Wenn die Nacht am tiefsten …

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Wenn die Nacht am tiefsten …
Studioalbum von Ton Steine Scherben
Veröffentlichung September 1975
Label David Volksmund
Genre Deutschrock, Agitpop
Laufzeit 82:31
Produktion Ton Steine Scherben, Trikont-Verlag[1]
Studio Alsterstudio, Hamburg
Chronologie
Keine Macht für Niemand
(1972)
Wenn die Nacht am tiefsten … IV
(1981)

Wenn die Nacht am tiefsten … ist das dritte Studioalbum der Rockband Ton Steine Scherben, welches das letzte vor einer sechsjährigen Studiopause war. Es zeigt erste Anzeichen eines Genrewechsels, also weg von dem Stil des Liedes Macht kaputt, was euch kaputt macht hin zu dem Stil des Liedes Halt dich an deiner Liebe fest.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren von 1973 bis 1974 hatten Ton Steine Scherben immer weniger Lust darauf, die „politische Musikbox“ der linken Szene zu sein. Dazu gehörte schließlich auch, dass man vom Publikum höchstens einen „Solidaritätsbeitrag“ als Eintritt fordern konnte, wovon es sich nicht besonders gut leben ließ. Daraufhin distanzierte sich die Band immer weiter von den Hausbesetzerparolen, auch wenn man der linken Ideologie treu blieb. Finanzielle Probleme führten zur Auflösung 1973. Die Trennung hielt nicht lange, aber bei der Wiedervereinigung fehlte der Bassist Kai Sichtermann. Er wurde durch Gino Götz ersetzt, der mit den Scherben schon am Kinderhörspiel Teufel hast du Wind zusammengearbeitet hatte. Außerdem fehlte nach wie vor ein Schlagzeuger (auf dem Album Keine Macht für Niemand hatte hauptsächlich Olaf Lietzau Schlagzeug gespielt). Der Drummer, für den sich Ton Steine Scherben nach Olaf Lietzau entschieden war Funky K. Götzner. In dieser Besetzung beschloss man Anfang 1974, eine neue LP zu produzieren.

Wissenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pseudonyme:
    • R.P.S. Lanrue ist der Künstlername von Ralph Steitz.
    • Das „K.“ in Funky K. Götzner steht für Klaus („Funky“ wurde er genannt, nachdem er in einer Zeitungsannonce Anschluss an eine Funk-Band gesucht hatte)
    • Vegas von Trantor ist ein Name aus einem Science-Fiction-Roman. Der eigentliche Name ist Uli Hammer.
    • Ralph Möbius benutzte den Namen Rio Reiser erst ab dem nächsten Album.

Titelliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LP 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heut Nacht (Ralph Möbius, R.P.S. Lanrue) - 6:15
  2. Samstag Nachmittag (Möbius, Lanrue) - 5:01
    Das Lied kam (ohne Musik) in einem Theaterstück der Roten Steine vor. Die neue Vertonung enthält ein Zitat aus Macht kaputt, was euch kaputt macht (das Gitarrenriff).
  3. Guten Morgen (Nikel Pallat, Möbius) - 4:16
  4. Durch die Wüste (Möbius, Lanrue) - 4:59
    Das Lied ist ein Science-Fiction-Stück. Der Titel ist der eines Romans von Karl May. Ab dem zweiten Album hatten Ton Steine Scherben auf jedem ihrer Alben solch ein Stück.
  5. Nimm den Hammer (Möbius, Lanrue) - 5:22
    Das Lied ist eine Adaption des Skiffle-Songs Take This Hammer.
  6. Ich geh weg (Möbius, Lanrue) - 3:23
    Das Lied wurde in Irland während eines Urlaubs geschrieben.
  7. Halt dich an deiner Liebe fest (Möbius, Lanrue) - 6:58
  8. Wir sind im Licht (Pallat, Lanrue) - 5:31

LP 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wenn die Nacht am tiefsten … (Möbius, Lanrue) - 3:31
    Das Lied wurde in Irland während eines Urlaubs geschrieben.
  2. Land in Sicht (Möbius, Lanrue) - 7:11
    Das Lied hatte ursprünglich einen englischen Text. Es war zu Produktionsbeginn bereits 3 Jahre alt.
  3. Komm an Bord (Möbius, Lanrue) - 9:14
  4. Steig ein (Möbius, Lanrue) - 20:50
    Das Lied ist mit knapp 21 Minuten das längste Lied der Band. Es besteht aus drei Teilen: Einem langen Intro, in dem Möbius von einer Traumvision erzählt, dem eigentlichen Song, und einem langen Schlussjam, indem sich Zitate aus älteren Scherben-Songs (Der Kampf geht weiter und Allein machen sie dich ein), sowie neuen Songs (Heut Nacht und Nimm den Hammer) finden lassen.

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. tonsteinescherben.de, aufgerufen am 22. November 2010