Weiße Pyramide (China)

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Unter der Bezeichnung weiße Pyramide wird von Parawissenschaftlern[1] über die Existenz einer bisher unentdeckten Pyramide in Zentralchina spekuliert. Archäologische Belege für die Existenz der Pyramide liegen nicht vor.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Bruce Cathie soll der US-amerikanische Pilot James Gaussman im Jahr 1945 während eines Aufklärungs- oder Überlandfluges im Qin-Ling-Shan-Gebirge südwestlich von Xi’an über eine Pyramide von geschätzten 300 Metern Höhe und 400 bis 450 Metern Kantenlänge berichtet haben.[2]

I banked to avoid a mountain and we came out over a level valley. Directly below was a gigantic white pyramid. It looked like something out of a fairy tale. It was encased in shimmering white. This could have been metal, or some sort of stone. It was pure white on all sides. The remarkable thing was the capstone, a huge piece of jewel-like material that could have been crystal. There was no way we could have landed, although we wanted to. We were struck by the immensity of the thing.
Übersetzung: Ich wich einem Berg aus und wir kamen über ein ebenes Tal. Direkt unter uns war eine gigantische weiße Pyramide. Sie sah wie etwas aus einem Märchen aus. Sie war in schimmerndes Weiß eingehüllt. Das könnte Metall oder eine Art von Stein gewesen sein. Sie war auf allen Seiten reinweiß. Das Bemerkenswerteste war jedoch die Spitze, ein großes Stück edelsteinartigen Materials, vielleicht aus Kristall. Es gab keine Möglichkeit zu landen, obwohl wir das wollten. Wir waren erschüttert von der Größe des Objektes.

Wahrscheinlich basiert diese Darstellung auf einem Bericht von Maurice Sheahan, der am 28. März 1947 in der New York Times erschien. Sein Bericht verortet die beobachtete Pyramide in den Bergen ca. 40 Meilen südwestlich von Xi'an.[3] Sheahan korrigierte sich in einem Brief von 1961 dahingehend, dass die berichtete Größe nicht 1000 Fuß, sondern eher 500 Fuß war. Er erklärt dies mit Fehlern bei der Umrechnung von chinesischen Li über Meter in Fuß.[4][5]

Ein Foto der Pyramide, das zunächst in der New York Sunday News am 30. März 1947 und dann nochmals mehr als 45 Jahre nach der Aufnahme vom amerikanischen Militär veröffentlicht wurde, ist in unterschiedlichen Quellen sowohl mit Gaussman als auch Sheahan in Verbindung gebracht worden. Dieses Foto bildet nach Auffassung von Mark und Richard Wells den Maoling-Grabhügel ab, dessen Basis nur eine Kantenlänge von zirka 190 mal 190 Metern hat.[6] Die im Foto dargestellte Struktur liegt jedoch in einer flachen Landschaft mit einem Ort oder Gebäuden im Hintergrund und weist starke Zeichen von Erosion auf. In der Beschreibung der ersten Sichtung ist jedoch davon die Rede, dass die weiße Pyramide in den Bergen am Ende eines langgezogenen Tales steht und von perfekt regelmäßiger Gestalt sei.[5]

In der Gegend um Xi’an existiert eine Vielzahl von pyramidenähnlichen Hügeln. Sie sind in ihrer Mehrzahl nördlich von Xi'an zu finden. Nach Angaben von chinesischen Behörden handelt es sich bei ihnen um Grabhügel von Herrschern der westlichen Han-Dynastie.[7]

Die größte pyramidenähnliche Struktur, die aber immer noch deutlich kleiner ist, als die ursprünglichen Berichte über das gesichtete Objekt angeben, befindet sich an einem anderen Ort, außerhalb des Gebirges, einige Kilometer östlich der Ortschaft Lintong. Hierbei handelt es sich um das Mausoleum Qin Shihuangdis, das mit 350 Metern Länge der Basis und geschätzten 200 Metern an Höhe auch die Fundstätte der berühmten Terrakottaarmee ist.

Parawissenschaftler wie Erich von Däniken und Hartwig Hausdorf sind von der Existenz der Pyramide überzeugt.[1] Sie vermuten darüber hinaus einen Zusammenhang mit außerirdischen Intelligenzen bei der Entstehung der Pyramide. Hausdorf verarbeitete die Spekulationen um die Pyramide in seinem 1994 publizierten und mehrfach übersetzten Buch Die weisse Pyramide: ausserirdische Spuren in Ostasien, das das Interesse an den Pyramiden in China wieder aufleben ließ.[5] Er geht davon aus, dass die Pyramide heute in einem militärischen Sperrgebiet liegt und deshalb bisher nicht identifiziert werden konnte.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bruce Cathie: The Bridge to Infinity: Harmonic 371244. Adventure Unlimited, 1989, ISBN 0-922356-00-9
  • Hartwig Hausdorf: Die weisse Pyramide: ausserirdische Spuren in Ostasien. Langen Müller, München 1994, ISBN 3-7844-2482-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Marietta Arellano: Steht in China die größte Pyramide der Welt? planet-wissen.de vom 27. Mai 2011.
  2. zitiert nach: Bruce Cathie: The Bridge to Infinity. Adventures Unlimited Press, 1989; dort ohne Quelle.
  3. ohne Autor: Pyramiden im Reich der Mitte. Abgerufen im 26. Juni 2008.
  4. Steve Marshall: The White Pyramid, Fortean Times, Dezember 2002.
  5. a b c China's Lost Pyramids. Chris Maier, abgerufen im 27. Juni 2008.
  6. Mark Wells, Richard Wells: The Xianyang Pyramids. 6. November 2001, abgerufen im 26. Juni 2008.
  7. Philip Coppens: China’s Great Pyramids Controversy. Abgerufen im 26. Juni 2008.