Walter Neupert

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Walter Neupert (* 24. Oktober 1939 in München; † 22. Juni 2019)[1] war ein deutscher Biochemiker, Mediziner und Zellbiologe.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium in München promovierte er 1968 an der Ludwig-Maximilians-Universität München im Fach Biochemie und 1970 in Medizin. Danach arbeitete er dort bis zu seiner Habilitation 1972 als Wissenschaftlicher Assistent und dann als Privatdozent. Einem Ruf des Institutes für Biochemie der Universität Göttingen folgte er 1977.[3] Seit 1983 war er Inhaber des Lehrstuhls für Physiologische Chemie der Medizinischen Fakultät am Adolf-Butenandt-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München als Nachfolger von Theodor Bücher. Neupert war Fellow der Max-Planck-Gesellschaft am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried. Weiterhin war er ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und seit 1994 korrespondierendes Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften. Seit 1993 war Neupert zudem Mitglied der Leopoldina,[4] mit deren Schleiden-Medaille er 1999 ausgezeichnet wurde.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuperts Forschungsgebiet waren Mitochondrien.[2] Er zeigte zum ersten Mal, dass Mitochondrien Proteine post-translational importieren können. Neupert und Mitarbeiter charakterisierten den Importapparat in ihren molekularen Details, einschließlich der mitochondrialen processing peptidase (MPP) in der Matrix, welche die Pro-Sequenzen von importierten Proteinen entfernt.[5]

Zu seinen Schülern zählen Franz-Ulrich Hartl (MPI für Biochemie), Roland Lill (Professor in Marburg) und Nikolaus Pfanner (Professor in Freiburg). Neupert lebte zuletzt in Germering.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zur Biosynthese der Proteine der mitochondrialen Außen- und Innenmembranen in Neurospora crassa. München 1970, Dissertation, DNB 482119691
  • Zur Biogenese von Mitochondrien: Über d. Einbau v. Aminosäuren in isolierte Mitochondrien d. Flugmuskels d. Wanderheuschrecke <Locusta migratoria> u. d. Rattenleber. München 1968, DNB 481612815

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Traueranzeige Walter Neupert. In: Süddeutsche Zeitung. Süddeutscher Verlag, 29. Juni 2019, abgerufen am 29. Juni 2019.
  2. a b G. Schatz: Walter Neupert: Spellbound by Mitochondria. In: Biological Chemistry. Band 380, Nr. 10, Oktober 1999, S. 1141–1142, doi:10.1515/BC.1999.144.
  3. Bettina Bartz (Red.): Kürschners deutscher Gelehrten-Kalender. 19. Auflage. K G Saur, München 2003, ISBN 3-598-23607-7.
  4. Mitgliedseintrag von Walter Neupert bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 11. April 2015.
  5. F. Ulrich Hartl, Richard Zimmermann, Nikolaus Pfanner: Walter Neupert (1939–2019). In: Cell. Band 178, Nr. 5, 22. August 2019, ISSN 0092-8674, S. 1031–1033, doi:10.1016/j.cell.2019.07.041 (cell.com [abgerufen am 24. August 2019]).
  6. uni-halle.de (PDF; 692 kB)