Weiße Pestwurz

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Weiße Pestwurz
Weiße Pestwurz (Petasites albus)

Weiße Pestwurz (Petasites albus)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Senecioneae
Gattung: Pestwurzen (Petasites)
Art: Weiße Pestwurz
Wissenschaftlicher Name
Petasites albus
(L.) Gaertn.

Die Weiße Pestwurz (Petasites albus) ist eine Pflanzenart in der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ausdauernde krautige Pflanze erreicht zur Blütezeit Wuchshöhen zwischen 10 und 30 cm, zur Fruchtzeit bis 80 cm. Die Stängelblätter sind gelblich grün bis blassgrün. Die rundlichen Laubblattspreiten sind doppelt gezähnt und werden meist 20 bis 40 cm breit. Sie sind unterseits spinnwebig-filzig und oberseits verkahlend. Der Laubblattstiel ist nicht hohl und seitlich nicht gerieft.

In dichten traubigen Blütenständen stehen die Blütenkörbchen (= Teilblütenstände), die aus weißen Röhrenblüten bestehen.

Blütezeit ist von April bis Mai.

Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 60.[1]

Weiße Pestwurz (Petasites albus)

Verbreitung und Standort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet reicht von Europa bis West- und Zentralasien.[2] Die Weiße Pestwurz bevorzugt Bachufer, Hochstaudenfluren, feuchte Hänge, sickerfeuchte, lehmreiche Edellaubwälder, Auwälder und auch feuchte Forststraßenränder. Sie kommt gern in Gesellschaften der Ordnung Fagetalia vor.[1] Sie ist von der Tallage bis in Höhenlagen von 2700 Meter verbreitet. In den Allgäuer Alpen steigt sie auf der Oberen Biberalpe beim Biberkopf in Bayern bis zu 1860 m Meereshöhe auf.[3]

In Deutschland ist die Weiße Pestwurz nördlich der Mittelgebirge selten. In Mittelgebirgen mit Lehm- und Tonböden sowie im Alpenvorland und den Alpen kommt sie verstreut vor, oft in individuenreichen Beständen. In Österreich ist sie in allen Bundesländern häufig. In der Schweiz kommt sie verbreitet und ziemlich häufig vor.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weiße Pestwurz ist ein Sickerwasserzeiger. Sie ist meist ein Mullboden-Kriecher, auch ein Rohboden-Pionier und eine Schatten-Halbschattenpflanze.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • M. A. Fischer, W. Adler, K. Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  • Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. Band 4, Stuttgart 2004.
  • H. E. Hess, E. Landolt, R. Hirzel: Flora der Schweiz und angrenzender Gebiete. Birkhäuser Verlag Basel, 1972.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 948.
  2. Gerhard Wagenitz: Familie Compositae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage. Band VI, Teil 3, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1979, ISBN 3-489-84020-8, S. 693–696.
  3. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW-Verlag, Eching bei München 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 612.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weiße Pestwurz (Petasites albus) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien