Wegekreuze in Lösnich

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Missionskreuz auf dem Lösnicher Friedhof mit Fegefeuermotiv 2014.

Einige der Wege- und Flurkreuze im Moselort Lösnich im Kreis-Bernkastel-Wittlich zählen zu den Kulturdenkmälern in Rheinland-Pfalz. Sie gehen zurück bis ins 17. Jahrhundert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegekreuz von 1659 an der ehemaligen Lösnicher Schule.
Wegekreuz von 1721 in Dorfmitte.

Wege- oder Flurkreuze aus Buntsandstein finden sich immer wieder im moselländischen Raum. Sie wurden aufgestellt aus besonderen Anlässen und stellten so den Dank an Gott für überstandene Kriege oder Seuchen dar, oder sie wurden gestiftet und errichtet wegen der Errettung aus einer besonderen Notlage oder zur Abwendung von Wetterkatastrophen.

Während der französischen Besetzung (1794–1814) sind in hiesiger Gegend auch viele Kreuze zerstört worden, da sie hier im Zuge der Säkularisation verboten wurden.

Hauptartikel: Flurkreuz

Auch die im Lösnicher Pfarrgarten umherliegenden Bruchstücke eines Sandsteinkreuzes könnten noch Zeuge dieses Treibens sein.

Wegekreuz an der ehemaligen Volksschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lösnich selbst sind noch mehrere dieser Kreuze erhalten. Am Ortseingang an der ehemaligen Lösnicher Schule befindet sich rechts neben dem Eingang der Wohnung an der Außenmauer das 2011 wieder mit einem neuen Anstrich versehene Kreuz aus dem Jahre 1659. Die Inschrift in Großbuchstaben ist noch gut lesbar und lautet: „Dies Kreutz zur Ehre Gottes Ufricht lassen Joh. Math. Baur und Barbara Leutz v. Erden“. Über der Inschrift ist die Hausmarke des Errichters Johann Matthias Baur, eine Wolfsangel mit mehreren Beistrichen angebracht.[1]

Wegekreuz in der Dorfmitte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein weiterer Kreuzigungsbildstock befindet sich in der Dorfmitte gelegen am Haus Nr. 50, bezeichnet mit der Jahreszahl 1721. Die Inschrift lautet: „Dises Creutz steet af Erden das Gott sol gelobet und geprisen werden.“ In seiner schmucken Ausstattung zeigt es unter dem Gekreuzigten, umgeben von sieben Schwertern, die schmerzhafte Mutter Maria mit dem Leichnam Christi. Darunter eine Abbildung des Kirchenpatrons St. Vitus im Kessel siedenden Öls.[2] Über den Stifter ist nichts weiter bekannt.

Wegekreuz auf der anderen Moselseite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Figurengruppe des Wegekreuzes von 1701 auf der gegenüberliegenden Moselseite.

Außerhalb des Ortes auf der gegenüberliegenden Moselseite findet sich ein Wegekreuz am Rande der Weinberge. Die Errichtung ist datiert auf 1701. Die Inschrift lautet: „Dis Creutz hat zur Ehren Gotes versprochen vor seinem Endt Thomas Jacob Iungesel aus Lohsenich und aufgericht worden im Iahre 1701.“ Unter dem Gekreuzigten ist die Gottesmutter mit dem Leichnam Christi dargestellt. Vor dem Bau der Moselbrücke Erden-Lösnich befand sich das Kreuz in alten Fährhaus am Fährkopf. Nach Einstellung des Fährbetriebes und dem späteren Abriss des Fährhauses wegen Höherlegung der Bundesstraße 53 im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens ist das Kreuz an die heutige Stelle versetzt worden. 2001 wurde das Kreuz restauriert und dabei mittlerweile beschädigte und zum Teil gestohlene Figuren ersetzt.[3]

Missionskreuz auf dem Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Missionskreuz auf dem Lösnicher Friedhof ohne Jahresangabe

Zum bergseitigen Ausgang des Lösnicher Kirchhofs steht ein schlichtes Sandsteinkreuz mit Fegefeuermotiv und der eingemeißelten Widmung "CRUX MISIONIS". Das Errichtungsdatum ist nicht bekannt. Zur Glaubenserneuerung der christlichen Bevölkerung wurde von der Kirche Mitte des 19. Jahrhunderts verstärkt das Mittel der Volks- oder Gemeindesmission eingesetzt. Besonders dafür ausgebildete Priester- und Ordensleute hielten dazu vor Ort besondere Predigten und Glaubensgespräche. Das Kreuz ist vermutlich in Erinnerung an eine dieser Missionen aufgestellt worden.

Flurkreuz am „Räubergeschell“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flurkreuz von 1638 im Lösnicher Wald um 1980.

Dieses schlichte kleine Kreuz aus Buntsandstein steht im Waldgelände nahe dem Fußweg zur Hubertusquelle und trägt die Jahreszahl 1638. Sein Entstehungsdatum fällt in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648). Über den Grund der Errichtung ist nichts weiter bekannt. Es könnte an einen Unfall erinnern oder auch ein sogenanntes Pestkreuz sein. Zur Aufstellungszeit wird auch von Pestfällen im Moselgebiet berichtet.

Flurkreuz im Burgbüsch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieses schlichte schwarze Kreuz ohne Widmung mitten im Waldgelände im Flurbereich Burgbüsch war Anfang der 1980er Jahre noch vorhanden. 2014 wurde es nicht mehr aufgefunden. Über Aufsteller und Motiv ist nichts weiter bekannt.

Wegekreuz im Pfarrgarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Garten des alten Pfarrhauses an der Fährstraße befanden sich 1981 noch Reste eines bereits zerstörten Sandsteinkreuzes. Laut Inschrift war das Kreuz 1727 von den Erben des Nikolaus Schmitges errichtet worden.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Mittelmosel Nachrichten vom 22. Januar 1981, S. 8 mit Verweis auf Dr. J. Kumor, Der Kreis Bernkastel, 1969
  2. Festschrift zum 25 jährigen Bestehens des Männergesangvereins, 1928, S. 26 und 27, Beitrag von Pfarrer Paul Koster
  3. Trierischer Volksfreund, Heimat, Ausgabe vom 16. März 2007