West-Nil-Fieber

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Das West-Nil-Fieber ist eine durch das West-Nil-Virus hervorgerufene Infektionskrankheit, die hauptsächlich bei Vögeln, gelegentlich aber auch bei Säugetieren (einschließlich des Menschen) auftritt. Das Vorkommen bei Vögeln oder Pferden ist in Deutschland eine anzeigepflichtige Tierseuche, die hier aber bislang noch nie aufgetreten ist.[1]

Symptome[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Menschen ergeben sich in 80 % der Fälle keine Symptome durch die Infektion. In anderen Fällen ergeben sich Grippe-ähnliche Symptome. Das Virus ist in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren und kann dadurch eine Enzephalitis (Entzündung des Gehirns), Meningitis (Entzündung der Hirnhäute) oder akute schlaffe Lähmung (Paralyse) auslösen; dies geschieht bei unter 0,67 % der Fälle (weniger als ein Fall pro 150 Infizierten). Beide Formen können tödlich enden, wobei die Letalität bei Beteiligung des Zentralnervensystems („neuroinvasive Formen“) bei bis zu 10 % liegt.[2] Neueren Erkenntnissen zufolge kann das Virus auch Nierenversagen auslösen.[3]

Die neuroinvasiven Infektionen führen darüber hinaus häufig zu schweren bleibenden Behinderungen. Personen über 50 Jahren haben ein höheres Risiko, eine schwere Form der Krankheit zu entwickeln. Die Symptome entwickeln sich nach 3 bis 14 Tagen Inkubationszeit.

Behandlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine wirksame Behandlung gibt es zur Zeit noch nicht. Allerdings sind aktuell Forscher der Washington University School of Medicine in St. Louis dabei, einen bei Mäusen entdeckten, gegen das Virus wirksamen Antikörper für die Anwendung beim Menschen weiterzuentwickeln. Es ist ihnen gelungen, diesen Antikörper E16 so umzubauen, dass er vom menschlichen Immunsystem nicht mehr als fremd erkannt und abgestoßen wird. Dieser so entstandene monoklonale Antikörper E16 hat sich schon bei den Mäusen als genauso wirksam in der Virusabwehr erwiesen wie sein Ursprungsmodell. Wenn sich in weiteren Studien die Wirksamkeit und Sicherheit des neuen Antikörpers bestätigen sollte, soll er danach beim Menschen getestet werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tierseuchenbericht 2011 des BMELV. In: Deutsches Tierärzteblatt. (DTBL) 60. Jahrgang, Mai 2012, S. 714–715.
  2. Lyle R. Petersen, Marc Fischer: Unpredictable and Difficult to Control – The Adolescence of West Nile Virus. In: New England Journal of Medicine. Band 367, Ausgabe 14 vom 4. Oktober 2012, doi:10.1056/NEJMp1210537, S. 1283–1285.
  3. Gefährliches Urlaubsmitbringsel bei der Sprechstunde des Deutschlandfunks vom 6. August 2013.
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