Weißbachmühle

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Weißbachmühle
Koordinaten: 49° 12′ 25″ N, 10° 41′ 29″ O
Höhe: 432 m ü. NHN
Einwohner: (31. Okt. 2014)[1]
Postleitzahl: 91732
Vorwahl: 09826
Weißbachmühle
Weißbachmühle

Weißbachmühle (mundartlich: „waęsbagsmǖl“[2]) ist ein Ortsteil der Stadt Merkendorf im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich der Einöde mündet der Speckgraben in einem Weiher, der als Naturfreibad genutzt wird. Beim Ort entspringt der Weißbach, der ein linker Zufluss des Braungartenbachs ist. Circa einen Kilometer westlich befindet sich die Flur Kreuth, circa einen Kilometer nordwestlich die Flur Langeck.[3]

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Umgebung der Weißbachmühle liegen folgende Orte:

Kleinbreitenbronn
Willendorf Nachbargemeinden Gerbersdorf
Triesdorf Bahnhof Merkendorf

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1437 erstmals urkundlich erwähnt. In der Urkunde erlaubt Markgraf Friedrich von Brandenburg dem Kloster Heilsbronn den Bau einer neuen Mühle „vnter des Schonmans weyer an dem Weischpach Bey Mirckendorf gelegen“.[2] Nach der Säkularisierung des Klosters in der Reformation unterstand sie dem nunmehr brandenburg-ansbachischen Verwalteramt Merkendorf. Während des Dreißigjährigen Krieges verödete das Anwesen. 1641 konnte sie für 56 fl. an einen Herrn Hönig wieder verkauft und besetzt werden.[4]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Weißbachmühle zu Merkendorf. Sie hatte weiterhin das Verwalteramt Merkendorf als Grundherrn. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt die Weißbachmühle bei der Vergabe der Hausnummern die Nr. 139 des Ortes Merkendorf.[5]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde die Weißbachmühle dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Gerbersdorf zugeordnet. Es gehörte auch der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Gerbersdorf an.[6] Nach 1820, jedoch spätestens 1824, wurde die Weißbachmühle in die Munizipalgemeinde Merkendorf umgemeindet;[7] jedoch noch der Gemeinde Gerbersdorf zugerechnet. 1824 gehörte die Weißbachmühle zur Munizipalgemeinde Merkendorf.[8]

Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde dort Mehl gemahlen. Zur Weißbachmühle gehört ein Naturfreibad, das 1969 angelegt und ein Jahr später eröffnet wurde. Es wird vom Speckgraben gespeist. Von 2007 bis 2018 wurde das Naturfreibad von der Stadt Merkendorf grundlegend saniert und modernisiert. So wurde das Freibad von Grund auf saniert, ein neues Kiosk- und Sanitärgebäude errichtet sowie ein Wohnmobilstellplatz angelegt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001824 001840 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002006 002014
Einwohner 4 6 9 5 9 5 13 11 8 6 4 2
Häuser[9] 1 1 2 2 1 2 2 1
Quelle [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist seit der Reformation protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach Unserer Lieben Frau (Merkendorf) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach Liebfrauenmünster (Wolframs-Eschenbach).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt an einer Gemeindeverbindungsstraße, die nach Willendorf bzw. nach Merkendorf zur Staatsstraße 2220 führt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weißbachmühle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Fränkische Landeszeitung von Montag, 8. Dezember 2014: Michael Alban: „Schuldenfreie Stadt mit über 3000 Bürgern“
  2. a b R. Schuh, S. 331.
  3. Weißbachmühle im BayernAtlas
  4. G. Muck, Bd. 2, S. 481.
  5. M. Jehle, Bd. 2, S. 886.
  6. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 963.
  7. Wird in Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 43 (Digitalisat).
  8. M. Jehle, Bd. 2, S. 1000.
  9. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  10. M. Jehle, Bd. 2, S. 1000.
  11. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 149 (Digitalisat).
  12. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarr-, Schul- u. Postzugehörigkeit. … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt, Sp. 1200, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  13. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1131 (Digitalisat).
  14. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1200 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1237 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1070 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 786 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 170 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 329 (Digitalisat).
  20. Fränkische Landeszeitung von Montag, 4. Dezember 2006: Michael Alban: „Stetiges Wachstum“