Freikörperkultur

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Nacktheit als Normalität: gemeinsam nackt sein in Natur und Freizeit als das Grundprinzip der Freikörperkultur[1][2]

Die Freikörperkultur (als Abkürzung: FKK, teilweise synonym mit dem älteren Begriff Nacktkultur sowie den international üblichen Begriffen Naturismus und Nudismus) bezeichnet die gemeinschaftliche Nacktheit aller Geschlechter in Freizeit, Sport und Alltag.

Anliegen ist dabei die Freude am Erlebnis der Natur, am Nacktsein selbst oder die Realisierung von Freiheit. Die Nacktheit der Freikörperkultur steht dabei in keinem sexuellen Bezug.[3][4]

Im Rahmen der Freikörperkultur wird zumeist Nacktbaden, nacktes Sonnenbaden an Badeseen oder Stränden (dem „FKK-Strand“), Nacktsport und nacktes Freizeitleben praktiziert. In zahlreichen Ferienanlagen, Campingplätzen und Anlagen von Sportvereinen gelten die Regeln der Freikörperkultur. In nationalen und internationalen Verbänden sind FKK-Anhänger organisiert.[5]

Die Anfänge der Freikörperkultur liegen im ausgehenden 19. Jahrhundert in Deutschland, insbesondere in der Region um Berlin. Die Freikörperkultur ist inzwischen international (als „Naturismus“) weit verbreitet, mit Verbänden und offiziellen FKK-Stränden in zahlreichen Ländern Europas, in Nordamerika und Australien. Die größte Verbreitung in der Bevölkerung findet FKK nach wie vor im deutschsprachigen Raum (in Deutschland, Österreich und der Schweiz) sowie in Skandinavien.

Allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Selbstverständnis der Anhänger einer nackten Lebensweise ist FKK- bzw. Naturismus folgendermaßen definiert:

Mitglieder der Young Naturists and Nudists America in Florida, einem zwischenzeitlich aufgelösten Verband entsprechend der deutschen fkk-jugend[6]

Sie [diese Lebensweise] kommt zum Ausdruck in der gemeinschaftlichen Nacktheit, verbunden mit Selbstachtung, sowie Respektierung der Andersdenkenden und der Umwelt. Gemeinschaftliche Nacktheit ist ein essentielles Kennzeichen des Naturismus, der die Naturelemente Sonne, Luft und Wasser völlig auswertet. Der Naturismus stellt das physische und psychische Gleichgewicht wieder her, indem er Erholung in einer natürlichen Umgebung bringt, durch Bewegung und Respekt für die Grundprinzipien von Gesundheits- und Ernährungslehre. Der Naturismus fördert viele Aktivitäten, die die Kreativität entwickeln. Völlige Nacktheit ist der geeignetste ‚Anzug‘, um eine Rückkehr zur Natur zu verwirklichen und ist mit Sicherheit der sichtbarste Aspekt des Naturismus, auch wenn sie nicht der einzige ist. Sie hat eine ausgleichende Wirkung auf Menschen, indem sie sie von Spannungen befreit, die durch Tabus und Provokationen der heutigen Gesellschaft verursacht sind, und den Weg zu einer einfacheren, gesunderen und menschlicheren Lebensweise zeigt.

– Definition der Internationale Naturisten Föderation (INF-FNI) vom Weltkongress Cap d’Agde, 1974

Hinter der Freikörperkulturbewegung steht eine Lebenseinstellung, nach welcher der nackte Körper kein Grund für Schamgefühle ist. Die im Sinne der FKK propagierte Nacktheit sollte nicht die Sexualität ansprechen. In diesem Sinne gehört die rein praktische Nacktheit, zum Beispiel unter der Dusche oder in der Sauna, nicht zur Freikörperkultur. Diese Nacktheit setzte auch früher schon keinen besonderen Gruppenkonsens voraus und erforderte deswegen keine reservierten Zonen, wie etwa abgetrennte Strände oder Vereinsgelände.[7]

Nudismus und Naturismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Playa Naturista“: Ausschilderung für den Naturisten-Strand in Chihuahua (Mexiko)

Außerhalb des deutschen Sprachraums werden die Begriffe Nudismus für Nacktkultur allgemein und Naturismus für den erweiterten Lebensstil verwendet. In vielen Ländern Europas hat man wohl durch die vielen deutschsprachigen Touristen für sie auch das Kürzel „FKK“ übernommen, ohne sich über die Inhalte im klaren zu sein. Diese Abkürzung im Zusammenhang mit Freikörperkultur oder Nacktbaden bürgerte sich in den deutschen Sprachgebrauch erst seit Ende der 1960er Jahre ein. Häufig wird im englischen Sprachraum die Bezeichnung „clothing optional“ (deutsch „Kleidung optional“) genutzt, um zu verdeutlichen, dass Nacktheit toleriert beziehungsweise explizit erlaubt ist. Im niederländischen umfasst der Begriff „naaktrecreatie“ ähnlich dem Naturismus alle Arten von Nacktsein im Sinne von Erholung.

Freikörperkultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nacktbaden ist eine der verbreiteten Erscheinungsformen der FKK, jedoch kein Beweis für eine Anhängerschaft; Brighton, 2017

Der Begriff Freikörperkultur umfasst im deutschsprachigen Raum heute verschiedene Ausprägungen. Viele Anhänger beschränken sich mit der Ausübung auf Vereine, Campingplätze oder extra gekennzeichnete Strände. Die Anhänger dieser Kultur heißen traditionell Naturisten, FKK-ler oder Nudisten (lat. nudus „nackt“). Der Naturismus ist ein Lebensstil, der viele Erscheinungsformen einschließt, z. B. Wandern, Radeln, Sport, Kanufahren in freier Natur, was gegenseitige Toleranz und Rücksichtnahme voraussetzt und mit ökologischem Engagement verbunden wird. In diesem Sinne steht der Naturismus in der Tradition der Lebensreform, auch wenn ihm deren asketische Tendenz (Verzicht auf Alkohol und Nikotin, Vegetarismus, Freiwirtschaft usw.) heute meist abgeht.

Seit der weitgehenden Enttabuisierung der öffentlichen Nacktheit – in der Bundesrepublik Deutschland in den 1970er und 1980er Jahren – wird auf einen besonderen Begriff für nackte Menschen zunehmend verzichtet. Während das Praktizieren der FKK noch in den 1950er Jahren streng auf Vereinsebene reglementiert war, etablierte sich Anfang der 1970er Jahre das freie („unorganisierte“) Nacktsein: Man war überall dort nackt, wo es nicht explizit verboten war und in vielen öffentlichen Schwimmbädern wurden Nacktbadezeiten eingeführt.

Die Bezeichnung Freikörperkultur ist erweitert aus Körperkultur, worunter Anfang des 20. Jahrhunderts die Hinwendung zum Körperlichen durch Sport, Wandern und andere Freizeitgestaltung in der Natur verstanden wurde. Dies galt als Gegenbewegung zu einem als „muffig“ empfundenen Bürgertum und einer beengten, städtischen Lebens- und Wohnsituation mit wenig Luft und Licht. Diese Bewegung mit bequemer und gesunder Kleidung vollzog dann zum Teil den Schritt zur Nacktheit und wählte den Zusatz frei- zum Hauptbegriff Körperkultur. Der Begriff Freikörperkultur trat dann zunehmend an die Stelle des zunächst bevorzugten Begriffs „Nacktkultur“, der auf starke Tabuschranken stieß. Der Ausdruck FKK hat als Synonym für nackt seit den 1970er Jahren auch sonst in viele Wortschöpfungen Eingang gefunden, zum Beispiel in FKK-Baden für Nacktbaden, FKK machen (oder … treiben) für Nacktsein generell.

Auch im 21. Jahrhundert werden in Deutschland öffentliche Badestellen, die zum Nacktbaden vorgesehen sind, meist als „FKK-Strand“ oder „FKK-Badestelle“ bezeichnet, obwohl viele dort badende Gäste keine besondere Kulturbewegung mit dem Baden ohne Bekleidung verbinden und aus unterschiedlichsten Gründen sich dort nackt erholen.

Verhältnis von FKK zur Sexualität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zum eigenen Selbstverständnis wird die Freikörperkultur und Nacktsein in der Öffentlichkeit in der Fremdwahrnehmung mitunter in die Nähe von Exhibitionismus und Voyeurismus gerückt. Dies findet seinen Ausdruck unter anderem darin, dass der – nicht geschützte – Begriff für kommerzielle Erotikangebote in Namensgebungen wie „FKK-Klub“ Verwendung findet. Insgesamt scheint es für Nicht-Nudisten ohne Erfahrungen und Kontakt zur Freikörperkultur oftmals schwer vorstellbar, Nacktheit außerhalb eines engen privaten Bereichs nicht automatisch mit Sexualität in Verbindung zu bringen.[8][3][5]

Es gibt Saunaclubs oder Bordelle, die sich zwar als FKK-Saunaclubs bezeichnen, sich jedoch nur hinter dem Begriff FKK verstecken. Hier wird eine Idee oder Ideologie missbraucht.

Annegret Staiger, Lehrbeauftragte für Anthropologie an der Clarkson University[9]

Diese Sichtweise gründet in der kulturell verankerten Annahme, dass die Nacktheit zwangsläufig sexuell ist. Die amerikanischen Psychologen Paul Bindrim und Leonard Blank waren mit die ersten, die sich mit der Beziehung zwischen sozialer Nacktheit und Sexualität befassten.[10][11] Sexuelle Erregung stellt somit eine gelernte Reaktion dar, die in der christlich-abendländischen Kultur mit Nacktheit in assoziiert wird. Im Gegensatz zur Mainstream-Kultur ist Nacktheit im Rahmen der Freikörperkultur jedoch nicht sexuell und stellt somit keinen sexuellen Reiz per se dar.[5][12]

Natürliche Nacktheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freikörperkultur betont traditionell eine hohe Verbundenheit mit der Natur.[1]

Dem eigenen Selbstverständnis nach ist die im Rahmen der Freikörperkultur praktizierte Nacktheit dem Prinzip nach nicht sexuell.[12] Diese Haltung findet sich sowohl implizit als auch explizit in den Satzungen verschiedener naturistischer Verbände und Vereine. So wird offenes sexuelles Verhalten auf dem Gelände von FKK-Vereinen, Schwimmbädern oder Campingplätzen oftmals untersagt, an frei zugänglichen FKK-Stränden ist dies in der Regel verpönt.[13]

Dieses Selbstverständnis ist historisch auf die Anfänge der FKK-Bewegung und deren Wurzeln in der Lebensreform des 19. Jahrhunderts zurück zu führen. Nacktheit, ebenso wie Veganismus, landwirtschaftliche Autarkie und Naturverbundenheit, ist hierbei als Rückbesinnung zur Natur und als Abkehr vom degenerierten, urbanen Leben der Industriegesellschaft zu verstehen.

Bei der naturalistischen Bewegung ging es nicht um die Sexualisierung des Körpers, sondern um Gesundheit und auch die Idee, die Menschen von der Scham zu befreien, sowie von sozialer Ungleichheit und den ungesunden Lebensbedingungen in übervölkerten Städten während der beginnenden Industrialisierung.

[9]

Gleichwohl stand die Bewegung in jener Zeit in klarem Widerspruch zu gesellschaftlichen Normen und Konventionen, deren Überwindung sie sich ja auch zum Ziel gemacht hatte. Eine Etablierung von Nacktheit als eindeutig asexuell, versehen mit Attributen wie Natürlichkeit, Reinheit und gegenseitigem Respekt diente einerseits der Selbstdefinition und Abgrenzung, nicht zuletzt aber auch der Vermeidung von Verfolgung und Verboten durch staatliche Behörden.[8][3][5]

Gemeinsames Nackt-Radfahren beim WNBR

Die Verfechter der vor dem Ersten Weltkrieg als Nacktkultur bezeichneten Freikörperkultur werten Nacktheit zur sittlichen und „natürlichen“ Lebensweise auf. Damit kehren sie die Vorwürfe der Anhänger des prüden Puritanismus, sichgegen Sittlichkeit und Moral zu versündigen, auf provokative Weise ins Offensive um. Nacktheit wird als Mittel der Befreiung von einer prüden Verklemmungen und Neurosen erzeugenden Zwangsmoral einer krankhaften Gesellschaft propagiert. Nacktkultur versteht sich als ein gesellschaftspolitisches und kulturreformerisches Konzept, das Gesellschaftsveränderung durch Lebensreform von der Basis der Subjekte aus anstrebt.

Prof. Ignatz Kerscher[14]

Exhibitionismus und Voyeurismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Exhibitionismus, zumindest im klinisch-pathologischen Sinne, besteht in der sexuellen Lust an den schockierten Reaktionen anderer Menschen. Jedoch ist weder mit solchen Handlungen noch mit solchen Reaktionen im Bereich des naturalistischen Lebens zu rechnen. Der Nudismus dringt jedoch zunehmend auch in die normale Öffentlichkeit vor, auch hier steht aber vielmehr die Lust am Nacktsein im Vordergrund, auch wenn die „Lust am Zeigen“ gerne unterstellt wird oder nicht generell auszuschließen ist.[5]

Voyeurismus, als Gegenstück zum Exhibitionismus, bezeichnet den Lustgewinn durch die Betrachtung sexueller Handlungen. Der Voyeur, auch gemeinhin als „Spanner“ bezeichnet, findet sexuelle Erregung, indem er anderen Menschen beispielsweise beim Sex zuschaut. Wie auch beim Exhibitionismus ist die Abgrenzung zu normalem Handeln und Empfinden nicht klar gegeben; so wird von den meisten gesunden Menschen beispielsweise der Konsum von Pornografie als voyeuristische Handlung lustvoll erlebt. Im Kontext der Freikörperkultur dient Nacktheit als solche jedoch gerade nicht als sexueller Reiz und zieht somit auch keine besondere Aufmerksamkeit auf sich. Viele Nudisten berichten von einer „Normalisierung“ der Nacktheit: diese wird selbstverständlich und allgegenwärtig, verliert somit ihre Aufmerksamkeitsfunktion und „tritt in den Hintergrund“.[3][15][5]

Im Verständnis der FKK-BefürworterInnen kam der Nacktheit eine lustsenkende Funktion zu, da der regelmäßige Anblick nackter Körper die Menschen an die Nacktheit gewöhne, wodurch der Sexualtrieb gemindert werde und das sexuelle Verlangen ein gesundes und natürliches Ausmaß annehme, was letztendlich zu einer Enterotisierung der Nacktheit führe. Vorwürfen der FKK-GegnerInnen, ihre Aktivitäten seien unmoralisch und unsittlich, da sie dem voyeuristischen Blick Tür und Tor öffnen, wurde entgegnet, dass nicht die Nacktheit an sich, sondern der oder diejenige, der/die beim Betrachten eines nackten Körpers sexuelle Erregung verspüre, unmoralisch und unsittlich sei.[16]

Wissenschaftliche Studien und persönliche Erfahrungsberichte stimmen überein, dass Nacktheit innerhalb der Freikörperkultur ihre sexuelle Bedeutung verliert.[5][17] Durch die gewohnheitsmäßige Konfrontation mit Nacktheit in alltäglichen Situationen, die eindeutig nicht sexuell sind, findet eine Entkontextualisierung von Nacktheit statt. Der Blick gewöhnt sich an nackte Körper beiderlei Geschlechts, die in unserem Kulturkreis sozialisierte Verbindung „Nacktheit → Sex“ löst sich auf. Somit entfallen die Motive für Exhibitionismus und Voyeurismus. Der Anblick von gegengeschlechtlicher Nacktheit behält zwar seinen ästhetischen Wert und eine gewisse Neugier in Bezug auf die Körper anderen Menschen bleibt bestehen. Der nackte Körper per se ist jedoch nicht mehr sexuell erregend, sobald die gesellschaftlich erlernten Schema wegfallen.[5]

Einfluss auf Körpergefühl und psychisches Wohlbefinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinschaftliche Nacktheit wird oft als befreiend empfunden und bedingt positive Akzeptanz für den eigenen Körper[1][18][19]

Kleidung dient, neben ihrer Schutzfunktion gegen Temperatur und Witterung hinaus, als psychische Barriere gegenüber Anderen wie auch als allgegenwärtiges Symbol von Status und sozialer Schicht. Eine „Ent-Kleidung“ außerhalb der privaten Schutzzonen (Badezimmer, Schlafzimmer) geht somit mit Schutzlosigkeit, einem „fremden-Blicken-ausgesetzt“ sein einher. Das Nacktsein vor fremden Personen in der Öffentlichkeit geht in unserer Kultur mit Scham und Peinlichkeit einher. Entsprechend werden ersten Erfahrungen mit der Freikörperkultur von Personen, die nicht bereits seit ihrer Kindheit damit vertraut sind, oft als unangenehm und befremdlich berichtet.[3][20][5] Mit zunehmender Gewöhnung stellt sich jedoch schnell ein positives Gefühl ein.[21] Dieses wird meist mit „Freiheit“, „Entgrenzung“, „Verbundenheit“ mit Umwelt und Mitmenschen beschrieben wird. Die gemeinschaftliche Nacktheit geht mit gegenseitigem Vertrauen, Respekt und einer Abwesenheit von Inszenierung einher.[5]

FKK steht für Selbstbewusstsein und den Ausbruch aus gesellschaftlichen Zwängen[9]

FKK steht für Selbstbewusstsein und den Ausbruch aus gesellschaftlichen Zwängen. Das ist wichtig und förderungswürdig.

Gregor Gysi - Präsident der Europäischen Linken[9]

Die Gefühle und Auswirkungen kollektiver, sozialer Nacktheit weisen Bezüge zu Formen der religiös-motivierten Nacktheit auf, wie beispielsweise den antiken Gymnosophisten oder auch heutzutage bei indischen Sadhus oder Digambara, deren Nacktheit neben Askese als Befreiung von weltlichen Zwängen verstanden wird. Hier zeigen sich Parallelen zum spirituellen Hintergrund des Naturismus.[15][5]

In wissenschaftlichen Studien zeigt sich, dass Menschen die regelmäßig FKK praktizieren, ein positiveres Körperbild und weniger Selbstzweifel in Bezug auf ihren Körper haben.[19][22] Dies ist unabhängig davon, in wieweit diese dem gängigen Körperideal entsprechen. Eine Sozialisierung im Rahmen der Freikörperkultur führt im späteren Leben zu einem selbstbewußteren und entspannterem Verhältnis zum Körper und einer geringeren Verzerrung durch medial vermittelte Schönheitsideale.[15][3][13][5]

Hierzulande sind die Zeiten, in denen Menschen sich beim Anblick nackter Sonnenanbeter empörten, lange vorbei. Vielleicht ist FKK die Sehnsucht der Menschen nach dem Paradies. Vielleicht ein wenig Revoluzzertum. Vielleicht ist es einfach schön und befreiend. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus all diesen Argumenten. [23]

FKK als Wirtschaftsfaktor: der „Natourismus“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während die Freikörperkultur in ihren Anfängen als alternative Lebensform in Abgrenzung zu Bürgertum und Establishment existierte, setzte im Laufe des 20. Jahrhunderts ebenso eine zunehmende touristische Kommerzialisierung ein. Diese Verbindung fand sich schon an den Anfängen der Bewegung am Motzener See:

FKK-Golfanlage

Für die Nackten von der Märchenwiese baute man um diese Zeit sogar eine eigene kleine Bahnstation, nun besaßen sie Europas einziges FKK-Gelände mit Gleisanschluss. Gewinnstreben siegte über die Bedenken der Sittenwächter, schließlich brachten die Naturisten viel Geld in die Dörfer. [24]

FKK-Anlage in Leucate, Frankreich

Inzwischen sind touristische Angebote für Naturisten wie FKK-Camping, FKK-Resorts und Ferienanlagen oder auch Spezialangebote wie FKK-Kreuzfahrten zu einem wirtschaftlich bedeutsamen Segment der Tourismusbranche geworden, für die sich auch das Kofferwort Natourismus etabliert hat.[25]

In Deutschland wird der Markt für Nackterholung auf etwa zehn Millionen Urlauber jährlich geschätzt. Führende Reiseziele in diesem Segment sind derzeit Frankreich und Kroatien. Allein in Frankreich gibt es über 100 naturistische Feriendörfer und Campingplätze. Deren jährlicher Umsatz erreicht einen dreistelligen Millionenbetrag.

Viele Urlaubsorte und Regionen versuchen sich durch entsprechende Angebote an Nacktstränden und Resorts hervorzuheben. In Deutschland sind Sylt, Mecklenburg-Vorpommern und die Ostseeküste beliebte Urlaubsregionen für Nackterholung. In Frankreich haben sich das Tal der Cèze, die Biskayaküste und Orte wie Montalivet-les-Bains, Leucate oder Cap d’Agde einen solchen Ruf erworben. Auch in den Niederlanden gibt es eine Vielzahl von Anlagen, Campingplätzen und Strandabschnitten für Naaktrecreatie.[26][27] Auf Mallorca wurde 2013 in S’Arenal de Sa Canova das erste FKK-Hotel der Insel eröffnet.[28]

Darüber hinaus werden Tourismusangebote speziell für Nudisten vermarktet. Das Angebot reicht von Campingplätzen[29], Golfplätzen[30] und Fitnesscentern[31] bis hin zu Segeltörns[32] und Safaritouren.[33] Auch auf einigen großen Kreuzfahrtschiffen wie der AIDAdiva befinden sich gesonderte FKK-Bereiche.[34] Der Kreuzfahrtveranstalter Carnival Cruise Lines stellt einmal jährlich das Schiff Carnival Freedom für eine einwöchige FKK-Kreuzfahrt in der Karibik zur Verfügung. Mit zirka 3000 Passagieren ist dies die weltweit größte Nudistenkreuzfahrt.[35] In Deutschland befindet sich mit der Kristalltherme Ludwigsfelde, südlich von Berlin, die größte FKK-Therme Europas.[36][37]

Regionale Unterschiede[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nudisten im Sunny Glades Resort in Chatham-Kent, Kanada

In vielen Kulturen der Welt wird Nacktheit in der Öffentlichkeit als anstößig betrachtet und ist – außer in bestimmten Zusammenhängen – verboten. Unter dieses Verbot kann bereits die Entblößung des Oberkörpers bei Frauen fallen. So sorgte ein Streit zwischen der deutschen Ostseegemeinde Ahlbeck sowie dem benachbarten polnischen Swinemünde für Aufsehen: Während in der DDR Nacktbaden verbreitet war und bis in die Gegenwart an ostdeutschen Stränden vielfach Textil- und Nacktbader gemischt auftreten, ist in Polen die Freikörperkultur kaum ausgeprägt. Nachdem im Zuge der EU-Osterweiterung die Grenzbarriere fiel, gerieten häufig polnische Badegäste unvorbereitet unter nackte Menschen, worauf die Polen empört reagierten. Dies führte bis hin zu politischen Verstimmungen zwischen den beiden Gemeinden.[38]

FKK auf der Krim

In der UdSSR konnte man wegen Nacktbaden verhaftet werden. Erst Glasnost und Perestroika Mitte der 1980er Jahre erleichterte den Naturisten in Russland nach ihrer Fasson zu leben. Von 1992 bis 1995 gab es einen Boom. Im Jahre 1995 wurde der erste Verein in Moskau offiziell anerkannt und damit legal. 2006 hatte er etwa 200 Mitglieder. Im Silberwäldchen (Серебряном Бору, ‚Serebrjany Bor‘) liegt der bekannteste FKK-Strand bei Moskau. Die Gesamtzahl der offiziellen und erlaubten Strände ist überschaubar. Insbesondere auf der Krim ist FKK inzwischen verbreitet[39]

In den Vereinigten Staaten gibt es in den südlichen Bundesstaaten zahlreiche Urlaubs-Privatgelände, wo das Nacktsein erlaubt oder sogar erforderlich ist. An der Pazifikküste sowie in Florida existieren einige FKK-Strände, außerhalb von diesen wird das Nacktsein an öffentlichen Badestränden nahezu überall rechtlich untersagt. Arnd Krüger hat die historische Entwicklung der FKK-Bewegungen in Deutschland und den USA verglichen und gezeigt, dass in Deutschland ein starker Nationalismus dahinter stand, während in den USA von Anfang an Vermarktungsinteressen dominierten.[40]

In Frankreich setzt sich die Aktivistengruppe Association pour la promotion du naturisme en liberté (APNEL) dafür ein, überall im öffentlichen Raum nackt sein zu können.

Kroatien gilt in der Mittelmeer-Region als das Land mit ausgeprägtesten FKK-Tradition, mit zahlreichen Stränden, Campingplätzen und Hotels für die Freikörperkultur. Seit 1953 ist FKK im damaligen Jugoslawien erlaubt und ist bis heute in der Adria-Region stark verbreitet.[41]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Historikerin Dagmar Herzog zufolge ist die Kultur öffentlicher Nacktheit in Deutschland stärker ausgeprägt als in anderen westlichen Ländern. So war Deutschland Vorreiter der FKK-Bewegung, andere Länder wie England, Belgien und auch die USA folgten später. Herzog zufolge ist das entspannte deutsche Verhältnis zur Nacktheit zurückführbar „auf den Aufstand der 68er gegen die Heuchelei der 1950er Jahre, ferner die Normalität des Nacktbadens in der DDR und der Fitness- und Wellnessboom der 1980er und 1990er Jahre.“[42]

FKK an der Ostsee (Bezirk Rostock), 1988

Nach der Wiedervereinigung wurde das Nacktbaden in den neuen Bundesländern zurückgedrängt. Besonders an den Ostseestränden kam es in den 1990er Jahren zu Konflikten um das Nacktbaden, in deren Folge einige Kommunen die FKK-Strände wieder verkleinerten. An einigen Binnenseen in Mecklenburg und anderen Regionen im Osten Deutschlands hat sich die ungezwungene Nacktheit trotzdem weitgehend erhalten. Auch an der Ostsee wurden die Gepflogenheiten zuletzt wieder etwas lockerer. Inzwischen ist es an vielen ehemals textilfreien Orten weitgehend akzeptiert, sowohl bekleidet als auch nackt zu sein. Ausnahme bilden ausgesprochene Textilstrände und von FKK-Vereinen betriebene Strandabschnitte und Seen.

Laut einer 2014 durchgeführten Studie ist Deutschland weltweit das Land mit der größten Akzeptanz fürs Nacktsein: rund ein Drittel aller Befragten gab an, schon einmal nackt in der Öffentlichkeit gewesen zu sein.[43][44][45]

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Österreich findet die Freikörperkultur eine große Verbreitung. Eine repräsentative Studie zur Verbreitung in verschiedenen Ländern Europas ergab, dass Österreicher europaweit die größte Bereitschaft zur Freikörperkultur zeigten (gefolgt von Deutschland und Frankreich).[46]

Die Erholungslandschaft in Donaunähe im Nordosten Wiens wurde bereits in den 1920er Jahren für das Nacktbaden genützt[16]. Nach dem Bau der Wiener Donauinsel hat die Wiener Landesregierung im Bereich des dort entstandenen Erholungsgebietes acht Kilometer Ufer- und Strandzone explizit für Nacktbaden gewidmet[47]. Einige kommunale Freibäder bieten Nacktbadebereiche an.

Weiters existieren in Wien im Nationalpark Lobau öffentliche, wenngleich nicht behördlich definierte, Nacktbadeplätze, u. a. bei der Dechantlacke.

Rechtliche Aspekte öffentlicher Nacktheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bay to Breakers-Straßenlauf in San Francisco, 2008

Außer in Dänemark, Schweden und Norwegen gibt es keinen Staat, der Textilfreiheit überall an Küste und Strand duldet, es sei denn, die Areale sind als Nacktbadestrände offiziell gekennzeichnet.[48][49]

Öffentlicher Nacktheit wird von Behördenseite mancherorts durch Verbote begegnet. So erließ die Stadt Brattleboro in den Vereinigten Staaten im Jahr 2007 ein Verbot öffentlicher Nacktheit, nachdem Jugendliche immer öfter nackt in der Stadt auftauchten.[50][51]

In der Schweiz hat im stark katholisch geprägten Kanton Appenzell Innerrhoden die Landsgemeinde (das wahlberechtigte Stimmvolk als höchstes politisches Organ) vom 26. April 2009 Artikel 15 des kantonalen Übertretungsstrafrechts dahingehend ergänzt, dass fortan ein „öffentlich anstössiges, Sitte oder Anstand verletzendes Verhalten“ als Offizialdelikt bestraft wird. Obwohl nicht ausdrücklich genannt, wurde diese Bestimmung hauptsächlich mit Blick auf das Nacktwandern aufgenommen. Es handelt sich dabei nicht um eine Neu-Einführung eines Verbots, sondern um eine ununterbrochene und ansonsten kaum beachtete Praxis in mehreren Kantonen.[52] Das Bundesgericht in Lausanne hat am 17. November 2011 diese Bestimmung als zulässig und auf das Nacktwandern anwendbar erklärt[53] (vgl. dazu auch den Abschnitt „Wandern“ im Artikel „Nacktsport“).

Przystanek Woodstock-Festival in Polen, 2014

In Polen wird öffentliche Nacktheit, teilweise auch an den öffentlichen Stränden, von Amts wegen verfolgt, wenn sie von Amtsträgern vor Ort oder über Videoüberwachungssysteme[54] bzw. ortsfeste Geschwindigkeitsmessanlagen[55] festgestellt wird, ohne dass es Geschädigte (belästigte Personen) gibt. Nach dem polnischen Vergehensgesetzbuch (kodeks wykroczeń) kann sie als Ungehörigkeitsvergehen mit Arrest, einer Geldbuße von bis zu 1500 PLN (ca. 350 €) geahndet werden.[56] Bei Frauen wird bereits „oben ohne“ als Ungehörigkeit bestraft.

Eine in Freiburg im Breisgau ansässige Bürgerinitiative und ähnliche Initiativen in Großbritannien traten für die Anerkennung der öffentlichen Nacktheit als Bürgerrecht ein.[57] Das galt für die Jahre 1999 bis 2005, während ab 2007 keine derartige Aktivität mehr auffindbar ist.

In Italien ist öffentliche Nacktheit verboten und wird mit sehr hohen Geldbußen geahndet[58], wobei einige wenige Regionen Naturismus-Gesetze zur Förderung des Tourismus umgesetzt haben, so z. B. Emilia-Romagna[59], Abruzzen[60] und Veneto[61]. So existieren nur dort einige wenige bewilligte FKK-Strände, auf denen Nacktheit ohne Strafe erlaubt ist. Auf allen anderen öffentlichen Stränden in Italien sowie auch auf normalerweise geduldeten FKK-Stränden können Ordnungshüter empfindliche Strafen aussprechen[62].

Die bis dahin allgemein geltende Tolerierung des Nackbadens in Spanien wurde 2009 in einem Urteil des obersten Gerichtes eingeschränkt. Hintergrund war ein FKK-Verbot der Gemeinde Castell-Platja d’Aro, welches von Nudistenverbände angefochten wurde. Diese klagten mit der Forderung, „Nacktbaden sei ein Grundrecht“ vor Gericht gegen die Einschränkung. Auswirkungen zeigte das Urteil primär in der Region Costa Brava.[63]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisches FKK-Verbotsschild am Strand von Warnemünde (August 1953)

In vielen Kommunen werden Strand-, Fluss- oder Parkbereiche ausgewiesen, in denen das Nacktbaden und -sonnen ausdrücklich zugelassen ist.[64] Auch außerhalb dieser offiziellen FKK-Strände ist Nacktbaden an frei zugänglichen Badestätten oftmals ohne Einschränkungen möglich.

Während Nacktheit am Strand und Badesee weitgehend geduldet ist und keine rechtlichen Konsequenzen nach sich zieht, ist Nacktheit außerhalb dieser Örtlichkeiten – nicht jedoch in der eigenen Wohnung und auf dem eigenen Grundstück – bisher mitunter sanktioniert worden.[65] In Deutschland ist öffentliche Nacktheit (ohne sexuellen Bezug) strafrechtlich nicht verboten, wird jedoch gelegentlich wegen Belästigung der Allgemeinheit nach § 118 OWiG als Ordnungswidrigkeit mitunter mit Bußgeld belegt.[66] In der Praxis wird meist ein Platzverweis ausgesprochen, eine Verfolgung als Ordnungswidrigkeit geschieht dagegen nur selten.[67] Nudistische Veranstaltungen werden mitunter nicht genehmigt. So wurde 2005 beispielsweise eine „Nacktradel-Aktion“ durch das Verwaltungsgericht Karlsruhe untersagt. Als Begründung des Gerichts hieß es, dass die Pläne der allgemein anerkannten Regeln der ungeschriebenen Gesellschaftsordnung widersprechen, sich auf öffentlichen Straßen nicht nackt zu zeigen (Urteil vom 7. Juni 2005; AZ: 6 K 1058/05).[67]

In der eigenen Wohnung und auf dem eigenen Grundstück ist beliebige Kleidung und damit auch die Nacktheit durch die Unverletzlichkeit der Wohnung (Art. 13 GG) geschützt, unabhängig von eventueller Einsehbarkeit.[68]

Ablehnung von FKK, Verfolgung und Widerstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den Anfängen der Freikörperkultur sah sich diese Anfeindungen ausgesetzt und musste sich gegen behördliche Repressalien zur Wehr setzen. Diese Ablehnung erfolgte in der Regel aus moralischen Erwägungen und ging mit der Unterstellung der Unsittlichkeit öffentlicher Nacktheit einher. Darüber hinaus gingen mitunter politische Motive einher, da die FKK-Bewegung traditionell politisch links ausgerichtet war und der sozialischen Arbeiterbewegung nahe stand.

Beispielhaft dafür ist der Verfolgung der Freikörperkultur ab 1933 im austrofaschistischen Ständestaat (Österreich). So hatte sich ab den 1920er Jahren FKK in der Lobau fest etabliert und erfreute sich großer Beliebtheit in der jungen Bevölkerung Wiens. Mit der faschistischen Machtübernahme unter Engelbert Dollfuß endete die Toleranz und die „Nackerten“ wurden zunehmender Verfolgung ausgesetzt. Die Polizeibehörden wurden dazu angehalten, verstärkt auf die „korrekte Bedeckung“ des Körpers zu achten und gegen jegliche „unnötige Nacktheit“ vorzugehen.

Einige der Polizeibeamten überprüften selbst Personen in vorschriftsmäßiger Badebekleidung: Sie ließen die Verdächtigen ihre Badebekleidung herunterziehen und überprüften die darunterliegende Haut darauf, ob sie heller als die restliche Körperbräune oder nahtlos braun war. Die Strafe für nahtlose Bräune waren Stockhiebe.[16]

Nach dem Zweiten Weltkrieg entspannte sich diese Sitation wieder und FKK konnte in Österreich wieder ausgeübt werden.

Das Recht auf öffentliche Nacktheit wird zunehmend eingefordert:[2] Nackt auf den Straßen von Portland (mit Guy-Fawkes-Masken)

In der DDR wurden nach ab den 1950er Jahren in verschiedenen Regionen der Ostsee Konflikte zwischen nackten und bekleideten Badegästen ausgetragen, der sogenannte „Höschen-Krieg“. Dabei kam es zu Beleidigungen und tätlichen Übergriffen von beiden Seiten. Es kam zum Einschreiten der Polizei, in einigen Verwaltungsbezirken wurden FKK-Verbote verhängt. Dies führte zum Widerstand von Seiten der FKK-Bewegung. Teilweise wurden bekleidete Personen, die dem FKK-Bereich zu nahe kamen „zwangsentkleidet“ und an Bäume gebunden. Der Kultusminister der DDR, Johannes R. Becher forderte Erlasse dagegen, dass „gewisse Leute ihre deformierten Körper zur Schau stellen“ würden. Aus dieser Zeit stammt auch die später bekanntgewordene Anekdote, wonach Johannes R. Becher eine nacktbadende Frau mit den Worten: „Schämen Sie sich nicht, Sie alte Sau?“ anschrie. Es handelte sich dabei um die Schriftstellerin Anna Seghers, welche er nicht erkannt hatte. Als Becher ihr wenige Wochen später den Nationalpreis erster Klasse mit den Worten „Meine liebe Anna“ überreichte, erwiderte Seghers für alle deutlich hörbar: „Für dich immer noch die alte Sau.‘“[69] Die FKK-Kultur der DDR ging siegreich aus diesem Konflikt hervor, ab den 1960er Jahren wurde FKK in der DDR zur Massenbewegung und so verbreitet wie sonst nirgendwo auf der Welt.[70]

Öffentlicher Protest gegen ein FKK-Verbot vor der City Hall (San Francisco), 2013

Obgleich heute in den meisten westlichen Ländern FKK-Strände und Einrichtungen existieren und sie überwiegend toleriert sind, kommt es nach wie vor auch in Europa zu Übergriffen und Anfeindungen. So kam es 2016 im FKK-Bereich des Strandbades von Xanten zu Beleidigungen und Beschimpfungen von Badegästen, vermutlich vor einem politisch-religiösen Hintergrund.[71] Polizei und Staatsschutz nahmen daraufhin Ermittlungen auf.[72] In der Nähe von Porto-Vecchio auf Korsika kam 2017 es an einem Strand zu einem Schusswaffengebrauch durch einen lokalen Geschäftsinhaber. Er stand der dortigen Nackterholung ablehnend gegenüber und forderte die Nackten auf, sich zu bekleiden. Als diese sich weigerten kam es zum Streit, worauf der Geschäftsmann einer flüchtenden Frau ins Bein schoss.[73] In der Nähe von Hamburg überfuhr 2018 ein Landwirt einen nackten Mann mit seinem Geländewagen,[74]. Laut seiner Aussage habe er den Badegast übersehen; es gab jedoch im Vorfeld bereits Konflikte zwischen dem Landwirt und Nudisten. Der Bauer wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt.[75]

In neuester Zeit gibt es seitens Gruppen von FKK-Aktivisten, sogenannten Nacktivisten, Bestrebungen, möglichst in jeder Lebenslage nacktiv zu sein und die Zulässigkeit des Nacktseins auch auf den gesamten öffentlichen Raum auszudehnen. Dabei wird gefordert, dass auch außerhalb begrenzter FKK-Bereiche beispielsweise im städtischen Raum, Nacktheit gestattet sein sollte. Dabei wird nicht öffentliche Nacktheit als Problem gesehen, sondern die öffentliche Einstellung gegenüber der Nacktheit:

Nur sehr wenige stören sich an uns – und die, die es tun, müssen eher was an ihrer Einstellung ändern. [65]

In den USA gibt es an der Westküste in Städten wie Portland, Seattle und San Francisco eine ausgeprägte Naturisten-/Nudisten-Tradition, die jedoch immer wieder von Polizei und Verwaltungsbehörden in Frage gestellt wird. In San Francisco, einer traditionell sehr liberalen Stadt, sprach sich die Stadtvertretung im November 2012 für ein Verbot öffentlicher Nacktheit innerhalb der Stadt aus. Diese Entscheidung zog Proteste und Demonstrationen von Bürgern nach sich.[76]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bei weitem umfangreichste Sammlung zur historischen und aktuellen Situation der Freikörperkultur, die „Internationale FKK-Bibliothek“ (ehemals Sammlung Damm – Baunatal), befindet sich im Niedersächsischen Institut für Sportgeschichte in Hannover.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religiös begründeter Nudistenprotest von Duchoborzen-Extremisten (Sons of Freedom) in Langham (Saskatchewan, Kanada; kurz nach 1900)

In Badehäusern wurde auch im Mittelalter meist nackt gebadet, wenn auch gelegentlich moralische oder (im Hinblick auf Krankheitsübertragung) medizinische Bedenken dazu geäußert wurden.[77] In weiten Teilen Mitteleuropas badeten die Menschen bis ins 18. Jahrhundert hinein in Flüssen und Seen nackt, wenn auch oft nach Geschlechtern getrennt. Erst im späten 18. Jahrhundert begann hier die wirksame Tabuisierung der öffentlichen Nacktheit, die im dünner besiedelten Skandinavien nie durchgesetzt wurde. Parallel dazu propagierte und praktizierte Lord Monboddo (1714–1779) bereits im 18. Jahrhundert das Nacktbaden als Wiedererwachen der altgriechischen Nacktkultur. Es fand literarische Erwähnung in Georg Christoph Lichtenbergs (1742–1799) Buch Das Luftbad.

Von 1898 bis 1920: Nacktkultur in Lebensreform- und Jugendbewegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1898 entstand in Essen der erste FKK-Verein. Um 1900 kam das Nacktbaden im Raum Berlin und an Nord- und Ostsee immer mehr auf. Wenige Jahre zuvor war vielerorts ein gemeinsames Baden in der Öffentlichkeit – selbst in zeitgemäß umfänglicher Badebekleidung – offiziell verboten worden oder galt als unmoralisch. Ebenfalls um 1900 begann die naturistische Bewegung in Frankreich.

Der erste offizielle FKK -Verein Deutschlands wurde 1898 im Ruhrgebiet gegründet, obwohl das Zentrum des Nacktbadens immer schon eher an der Küste und um das liberale, experimentierfreudige Berlin herum lag. [78]

Studenten beim Nacktbaden, Aufnahme von Thomas Eakins, 1883

Noch lange Zeit nach der politischen Liberalisierung versuchten konservative Kreise das besonders unter urbanen Intellektuellen zunehmend populäre Nacktbaden als Sittenverfall zu bekämpfen. Als Gegenbewegung dazu formierten sich vor allem in Preußen, das traditionell toleranter war als andere Länder des Deutschen Reiches, lebensreformerische und naturistische Nacktkultur (FKK)-Vereinigungen, von denen es bereits 1913 über 50 gab. Der hohe ideologische Anspruch dieser Vereine zeigt sich in Namen wie zum Beispiel „Die neue Zeit“ oder „Bund freier Menschen“. Eine große Zahl der Naturisten jender Zeit kam aus der Wandervogel- beziehungsweise der Jugendbewegung.[79]

Ackerbau auf dem Monte Verita, 1907

Die frühen Protagonisten der FKK hatten unterschiedliche politische Ausrichtungen. Man wollte – pointiert formuliert – mit der Nacktheit entweder die Gleichheit aller Menschen erreichen oder aber die Rückkehr zu den abgehärteten, nackten Germanen, von denen der römische Schriftsteller Tacitus in seiner Germania berichtet. Wirklich ideologiefreie FKK-Vereine, die das Nacktsein einfach als die angenehmere und intensivere Art des Naturerlebnisses betrachtet hätten, gab es zu dieser Zeit kaum.

Bekannte Persönlichkeiten, die zu jener Zeit als „FKK-Pioniere“ zur Entstehung und Verbreitung des Naturismus beitrugen, sind unter anderen:

  • Karl Wilhelm Diefenbach (1851–1913), Maler und FKK-Vorkämpfer
  • August Engelhardt (1875–1919), Aussteiger und Naturprediger, gründete in Neuguinea einen nudistischen „Sonnenorden“
  • Fidus (1868–1948), Maler des „Lichtgebets“ (1905), das der Bewegung ein Zeichen gab
  • Adolf Koch (1896–1970), Arzt und Sozialist
  • Heinrich Pudor (1865–1943), Früher Propagandist der Nacktkultur, völkisch-nationaler Publizist
  • Arnold Rikli (1823–1906), Schweizer Naturheiler, neuzeitlicher Begründer des Naturismus
  • Herbert Rittlinger (1909–1978), Weltreisender und Schriftsteller, der u. a. in seinen Büchern die Verbindung von FKK und Kanusport schildert
  • Hans Surén (1885–1972), Autor von FKK-Schriften, wegen seiner Nähe zur NS-Ideologie umstritten
  • Richard Ungewitter (1869–1958), Antisemit, Buchautor und erster Organisator der FKK-Bewegung
  • Karl Vanselow (1877–1959), Herausgeber von Zeitschriften zur FKK-Bewegung
Nacktbaden (Foto von Frank Eugene, 1908)

Die Anhänger der FKK hatten zumeist einen evangelischen Hintergrund[80] und bezogen in die FKK auch verschiedene Ernährungslehren wie Rohkost oder Vegetarismus wie unterschiedliche esoterische Lehren wie die Mazdaznanlehre und die Neugeist-Bewegung mit ein. Es sind eher linke wie auch dezidiert antisemitisch bzw. völkisch ausgerichtete Varianten bekannt, so letzteres bei der Runengymnastik in enger Beziehung zur Ariosophie. Die anfängliche starke politische Pluralisierung trug dabei auch zur breiten Verbreitung sowie zur heutigen Anerkennung als ideologiefreie Nackterholung bei.[81]

Von 1920 bis 1945: „Schwedisches Baden“ im Motzener See[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1920er Jahren fand die Freikörperkultur zunehmende Verbreitung. Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, in Deutschland als Zeit der Weimarer Republik assoziiert, war durch eine zunehmende Liberalisierung gekennzeichnet. Mit dem Untergang des Kaiserreiches kam es zu einer Auflockerung bürgerlicher Normen und Moralität. Die sogenannten goldenen Zwanziger Jahre zeichneten sich durch Hedonismus und soziale Unkonventionalität aus. Insbesondere in Berlin und dem Berliner Umland wurde das Nacktbaden – damals auch als „schwedisches Baden“ bezeichnet[82] – unter jungen Leuten immer beliebter.

Der Motzener See südlich von Berlin wurde zur „nassen Wiege der deutschen FKK-Kultur“.[24] Insbesondere junge Leute aus Berlin fuhren an den Wochenenden in die Gegend nördlich von Motzen, wo sich die „Märchenwiese“ als Zentrum der Freikörperkultur herausbildete. Der Motzener See, den die Bahn etwa auf halbem Wege von Mittenwalde nach Töpchin tangiert, wurde in dieser Zeit über mehrere Ausflugshaltepunkte in unmittelbarer Nähe zu den Badestellen erschlossen. Dies brachte ihr auch zu dieser Zeit den Beinamen Motzenersee-Bahn ein. Die nördlichste dieser Badestellen erhielt den klangvollen Namen „Märchenwiese“.

Jedes Mal, wenn ihre Märchenwiese am Nordzipfel des Motzener Sees in Sicht kam, hielt er den fauchenden, bimmelnden Zug kurz an. Dann sprangen die jungen Leute ab ins Land der Sommerfrische. Sie entledigten sich ihrer Kleider, rannten wie Adam und Eva über den Sand ins glasklare Wasser – und brachten mit ihrem Elan die Freikörperbewegung in den frühen 20er Jahren in Schwung. [24]

In den ersten Jahren war der Halt nicht offiziell und der Zug hielt nur auf Nachfrage der Naturisten. Erst 1931 wurde der gleichnamige Haltepunkt angelegt, die Märchenwiese war somit später auch die erste FKK-Badestelle mit Gleisanschluss.[83] Die FKK-Bewegung rund um den Motzener See war ebenfalls stark von Ideen der Arbeiterbildung, Sexualaufklärung, Ernährung, Gymnastik und der neuen Körperästhetik inspiriert.[84]

Sie kamen aus der Wandervogel-Bewegung und aus Sportlerbünden »ohne Geschlechtertrennung«; sie agitierten in Motzen mit Berlins Sexualpädagogen Dr. Magnus Hirschfeld gegen den §218 und bauten ihre Kolonien mächtig aus. [24]

Nackt am Strand: Aufnahme von Bruno Schultz, 1938

Zunehmend bildeten sich auch FKK-Vereine. Nachdem 1920 in Deutschland der erste offizielle Nacktbade-Strand auf Sylt entstanden war, schlossen sich die meisten FKK-Vereine 1923 zur „Arbeitsgemeinschaft der Bünde deutscher Lichtkämpfer“ (ab 1926 Reichsverband für Freikörperkultur) zusammen. Die sozialistischen Gruppen vereinigten sich separat unter dem Namen „Freie Menschen. Bund für sozialistische Lebensgestaltung und Freikörperkultur“ mit (1932) ca. 70.000 Mitgliedern. In Frankfurt am Main trafen sich 1930 Vertreter aus England, den Niederlanden, Frankreich, Österreich, der Schweiz, Ungarn, Italien und Deutschland und gründeten später eine „Europäische Union für Freikörperkultur“. Generell machte der Naturismus in den 1930er Jahren weitere Fortschritte: Es entstand das „Lichtschulheim Lüneburger Land“ (LLL) in Glüsingen (Lüneburger Heide). Die erste Dissertation über die FKK-Bewegung wurde geschrieben, am 5. Mai 1931 in Leipzig das erste öffentliche FKK-Schwimmfest durchgeführt. Doch wurde das Nacktbaden außerhalb geschlossener Vereinsgelände ab 1931 wieder generell verboten, die FKK-Vereine wurden ab 1933 entweder aufgelöst oder als Sportverbände in nationalsozialistische Organisationen, wie dem Bund für Leibeszucht, integriert. Am Ende der Weimarer Republik hatten die FKK-Vereine ca. 100.000 Mitglieder.[85]

Die anfangs rein deutsche Freikörperkultur breitete sich in andere Länder aus. So entstanden auch in Großbritannien[79] und Australien[8] erste FKK-Gemeinschaften, die später zu Vereinen wurden.

Am 3. März 1933 erließ das preußische Innenministerium einen Runderlass zur „Bekämpfung der Nacktkulturbewegung“, der Reichsverband unterstützte diesen sogar und nannte sich schließlich in „Kampfring für völkische Freikörperkultur“ um. Doch im völkischen Offizier Hans Surén beim Reichsarbeitsdienst, dem Reichsbauernführer Walter Darré und am Ende stark in der SS fand die FKK wieder neue Unterstützer. Anfang August 1939 fanden in Thielle (heutige Gemeinde La Tène, Schweiz) die 1. Naturistischen „Olympischen Spiele“ statt. Im Deutschen Reich wurde das Verbot des Nacktbadens per Reichsverordnung vom 10. Juli 1942 gelockert, wenn es keiner sehen musste (gültig in der BRD bis in die 1960er Jahre, in der DDR bis 1990). Es gab in der Zeit des Nationalsozialismus auch eine „rassistische Nacktkultur“, deren bekanntester Vertreter Hans Surén war und die die nationalsozialistischen Körperideale verherrlichte.[86] 1940 erschienen die ersten Farbbildbände mit Darstellungen martialischer Nacktheit wie vom Bildhauer Arno Breker.[87]

Entwicklung nach 1945 bis zur Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FKK in der DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nacktbaden am Senftenberger See (1983)

In der DDR war das Nacktbaden an offenen Badeseen und Gewässern (beispielsweise der Ostsee) seit den 1970er Jahren altersunabhängig weit verbreitet. An Gewässern, an denen das Baden offiziell gar nicht erlaubt war (Kiesgruben u. ä.), wurde vielfach nackt gebadet, an offiziellen Badeseen gab es häufig FKK-Bereiche. An der Ostsee gab es in den meisten Badeorten Strandabschnitte, die für FKK ausgewiesen waren. Häufig lagen diese links und rechts des textilen Abschnitts an der jeweiligen Hauptpromenade. Generell herrschte in der DDR, zumindest ab den 1970er Jahren, eine weitaus größere Toleranz gegenüber öffentlicher Nacktheit als in der Bundesrepublik.[44]

FKK-Strand an der Bugsine zwischen Golzow und Joachimsthal (1983)

Der Beginn des Naturismus in der DDR lag in den frühen 1950er Jahren in Ahrenshoop. In dem Badeort an der Ostsee entstanden Bereiche, in denen Künstler und Intellektuelle erstmals das Nacktbaden einführten. Die Region war ein Badeort der gesellschaftlichen Avantgarde der DDR, ein Urlaubsort für zahlreiche Schriftsteller, Schauspieler und Politiker. Es kam in den folgenden Jahren zu Konflikten zwischen bekleideten und unbekleideten Badegästen, bis die Gemeindeverwaltung Ahrenshoop im Mai 1954 das Nacktbaden verbot.

Nacktbereich des Strandbads Müggelsee in Ostberlin (1989)

Mit dem Verbot des Nacktbadens regte sich bald Unmut innerhalb der FKK-Anhängerschaft, die auf eine erneute Legalisierung des Nacktbadens drängten. Unter anderem setzten sich Rudolf Bernstein, Chef des Progress Film-Verleihs, sowie Werner Otto, Dramaturg an der Komischen Oper Berlin, für das Nacktbaden ein. Das Nacktbaden wurde daraufhin in Ahrenshoop wieder erlaubt, blieb jedoch auf diese Region beschränkt. In anderen Teilen des Landes ging die Staatsführung weiterhin gegen Nacktbader vor. Zum Teil kam es zu eskalierenden Konflikten, wobei (vermeintlich) feindselige, bekleidete Badegäste zwangsentkleidet oder an Bäume gefesselt und beschimpft wurden. Auch kam es zu wilden und ausschreitenden Strandfesten, die sich zunehmend verbreiteten. Als Der Spiegel im September 1954 über die ostdeutsche Nudistenszene und die Konflikte berichtete,[88] sah die Staatsführung ihren internationalen Ruf gefährdet und verhängte ein vollständiges Nacktbadeverbot an der gesamten Ostseeküste. Auf diesen Entscheid regte sich nunmehr noch größerer Widerstand, zahlreiche Eingaben, Forderungsschreiben an politische Führung der DDR, die binnen Monatsfrist zu beantworten waren und ähnlich wie das Petitionsrecht fungierten, Protestbriefe und öffentliche Aufrufe folgten, bis die DDR-Führung das Verbot 1956 wieder zurücknahm. Es folgte die „Anordnung zur Regelung des Freibadwesens“, wonach „ein Baden ohne Schwimmbekleidung an Orten, zu denen jedermann Zutritt hat, dann gestattet sei, wenn diese Orte als ausdrücklich dafür von den zuständigen örtlichen Räten freigegeben und entsprechend gekennzeichnet sind.“

Das öffentliche Nacktbaden hatte nun in dafür ausgewiesenen Zonen volle Legalität und entwickelte sich spätestens mit der zunehmenden Liberalisierung der Gesellschaft ab den 1970er Jahren zur Massenbewegung.[70]

Die starke Verbreitung der FKK in der DDR wird bisweilen auch darauf zurückgeführt, dass sie auch ein Ausdrucksmittel für politischen Protest war. Mit der Wiedervereinigung ist diese Motivation für das Nacktsein entfallen. Gleichwohl ist dort die Anzahl der FKK-Bademöglichkeiten und Campingplätze für jedermann signifikant groß geblieben.

FKK in der Bundesrepublik Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein auf die Westzonen beschränkter Deutscher Verband für Freikörperkultur gründete sich bereits 1949 wieder. In der frühen Bundesrepublik gab es Probleme mit dem Jugendschutzgesetz, weil die Zeitschriften der FKK-Bewegung 1953 als jugendgefährdend eingestuft wurden. Ebenso 1953 wurde in Hannover unter dem Einfluss der Jugendbewegung die fkk-jugend gegründet. Ihr ursprünglicher, vollständiger Name „fkk-jugend – Bund der Lichtscharen“ zeigt die fortdauernde ideologische Orientierung von Teilen der deutschen FKK-Bewegung in den 1950er Jahren. Nachdem um 1950 die ersten FKK-Urlaubsanlagen entstanden (1949/50 Centre-Hélio-Marin in Montalivet-les-Bains, Südfrankreich) nahm die allgemeine Tabuisierung des Nacktseins ab. Gleichzeitig wurde die Nacktkultur noch 1955 als "Symptom ... einer erkrankten Zivilisation" bezeichnet.[89]

Peace-Symbol am Strand, 1970

Ab Mitte der 1960er Jahre kam es zu einem starken Aufschwung des Naturismus, die Mitgliederzahlen der Vereine nahmen sprunghaft zu. Besondere Popularität erlangte durch Berichterstattung in den Medien der Nacktbadestrand bei Kampen auf Sylt. Nackt-Badestrände und -Urlaubsanlagen in Jugoslawien (heute Kroatien), Frankreich und an der Ostseeküste wurden zu beliebten Urlaubszielen und im Reisebüro buchbar.[90] Der Aufschwung der „Freiheit zum Nacktsein“ ging zeitlich mit der gesellschaftlichen Liberalisierung der 68er-Bewegung einher. Ende der 1960er Jahre wurde die Nacktheit ein selbstverständliches Ausdrucksmittel etwa des Theaters und der Aktionskunst. Auch diese kulturelle Entwicklung spiegelt die zunehmende Besinnung der Menschen auf ihre Freiheitsrechte und die Ablehnung der von Staat oder Kirchen gesetzten Normen. Ein wenig wirkte auch das Vorbild der Badestrände Jugoslawiens und der DDR, deren Freizügigkeit durch Besuche allgemein bekannt war.

Nambassa-Festival, 1981

Ab dem Jahr 1979/80 sorgten die „Nackerten“ vom Englischen Garten in München für Aufsehen. Immer öfter nutzten in den Sommermonaten Münchner aller Altersgruppen den zentral gelegenen Ort, um nackt zu sonnen oder im Eisbach zu schwimmen. Nach kurzen und eher halbherzigen Versuchen der Münchner Stadtverwaltung und Polizei, den spontanen Naturismus zu unterbinden, wurde das Nacktsein in zwei recht großen Bereichen des Englischen Gartens offiziell erlaubt. Der Englische Garten wurde damit zum weltweit ersten frei zugänglichen (und auch nicht durch Sichtschutz abgegrenzten) innerstädtischen Nackterholungsgebiet. Es folgten ähnliche Bereiche an Berliner Seen (Badewiese Halensee) und eine starke Zunahme inoffizieller, aber geduldeter Nacktbademöglichkeiten an Seen, Stränden und Flüssen. Auch die spontane Nacktheit etwa auf Rockkonzerten und Festivals (Roskilde, Burning Man, Nambassa u. a.) nahm zu. Mehrere Reiseanbieter gingen dazu über, ihre Nackt-Urlaubs-Angebote nicht mehr separat zu präsentieren, sondern sie in ihre allgemeinen Kataloge zu integrieren; ähnlich verfuhren die Verleger von Campingführern.

Parallel mit dieser weitgehenden Enttabuisierung wurde es für FKK-Vereine immer schwieriger, Mitglieder zu werben. Die Möglichkeit zur gemeinschaftlichen Nacktheit reichte als einziger oder auch nur primärer Vereinszweck immer weniger aus. Die Zahl der FKK-Vereinsmitglieder sank von etwa 150.000 Anfang der siebziger Jahre auf etwa 60.000 Ende der Neunziger.[91]

Formen und Verbreitung in der Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FKK-Campingplatz: über Bekleidung oder Nacktheit kann jeder nach Witterung entscheiden

An FKK-Stränden, Badestellen und Liegewiesen sowie auf einigen Festivals und Veranstaltungen ist die Bekleidung freiwillig, es sind unbekleidete und bekleidete Personen gleichermaßen erwünscht. In FKK-Vereinen und auch auf einigen FKK-Campingplätzen und Ferienanlagen wird vollständige Nacktheit mitunter auch erwartet, sofern das Wetter es zulässt.

Diese Regel wird unterschiedlich rigoros angewendet und ist manchmal eine Quelle der Kontroverse unter einigen Naturisten. Das Personal einer FKK-Einrichtung muss in der Regel aufgrund von Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften gekleidet sein.

Nacktbaden am FKK-Strand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wohl häufigste Form des FKK ist das Nacktbaden bzw. Sonnenbaden am Strand. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen offiziellen, von der Gemeindeverwaltung oder der lokalen Behörde als FKK-Strand freigegebenen Stränden und dem Nacktbaden außerhalb von diesen.

FKK-Strände sind in der Regel frei zugänglich; das Baden mit Badebekleidung wird in der Regel geduldet. Bei Stränden, die zugangsbeschränkt sind bzw. von Vereinen verwaltet werden, ist Badebekleidung oftmals jedoch unerwünscht. Das Nacktbaden außerhalb von offiziellen FKK-Stränden ist im deutschsprachigen Raum weitestgehend toleriert, ist in vielen anderen Ländern jedoch per Gesetz verboten.

FKK im Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FKK-Vereinsglände Bare Oaks in der Greater Toronto Area, Kanada

FKK-Vereine haben in der Regel ein Vereinsgelände, oftmals an Badeseen gelegen. Es sind gemeinschaftlich genutzte Sportanlagen, Liegewiesen und Räume für Veranstaltungen vorhanden. Mitunter können Mitglieder auf dem Gelände Ferienhäuser pachten oder es sind andere Übernachtungsmöglichkeiten gegeben. Vereine werden von Mitgliedern nach demokratischen Grundsätzen oder von einem oder mehreren Eigentümern geführt, die Regeln und Satzungen festlegen. In beiden Fällen können sie die Mitgliedschaftskriterien und die Pflichten der Mitglieder festlegen. Dies beinhaltet in der Regel die gemeinsame Nutzung der Arbeiten, die für die Pflege oder Entwicklung des Vereinsgeländes erforderlich sind.

Pool-Dusche im FKK-Verein

Da Nacktheit am Strand vielerorts toleriert wird und auch außerhalb von Vereinsgeländen FKK praktiziert werden kann, geht die Zahl der in Vereinen organisierten Naturisten in Deutschland stark zurück. Laut Kurt Fischer, Präsident des Deutschen Verbandes für Freikörperkultur (DFK), haben die Vereine 45.000 Mitglieder, jedoch zählen zirka sieben Millionen Deutsche zu den Anhängern des nackten Badens.[92][93]

Der Umfang des organisierten FKK-Lebens in Vereinen ist in den letzten Jahren ebenso stark zurückgegangen, da auch hier der Nachwuchs ausbleibt. Ein Grund mag darin liegen, dass inzwischen das Nackterholen an Stränden, auf Campingplätzen, in Saunaanlagen[94] von Hallenbädern und in Thermalbädern sowie in Urlaubsanlagen weit verbreitet ist. Auch ist die Akzeptanz von Nacktheit in der Öffentlichkeit mittlerweile recht hoch, so dass es keine klare Notwendigkeit der Abgrenzung mehr gibt.[95]

FKK-Campingplätze und Ferienanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ferienanlagen sind Einrichtungen, die sich auf die Bereitstellung von Appartements, Chalets und Campingmöglichkeiten für Urlauber spezialisiert hat. Die Anlagen werden kommerziell betrieben, die Gäste sind keine Mitglieder und haben grundsätzlich kein Mitspracherecht. Einige Ferienanlagen verlangen von den Besucher den Besitz einer INF-Karte, d.h. Mitglied einer nationalen Organisation zu sein.

In großen Ferienanlagen gibt es Schwimmbäder, Sportplätze, ein Unterhaltungsprogramm, Kinderclubs, Restaurants und Supermärkte. Einige Ferienanlagen bieten den regelmäßigen Besuchern die Möglichkeit, ihre eigenen Chalets zu kaufen, und oft kommen jedes Jahr Generationen derselben Familien. Ferienanlagen sind gegenüber Kleidung oft toleranter als Vereine; totale Nacktheit ist in der Regel in den Schwimmbädern Pflicht und kann an den Stränden erwünscht sein, während sie z. B. auf Fußballfeldern oder in den Restaurants am Abend selten ist.

In Europa sind FKK-Ferienanlagen überwiegend im Mittelmeerraum, insbesondere in Kroatien und Frankreich sowie an der französischen Atlantikküste verbreitet.[96]

Nacktsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nackt auf dem Einrad, 2015

FKK-Vereine und Ferienanlagen bieten traditionell Mitgliedern und Gästen die Möglichkeit, nackt zu schwimmen sowie Einrichtungen andere Sportarten wie Volleyball, Tennis, Badminton, Bowling und dergleichen ermöglichen. Typischerweise werden diese Sportarten mit einer hohen Freizeitintensität ausgeübt und müssen nicht besonders wettbewerbsfähig sein.

Volleyball am FKK-Strand in der Nähe von Cottbus, 1982

Insbesondere Volleyball wurde frühzeitig, mit Erfindung der Sportart im späten 19. Jahrhundert, in die Freikörperkultur integriert. In den 60er Jahren war ein Volleyballplatz in fast allen Vereinen zu finden. Volleyball war perfekt für FKK, da die meisten Vereine klein waren und ein Volleyballfeld nicht viel Platz beanspruchte, gleichzeitig jedoch viele Leute einbezog und nicht viel Ausrüstung erforderte. Darüber hinaus war es ideal für das Nacktspiel, da keine Mannschaftsuniform oder Schutzausrüstung benötigt wurde.

Zunehmend werden außerhalb von FKK-Anlagen über Internet-Foren Nacktivitäten organisiert wie Nacktwander- und Nacktradeltouren, Nacktrudern oder Nacktreiten.[97] Im Jahr 2009 wurde in Braunlage im Harz der erste „Nacktrodelwettbewerb“ ausgetragen[98] und 2010 wiederholt. Seit den 1990er Jahren finden regelmäßig in zahlreichen Ländern mit dem World Naked Bike Ride organisierte Nackt-Fahrradtouren statt.

In Wernigerode wurde vom Harzer Verkehrsverband (HVV) der Harzer Naturistenstieg nahe Dankerode[99] freigegeben[100] und 2010 eröffnet.[101] Ebenso wie der Naturistenweg bei Undeloh in der Lüneburger Heide[102] erfüllt er alle Kernaussagen der Lebensphilosophie des DFK.

Nackt Gärtnern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das nackte Gärtnern wird mit dem World Naked Gardening Day jährlich im Mai propagiert.[103]

Festivals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Burning Man-Festival in der Black Rock Desert von Nevada verbringen viele Teilnehmer unbekleidet

Auf vielen Musik- und Kunstfestivals wie dem Melt, der Fusion oder dem Roskilde-Festival ist Nacktheit normaler Bestandteil. Teilnehmer baden oder tanzen mitunter nackt, was von der Festivalleitung meist toleriert wird. Das Burning Man-Festival wird von etlichen Teilnehmern komplett nackt gefeiert.

Neben diese spontanen Nacktheit existieren auch Festivals wie das Pashut Festival in Israel, die sich klar als FKK-Veranstaltungen sehen und Nacktheit ausdrücklich fordern.

Paraden, Fahrrad- und Laufevents[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Paraden, Sportveranstaltungen und Events sind seit der Jahrtausendwende entstanden, die öffentliche Nacktheit als zentralen Bestandteil haben oder bei denen zumindest viele Teilnehmer nackt sind. Meist steht dabei der Spaß und die Freude am Nacktsein im Vordergrund. Darüber hinaus tragen einige dieser Veranstaltungen eine politische Botschaft beziehungsweise haben Protestcharakter. So hat der Tiger Streak den Anspruch, Aufmerksamkeit hergestellt für bedrohte Arten herzustellen, der World Naked Bike Ride protestiert gegen die Benachteiligung von Radfahrern im Straßenverkehr. Die Normalisierung und erhöhte Akzeptanz von Nacktheit im öffentlichen Raum geht mit diesen Veranstaltungen einher.

Nackt-Lauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naked Pumpkin Run[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Naked Pumpkin Run 2010

Der Naked Pumpkin Run ist ein alljährlich zu Halloween stattfindender Nacktlauf in verschiedenen Städten der Vereinigten Staaten. Er wird seit 1998 in mehreren großen Städten der USA durchgeführt. Teilnehmer des Laufes tragen das typische Symbol für Halloween, den ausgehöhlten Kürbis, der auch namensgebend für die Veranstaltung ist.

Internationaler Naturistenlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2008 wurde die Idee eines Internationalen Naturistenlaufes durch Peter Kaye erstmals im Rahmen des an der Ostsee stattfindenden FKK- Familientreffens „Mee(h)r erleben“ initiiert. Nach zweijähriger Pause erfuhr der Lauf durch Franz Dirscherl eine Wiederbelebung. Unter seiner Regie entwickelte sich der Internationale Naturistenlauf zur größten wettkampfmäßigen Laufveranstaltung der naturistischen Bewegung. Diese Laufveranstaltung ist ein Breitensportangebot, an dem neben professionellen Läufern auch viele Freizeitsportler teilnehmen. Alle Teilnehmer laufen nackt. Nur Laufschuhe, Socken, Kopfbedeckung und für Frauen ein Sport-BH sind erlaubt.

An Disziplinen werden ausgetragen: 500 Meter-Nachwuchslauf, 5.000 Meter und 10.000 Meter Laufen, sowie 5.000 Meter Walking und Nordic Walking.

Im Jahr 2008 starteten 69 Teilnehmer, 2016 waren es 208 Aktive. Die Läufer kommen aus Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland, Niederlande, Frankreich, Spanien, Schweiz, Österreich und sogar aus Indien, Indonesien, Australien, Amerika, Venezuela und der Dominikanischen Republik.[104]

Nakukymppi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Teilnehmer des Nakukymppi mit Bodypainting, 2014

Der Nakukymppi ist eine spielerische Laufveranstaltung in Päijät-Häme, Finnland. Dabei werden 10 km zurückgelegt. Es wurde von der Gemeinde Padasjoki in der Provinz Päijät-Häme betrieben. Die Veranstaltung ist jährlich und läuft vor dem Morgen . Die erste Nakukymppi wurde 2003 durchgeführt. Das Motto der Veranstaltung lautet "natural moving in nature".

Nach den Regeln des Nakukymppi sollen die Teilnehmer nur Schuhe, Socken und Kopfbedeckungen tragen. Das Laufen findet im Wald statt und danach wird den Teilnehmern eine Sauna angeboten. Die Teilnahme ist kostenlos. Jeder Teilnehmer erhält ein Diplom und die drei schnellsten Frauen und Männer erhalten ein Preisgeld.

Tiger Streak[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tiger Streak wird von der Zoological Society of London organisiert und jährlich im London Zoo abgehalten. Der Nacktlauf hat den politischen Anspruch, auf den Artenschutz, insbesondere für den Sumatratiger aufmerksam zu machen. Viele Telnahmer tragen Tigermasken oder Bodypaintings mit Tigerstreifen. Neben dem Benefiz- und Wettkampfaspekten steht der Spaß der Teilnehmer im Vordergrund.[105][106]

Roskilde Naked Race[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Musikfestival Roskilde in Dänemark hat sich inzwischen das vom Festival-Radio organisierte, alljährliche Naked Race (dän.: nøgenløbet) etabliert.[107] Dabei treten ca. 30 der insgesamt 115.000 Festivalteilnehmer zu einem Nacktlauf an, bei dem die Gewinner ein Ticket für das nächstjährige Festival bekommt. Das Rennen hat inzwischen Kultstatus. Das Rennen hat reinen Spaßcharakter, die Gewinnerin des Jahres 2009 beschreibt die Erfahrung mit den Worten: The best thing about being naked is that you transcend boundaries (Das beste am Nacktsein ist seine Grenzen zu transzendieren).[108][109]

Nackt-Fahrradtour[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

World Naked Bike Ride[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der WNBR in London, 2014

Der World Naked Bike Ride (WNBR) ist gemäß Definition auf der Webseite[110] ein internationales Protestevent mit Spaßcharakter gegen den Raumbedarf des Automobilverkehrs und dessen Gefahren. Der WNBR findet seit 2001 regelmäßig jedes Jahr im Juni statt. Ausgetragen wird der WNBR in zahlreichen Städten weltweit, wobei der größte „ride“ in London stattfindet, die Gründungsstadt ist Saragossa in Spanien.

Dabei wird Wert auf Freiheit und Optionalität gelegt. Das Fahrradfahren ist nicht verbindlich, ebenso sind andere nicht-motorisierte Teilnehmer wie Inliner, Skateboarder, Fußgänger willkommen, ebenso ist Nacktheit für die Teilnahme nicht verbindlich. Das Motto der Kleiderordnung lautet "bare as you dare" (so nackt, wie du dich traust).

Die Botschaft liegt darin, sich frei und uneingeschränkt im Straßenraum bewegen zu können, ohne die Rechte anderer einzuschränken und so zu einem positiven, urbanen Lebensgefühl beizutragen.[111] Es soll während der Fahrt eine lustige und eindringliche Atmosphäre erzeugt werden, die die Aufmerksamkeit und Phantasie des Publikums und der Medien auf sich zieht und das Erlebnis für die Fahrer persönlich macht. Jeder Teilnehmer soll sich dabei selbst so zum Ausdruck bringen, wie es ihm gefaällt. Body Art, wie Bodypainting, sind gängige Ausdrucksformen, aber auch Kostüme, Kunstfahrräder, tragbare Beschallungssysteme (wie Beschallungsanlagen, Stierhörner und Boomboxen) und Musikinstrumente oder andere Arten von Instrumenten. Pre- und Post-Ride-Parties sind zu Events für sich geworden, oft mit Musikgruppen, DJs, Bodypainting, temporären Bauten/Installationskunst, politischen Aktionen und Catering.

Fremont Summer Solstice Parade[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Auf der Fremont Summer Solstice Parade, 2012

In Seattles Stadtteil Fremont findet jährlich zur Sommersonnenwende eine große Nackt-Parade statt, die Teilnehmer bewegen sich hauptsächlich auf Fahrrädern, die sogenannten „Painted Cyclists“. Die Parade wird vom Fremont Arts Council organisiert.

Ähnlich wie beim WNBR stellt die Nacktheit der Teilnehmer ein Element dar, ist jedoch nicht verbindlich. Die Parade ist bekannt für das hohe Ausmaß an Körperbemalung; die meisten der Teilnehmer sind mehr oder weniger bemalt. Die Fremont Summer Solstice Parade ist erklärtermaßen ein Straßenkarneval vergleichbar mit dem Berliner Karneval der Kulturen. Der Spaß sowie der kunstvolle, kreative Ausdruck stehen hier im Vordergrund, während der politische Anspruch geringer ausgeprägt ist. Teil der Veranstaltung sind oft überlebensgroße Puppen, Wagen und Straßenkünstler.

Sonstige Formen öffentlicher Nacktheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nacktparties waren um 2007 ein aktueller Trend bei US-amerikanischen College-Studenten: laut New York Times sei „es sehr hip geworden, dort hin zu gehen“.[112]

Aus Äußerungen verschiedener Prominenter wurde FKK als „neuer Lifestyletrend“ abgeleitet; Shakira etwa gab sich als FKK-Anhängerin aus[113] und Gwyneth Paltrow betreibe Nacktjoga.[114]

Von einem Reiseveranstalter wurden im Jahr 2008 Flugreisen angekündigt, auf denen man sich im Flugzeug nackt aufhalten könnte.[115] Dieses Angebot wurde trotz großer Resonanz jedoch zurückgezogen.[116]

Nacktsein in der Öffentlichkeit wird auch als Protesthaltung bei Demonstrationen eingesetzt (etwa gegen Studiengebühren, gegen die Globalisierung oder für mehr Tierschutz). Jedoch ist hier ein ähnlicher Effekt wie im Theater erkennbar: Das Ausdrucksmittel verliert durch Alltäglichkeit an Kraft. Also muss wieder das Argument oder die schauspielerische Leistung überzeugen. Die Nacktheit ist nicht mehr dominantes, sondern nur noch beiläufiges oder ergänzendes Ausdrucksmittel.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle Übersichtswerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Andritzky, Thomas Rautenberg (Hrsg.): „Wir sind nackt und nennen uns Du“. Von Lichtfreunden und Sonnenkämpfern. Eine Geschichte der Freikörperkultur. Anabas-Verlag, Gießen 1989, ISBN 3-87038-142-6 (Fesselnde Kulturgeschichte der FKK-Bewegung von Kaisers Zeiten bis in die 1970er).
  • Volkmar Ellmauthaler: Nackt. Das Buch. 24 Versuche über das Natürliche. (444 Seiten, 65 Fotos, 7 Graphiken, 83 Literaturhinweise. Sachbuch) – Wien: edition L 2012. ISBN 978-3-902245-07-6.
  • Achim Freudenstein: Jugenderziehung durch Freikörperkultur. Eine Dokumentation. 4. durchgesehene Auflage. Freudenstein, Edermünde 2005, ISBN 3-932435-17-6, 126 S.
  • Michael Grisko (Hrsg.): Freikörperkultur und Lebenswelt. Studien zur Vor- und Frühgeschichte der Freikörperkultur in Deutschland. Kassel University Press, Kassel 1999, ISBN 3-933146-06-2.
  • Arnd Krüger: Zwischen Sex und Zuchtwahl. Nudismus und Naturismus in Deutschland und Amerika. In: Norbert Finzsch und Hermann Wellenreuther (Hrsg.): Liberalitas: Eine Festschrift für Erich Angermann (⇐ Transatlantische Studien Bd. 1). Stuttgart: Steiner. 1992, 343–365, ISBN 3-515-05656-4.
  • Thomas Kupfermann: Sommer, Sonne, Nackedeis. FKK in der DDR. Eulenspiegel-Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-359-01667-0.
  • Maren Möhring: Marmorleiber. Körperbildung in der deutschen Nacktkultur (1890–1930) (= Kölner Historische Abhandlungen. Bd. 42). Böhlau, Köln u. a. 2004, ISBN 3-412-14904-7 (Zugleich: München, Univ., Diss., 2001: Nackte Marmorleiber und organische Maschinen).
  • Maren Möhring: Nacktheit und Leibeszucht. Die FKK-Praxis im Nationalsozialismus. In: Paula Diehl (Hrsg.): Körper im Nationalsozialismus. Bilder und Praxen. Fink u. a., München u. a. 2006, ISBN 3-7705-4256-8, S. 211–228.
  • Lutz Thormann: „Schont die Augen der Nation!“ Zum Verhältnis von Nacktheit und Öffentlichkeit in der DDR. In: Ulrike Häußer, Marcus Merkel (Hrsg.): Vergnügen in der DDR. Panama-Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-938714-04-1, S. 385–404.
  • Bernd Wedemeyer-Kolwe: „Der neue Mensch“. Körperkultur im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Königshausen & Neumann, Würzburg 2004, ISBN 3-8260-2772-8 (Zugleich: Göttingen, Univ., Habil.-Schr., 2002).

Ehemalige FKK-Periodika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Robert-Laurer-Verlag Egestorf druckte und vertrieb ab 1926 bis vermutlich 1933 diverse Lektüre, unter anderem:[117]

  • Die Freude – Monatshefte für freie Lebensgestaltung
  • Lachendes Leben – Zeitschrift für gesunde Weltanschauung[118]
  • Licht-Land – Blätter für Körperkultur und Lebensform
  • Tempo – Magazin für Fortschritt und Kultur
  • Ideale Körperschönheit – Eine Sammlung ausgewählter künstlerischer Naturaufnahmen

Weitere ehemalige Periodika (Die Zahlen geben die Jahre nachgewiesenen Erscheinens an):[119][120]

  • Die neue Zeit
  • Soma, 1929 bis 1932[121]
  • Kraft und Schönheit, 1901 bis 1928, hg. v. „Verein für vernünftige Leibeszucht“
  • Der Lichtfreund,
  • ASA Magazin für Körper, Kunst und neues Leben, 1927 bis 1930.
  • Die Schönheit - Monatsschrift für Kunst und Leben von Karl Vanselow, 1902/03 bis 1931/32[122]
  • Deutsche Freikörperkultur - Zeitschrift für Rassenpflege, naturgemäße Lebensweise und Leibesübungen - Offizielles Organ des Kampfringes für völkische Freikörperkultur, Verlag Emil Wernitz, Berlin, 1933–34, Nationalsozialistisches Propagandablatt unter dem Deckmantel der Freikörperkultur[123]
  • Sonnenstrahl - Reihe für natürliche Lebensgestaltung, 50er
  • Sonnenfreunde - Reihe für naturnahe Lebensgestaltung, 50er
  • Olymp - Hefte für Natur- und Lichtfreunde, 1951
  • Sonnenfans, München, 70er oder 80er (?)
  • Der Sonnenmensch-Helios, Linz, 1949, noch 1956

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Bell, D., & Holliday, R. (2000). Naked as nature intended. Body & Society, 6(3-4), 127-140.doi:10.1177/1357034X00006003007
  2. a b De Vries, B. (2018): The Right to be Publicly Naked: A Defence of Nudism. Res Publica, 1-18. doi:10.1007/s11158-018-09406-z, Volltext als pdf-Dokument
  3. a b c d e f Smith, G., & King, M. (2009). Naturism and sexuality: Broadening our approach to sexual wellbeing. Health & place, 15(2), 439-446 doi:10.1016/j.healthplace.2008.08.002
  4. Nacktheit als Realisierung von Freiheit. Abgerufen am 11. September 2017.
  5. a b c d e f g h i j k l Górnicka, B. (2016). Nakedness, Shame, and Embarrassment: A Long-Term Sociological Perspective (Vol. 12). Springer doi:10.1007/978-3-658-15984-9 ISBN 978-3-658-15983-2
  6. Auflösung des Verbands
  7. Nacktkultur in Karlsruhe
  8. a b c Daley, C. (2005). From bush to beach: nudism in Australasia. Journal of historical geography, 31(1), 149-167 doi:10.1016/j.jhg.2004.03.020
  9. a b c d Nacktsein in Deutschland - Deutsche Welle
  10. Bindrim, P. (1969). Nudity as a quick grab for intimacy in group therapy. Psychology Today, 3(1), 25.
  11. Blank, L. (1969). Nudity as a Quest for Life Way it was Before Apple. Psychology Today, 3(1), 18.
  12. a b Holmes, J. S. (2006). Bare bodies, beaches, and boundaries: Abjected outsiders and rearticulation at the nude beach. Sexuality and Culture, 10(4), 29-53 doi:10.1007/s12119-006-1025-1
  13. a b Cooper, D. (2011). Theorising nudist equality: an encounter between political fantasy and public appearance. Antipode, 43(2), 326-357. doi:10.1111/j.1467-8330.2010.00833.x
  14. Kerscher, K. H. I. (2008). Sexualmoral und Sexualerziehung in Vergangenheit und Gegenwart. Grin Verlag. Noderstedt.
  15. a b c Barcan, R. (2004): Nudity: A cultural anatomy. Berg Publishers ISBN 1-85973-872-9
  16. a b c Rade, Maja: Bund freier Menschen und Sport- und Geselligkeitsverein Lobau. Abgerufen am 13. Dezember 2016.
  17. 10 Fragen an einen FKKler, die du dich niemals trauen würdest zu stellen - Vice Magazin
  18. Darum solltest du öfter nackt rumlaufen - Woman
  19. a b West, K. (2018). Naked and unashamed: Investigations and applications of the effects of naturist activities on body image, self-esteem, and life satisfaction. Journal of Happiness Studies, 19(3), 677-697 doi:10.1007/s10902-017-9846-1
  20. Cherrier, H. (2016). Material presence and the detox delusion: Insights from social nudism. Journal of Consumer Affairs, 50(1), 100-123 doi:10.1111/joca.12085
  21. Wie sich das erste Mal FKK anfühlt - Travelbook
  22. Sind FKK-Fans zufriedener mit dem eigenen Körper? - Travelbook
  23. FKK – mit der Sonne fallen jetzt auch die Hüllen - Die Welt
  24. a b c d Die Nackten von der Märchenwiese - Tagesspiegel
  25. Andriotis, K. (2016). From Nudism and Naturism Tourism to “Natourism”: Defining Natourism and Exploring Natourists? Motivations. Tourism Analysis, 21(2-3), 237-249 doi:10.3727/108354216X14559233984854
  26. Département Hérault – Südfrankreich-Netz
  27. FKK-Reiseführer Europa, Drei Brunnen Verlag, 2017, ISBN 978-3-7956-0344-1
  28. Erstes FKK-Hotel auf Mallorca geht zur Sommersaison an den Start - Mallorca Zeitung
  29. FKK-CampingDer FKK-Reiseführer
  30. [1] 10 Coolest Golf Courses
  31. Spanish gym launches nudist workout sessions to win back businessThe Australian
  32. Hüllenlos in See stechen: Nacktschiff vor der Küste Kroatiens – Reise. In: hna.de. 22. Oktober 2010, abgerufen am 4. Januar 2015.
  33. Nudisten und FKK: Warum sind Menschen so gern nackt? In: bild.de. 24. September 2009, abgerufen am 4. Januar 2015.
  34. Claudia Pientka: Aida Diva: Ein bisschen Aida für alle. In: stern.de. 18. April 2007, abgerufen am 4. Januar 2015.
  35. Philipp Schwenke: Nackt im Wind – Gesellschaft/Leben. In: sz-magazin.sueddeutsche.de. 15. März 2013, abgerufen am 4. Januar 2015.
  36. Kristall Saunatherme Ludwigsfelde - Wohnmobilatlas
  37. Bloßes Vergnügen Die Kristall-Saunatherme Ludwigsfelde ist etwas Besonderes: das europaweit größte FKK-Bad - Tagesspiegel
  38. Usedom: Deutsch-polnischer Strand erhält FKK-Warnschilder. In: Spiegel Online. 25. Mai 2009, abgerufen am 4. Januar 2015.
  39. Moskauer Nächte: Millionäre, Miliz und Melancholie, Spiegel.tv, 3. Juni 2006, 1:09:32; 1:23:40.
  40. Arnd Krüger: Zwischen Sex und Zuchtwahl. Nudismus und Naturismus in Deutschland und Amerika. In: Norbert Finzsch, Hermann Wellenreuther (Hrsg.): Liberalitas: Eine Festschrift für Erich Angermann (Transatlantische Studien, Bd. 1). Stuttgart: Steiner. 1992, 343–365, ISBN 3-515-05656-4. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche; Arnd Krüger: There goes this art of manliness. Journal of Sport History 18(1991), 1, 135-159; http://library.la84.org/SportsLibrary/JSH/JSH1991/JSH1801/jsh1801i.pdf aufg. 19. Februar 2017.
  41. FKK Strände in Kroatien - Kroati
  42. Bettina Seipp: Nacktheit – Ein urtypisch deutsches Phänomen. In: welt.de. 15. September 2009, abgerufen am 4. Januar 2015.
  43. Rebecca Schuman: Germans Love Getting Naked at the Beach. So Should We. In: slate.com. 22. Juli 2014, abgerufen am 4. Januar 2015.
  44. a b Jennifer Köllen: Deutschland führt im FKK-Ranking: „Wozu die nasse Klamotte?“ In: Spiegel Online. 30. Juli 2014, abgerufen am 4. Januar 2015.
  45. Germans most likely to go nude – Telegraph. In: telegraph.co.uk. 17. Juli 2014, abgerufen am 4. Januar 2015.
  46. Österreicher sind FKK-Weltmeister, Deutsche auf Rang zwei - Der Standard
  47. FKK-Bereiche an der Neuen Donau. Archiviert vom Original am 13. Dezember 2016; abgerufen am 12. Dezember 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wien.gv.at
  48. FKK: Meist fallen die Hüllen unerlaubt - Die Zeit
  49. Beispiele zur Rechtslage
  50. Town well-known for nakedness outlaws public nudity. In: Herald Tribune (Memento vom 10. Oktober 2007 im Internet Archive)
  51. Tom Leonard: Nude visitors test Brattleboro's blind eye policy – Telegraph. In: telegraph.co.uk. 16. Juli 2007, abgerufen am 4. Januar 2015.
  52. Monica Müller: Nacktwanderer muss für Ausflug teuer bezahlen. In: tagesanzeiger.ch. 20. Januar 2011, abgerufen am 4. Januar 2015.
  53. Entscheid 6B 345/2011.
  54. Biegali nago po Rynku. Dostali po 500 zł mandatu. (Nicht mehr online verfügbar.) In: onet.pl. 22. Februar 2013, ehemals im Original; abgerufen am 25. Februar 2013 (polnisch).@1@2Vorlage:Toter Link/wiadomosci.onet.pl (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  55. Fotoradar złapał golasa na rowerze. „Tłumaczył, że miał stringi“. In: tvn24.pl. 5. Oktober 2012, abgerufen am 25. Februar 2013 (polnisch).
  56. Kodeks wykroczeń – wykroczenia przeciwko obyczajowosci publicznej (Vergehen gegen die öffentlichen Sitten)
  57. Nackt im Grünen: Ohne Notfallunterhose im Wald. (Memento vom 15. März 2009 im Internet Archive) ARD
  58. Artikel bei Wikivoyage
  59. Documento >> Demetra. Abgerufen am 23. November 2017 (it-IT).
  60. Federalismi: ABRUZZO, L.R. n. 26/2013,Valorizzazione del Turismo Naturista - regioni - documentazione - - Valorizzazione del Turismo Naturista. Abgerufen am 23. November 2017 (italienisch).
  61. Dettaglio Legge Regionale - Bollettino Ufficiale della Regione del Veneto. Abgerufen am 23. November 2017.
  62. n-tv Nachrichtenfernsehen: Bigotte Politiker verderben den Spaß. In: n-tv.de. (n-tv.de [abgerufen am 23. November 2017]).
  63. FKK-Verbot in Spanien - Marco Polo
  64. Beispiel: Badekleidungsverordnung der Stadt München
  65. a b Hilfe, die Nackten kommen – Stadt. In: tz.de. 10. März 2009, abgerufen am 4. Januar 2015.
  66. Der Westen.de: Sunderner skatet nackt im Vogelschutzgebiet. In: derwesten.de. 30. Januar 2009, abgerufen am 4. Januar 2015.
  67. a b Freikörperkultur: Wann man wo nackt sein darf - Deutsche Anwaltsauskunft
  68. Pressemeldung Süddeutsche Zeitung zu LG Dortmund, AZ 1 S 13/16
  69. Rainer Moritz: Anna Seghers nackt – und noch mehr Funde. In: welt.de. 16. Juni 2007, abgerufen am 4. Januar 2015.
  70. a b Solveig Grothe: FKK in der DDR: Aufstand der Nackten. In: Spiegel Online. 10. Juni 2008, abgerufen am 4. Januar 2015.
  71. Wüste Beschimpfungen im FKK-Bereich des Strandbads Xanten - NRZ
  72. Staatsschutz ermittelt nach Beleidigung an FKK-Strand - Focus
  73. Corsica police link beach shooting with row over nudism - BBC
  74. Mit seinem Geländewagen: Bauer vor Gericht, weil er einen Nackten überfuhr - Hamburger Morgenpost
  75. Überfahrener Badegast - Landwirt verurteilt - Topagrar
  76. Nudistenverbot: San Francisco will keine Nackten mehr. In: fr-online.de. Abgerufen am 4. Januar 2015.
  77. Gundolf Keil: Schmidmer (Smidmer), Michael. In: Verfasserlexikon. 2. Auflage. Band 8, Sp. 761 f. (zum Verfasser eines um 1450 entstandenen Traktats gegen die Pest, der das Nacktbaden verurteilte).
  78. FKK und die nackten Tatsachen an der Ostsee - Die Welt
  79. a b Morris, N. J. (2009). Naked in nature: naturism, nature and the senses in early 20th century Britain. Cultural Geographies, 16(3), 283-308 doi:10.1177/1474474009105049
  80. Der neue Mensch: Körperkultur im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Bernd Wedemeyer-Kolwe Verlag Königshausen & Neumann, 2004, ISBN 3-8260-2772-8, z. B. S. 174.
  81. Der neue Mensch: Körperkultur im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Bernd Wedemeyer-Kolwe Verlag Königshausen & Neumann, 2004, S. 262 ff.
  82. Nackte Tatsachen - Die Welt
  83. Die Nackten vom Motzener See - Deutschlands erster FKK - RBB
  84. Einfach. Natürlich. Leben Lebensreform in Brandenburg 1890–1939 - Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG)
  85. Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft
  86. Barbara Schleicher: Gesunde Bräune? Wiener Zeitung, 17. August 2001, archiviert vom Original am 22. Januar 2011; abgerufen am 19. November 2013.
  87. Rolf Koerber: Freikörperkultur. In: Kerbs/Reulecke: Handbuch der deutschen Reformbewegungen 1880–1933, Wuppertal 1998, S. 103–114
  88. Kamerun an der Ostsee. In: Der Spiegel. Nr. 37, 1954 (online).
  89. Der Grosse Herder, 5. neubearbeitete Auflage von Herders Konversationslexikon, Freiburg 1955, 6. Band, Sp. 872
    Nacktkultur, Freikörperkultur, programm. gepflegter Aufenthalt (Spielen,Baden usw.) völlig unbekleideter Menschen im Freien ohne Trennung der Geschlechter; eine Teilerscheinung der Lebensreform-Bewegung, in welcher deren "Natur"-schwärmerei u. Kulturüberdruß zu radikalem Ausdruck kommt. Wo die N. ernst gemeint wird, ist sie der nach dem Sündenfall unmögl. Versuch, den paradies. Zustand einer unbewußten Nacktheit wiederherzustellen. Sie verkennt, daß das Kleid (vgl. Bd. X, Sp. 403), wenn auch in geschichtl. und regional versch. Formen, zum Wesen des Menschen gehört. Die N. ist kein Symptom einer neuen Natürlichkeit, sondern einer erkrankten Zivilisation."
  90. DIE ZEIT: FKK-Urlaub vom Reisebüro
  91. Geschichte der Freikörperkultur: Ein Leben lang nackt. In: Spiegel Online. 2. Januar 2001, abgerufen am 4. Januar 2015.
  92. Hilmar Poganatz: Was Nudisten am Nacktsein so begeistert. In: welt.de. 13. Juni 2008, abgerufen am 4. Januar 2015.
  93. FKK-Präsident: Rund sieben Millionen Deutsche verzichten im Urlaub auf Kleidung / 45.000 sind in Vereinen organisiert – maerkischeallgemeine (Memento vom 19. Oktober 2008 im Internet Archive)
  94. Gerald Ganglbauer: Saunakultur in Österreich. In: gangway.net. 8. Januar 2015, archiviert vom Original am 8. Januar 2015; abgerufen am 8. Januar 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gangway.net
  95. Naturisten ärgern sich über schamlose Nudisten'. Archiviert vom Original am 2. März 2010; abgerufen am 5. Januar 2015. In: Stuttgarter Nachrichten.
  96. 10 der schönsten FKK-Campingplätze in Europa - Travelbook
  97. Nackt durch Deutschland wandern - was steckt hinter dem Trend? - Stern
  98. Harz: Erster Nacktrodel-Meister ermittelt. In: Focus Online. 8. März 2009, abgerufen am 4. Januar 2015.
  99. DFK-Verbandszeitschrift Der Naturist, Jahrgang 15, Nr. 6, Dezember 2009, S. 20.
  100. FKK in Wanderschuhen: Harzer Verkehrsverband plant Nacktwanderweg. In: Spiegel Online. 22. September 2008, abgerufen am 4. Januar 2015.
  101. „Harzer Naturistenstieg“: Im Harz wird auch nackt gewandert. In: Osnabrücker Zeitung. 12. Mai 2017, abgerufen am 2. Januar 2018.
  102. Naturistenweg Undeloh (Memento des Originals vom 21. August 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dfk.org
  103. Nackt Gärtnern
  104. 9. Internationaler-Naturistenlauf 2018. Abgerufen am 2. Januar 2018.
  105. Easy tiger: Brits bare all in full-frontal streak through London tonight - Daily Star
  106. Hundreds of streakers run through London Zoo in bid to raise money to save tigers - Mirror
  107. Nøgenløbet er slut på Roskilde Festival 2010. (Nicht mehr online verfügbar.) In: kpn.dk. 20. November 2012, ehemals im Original; abgerufen am 4. Januar 2015.@1@2Vorlage:Toter Link/kpn.dk (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  108. Relaxing at Roskilde – Copenhagen Post. Official Festival Site (Memento vom 19. Januar 2011 im Internet Archive)
  109. SIGRID HVIDSTEN: Skulle bare delta i nakenløpet – Festival – Dagbladet.no. In: dagbladet.no. 3. Juli 2008, abgerufen am 4. Januar 2015.
  110. Nackte Radfahrer protestieren gegen die Zumutung des Automobilverkehrs
  111. World Naked Bike Ride. Abgerufen am 4. Januar 2015.
  112. Malte Arnsperger: Nackt-Partys: Ausziehen statt büffeln. In: stern.de. 9. Januar 2007, archiviert vom Original am 18. Februar 2015; abgerufen am 4. Januar 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stern.de
  113. RP ONLINE: Leben wie Eva im Paradies: Shakira wäre gern immer nackt. In: rp-online.de. 1. August 2006, abgerufen am 4. Januar 2015.
  114. Sylvie-Sophie Schindler: FKK-Lifestyle: Die neuen Nackten. In: stern.de. 24. September 2008, abgerufen am 4. Januar 2015.
  115. Georgina Prodhan, Reuters: Nackt-Flüge: FKK-Abenteuer in luftiger Höhe. In: stern.de. 29. Januar 2008, abgerufen am 4. Januar 2015.
  116. FKK Flug: Reisebüro streicht Nacktflug. In: Focus Online. 23. Mai 2008, abgerufen am 4. Januar 2015.
  117. Laurers Wirken in Egestorf
  118. Beispiel Heft 9, 1931. Abgerufen am 18. Dezember 2017.
  119. Geschichte FKK
  120. FKK-Magazine im FKK-Museum
  121. Dr. Fränzel und LLL. Abgerufen am 18. Dezember 2017.
  122. https://www.tagesspiegel.de/berlin/fraktur-berlin-bilder-aus-der-kaiserzeit-nackt-und-streng-deutsch/10179626.html Aus der Kaiserzeit
  123. Beispiel: Heft 4 - Ostermond (April) 1934