Walter Fränzel

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Walter Fränzel (* 11. August 1889; † 27. April 1968) war ein deutscher Philologe, Vertreter der Lebensreform-Bewegung, Philologe, Schulgründer und Autor von Theaterstücken.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fränzel studierte an der Universität Jena. Dort war er Vorsitzender der Freistudenten, die eine neu-humanistisches Geisteshaltung und demokratische akademische Selbstverwaltung forderten und praktizierten sowie gegen „Brot–“ ebenso wie „Bierstudenten“ polemisierten. In Begeisterung für die Jugendbewegung hatte er sich dort dem vom Sera-Vater und Verleger Eugen Diederichs geleiteten Sera-Kreis angeschlossen. Er war 1913 mit auf dem Hohen Meißner, wo die Sera-Leute Goethes Iphigenie aufführten.

Fränzel stand in engem Gedankenaustausch mit dem Kommunisten Karl Korsch. In einer Edition von 602 Briefen Korschs aus den Jahren 1908 bis 1939 sind über 100 an Fränzel gerichtet. Die Freundschaft zerbrach mit der Radikalisierung Korschs im Ersten Weltkrieg.

1914 übersetzte Fränzel mit Julius Frankenberger Das Lachen von Henri Bergson. Nach Promotion und dem Ersten Weltkrieg kam er in die Geschäftsführung der Thüringischen Volkshochschule in Jena. Von 1920 bis 1924 leitete er mit seiner Frau Elise Kehding das Ernst-Abbe-Jugendheim der Zeisswerke.[1] Auch gründete in Thüringen Volkshochschulen und Jugendherbergen und veranstaltete Ausstellungen, u. a. auch für den Jugendstil-Maler Fidus. 1927 gründete Fränzel zusammen mit seiner Frau die naturistische Alternativschule Lichtschulheim Lüneburger Land. Der Geist des Sera-Kreises, die Wanderfahrten, Sonnwendfeiern, Volkstanz und Volkslied, der Sinn für Kunst, Kultur und Literatur, für fremde Völker und Kulturen hatte Dr. Fränzel geprägt. Diesen Geist, verbunden mit den Gedanken der Lebensreform, insbesondere des Vegetarismus und der Freikörperkultur, übernahm er in das Programm seiner Schulgründung.[2] Damit verwirklichte er auch Ideen des Pädagogen Adolf Koch. Fränzel selbst war in dieser Zeit in Berlin als Lehrer tätig.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geschichte des Übersetzens im 18. Jahrhundert. Leipzig 1913/1914.
  • Volksstaat und höhere Schule: Phantasien eines Heimgekehrten. Jena 1919.
  • Deutschland im Jahrhundert Friedrichs des Großen und des jungen Goethe. Gotha 1921.
  • Ulenspiegel. Ein Schalksspiel in sieben Gesängen. Rudolstadt 1925.
  • Arbeitsbogen für höhere Schulen / Arbeitbogen E. / 18. Study Tour of an English School. 1928.
  • Der Schmied von Gent. Schauspiel in 3 Aufzügen. Potsdam 1934.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wirken in Jena. Abgerufen am 18. Dezember 2017.
  2. Geschichte des LLL. Abgerufen am 18. Dezember 2017.