur u. Geschichte Band 2, Klartext-Verlag Essen 2020, S. 154
  6. Schautafel des LWL an der Wallburg