Weihnachtstauwetter

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Weihnachtstauwetter nennt man die mild-nasse Witterungsperiode, die in Mitteleuropa als klimatologische Singularität in knapp sieben von zehn Jahren zwischen dem 24. und dem 29. Dezember eintritt.[1]

Beim Weihnachtstauwetter stößt von West bis Südwesten her feuchtwarme Meeresluft nach Mitteleuropa vor. Sie bringt ergiebige Regenfälle und lässt eine zuvor im Frühwinter gebildete Schneedecke zum Teil bis hinauf in die Gipfellagen der Mittelgebirge abschmelzen. Da das Regen- und Schmelzwasser im meist noch gefrorenen Erdboden nicht versickern kann, führen die Flüsse in dieser Zeit häufig Hochwasser. Nicht immer können sich die feuchtwarmen Luftmassen überall durchsetzen. Oft verläuft quer durch Mitteleuropa eine scharfe Grenze, die milde Luft im Südwesten von kalter Luft im Nordosten trennt. Entlang dieser Luftmassengrenze fällt nicht selten gefährlicher Eisregen.

Die Singularität wurde als solche von Hermann Flohn in den 1940er Jahren definiert.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Bissolli, Christian-Dietrich Schoenwiese: Kalendergebundene Witterungserscheinungen in neuem Licht. In: Naturwissenschaftliche Rundschau, 44 (1991) 5, ISSN 0028-1050, S. 169–175.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hartmut Leser: Wörterbuch Allgemeine Geographie. Diercke Verlag, München 1997, S. o.A.
  2. H. Flohn, P. Hess: Großwetter-Singularitäten im jährlichen Witterungsverlauf Mitteleuropas (= Statistisch-synoptische Untersuchungen 2). In: Meteorologischer und Hydrologischer Dienst der Deutschen Demokratischen Republik: Meteorologische Rundschau 2, 1949, S. 258–263.