Westag & Getalit

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Westag & Getalit AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0007775231
Gründung 7. Dezember 1901
Sitz Rheda-Wiedenbrück, Deutschland
Leitung [1]
  • Michael Sindram (CEO), Vorstandsressort Technik
  • Rainer Zumholte (CCO), Vorstandsressort Vertrieb
  • Michael Engelen (CFO), Vorstandsressort Finanzen
Mitarbeiterzahl 1.234 (Durchschnittliche Mitarbeiterzahl 2020)[2]
Umsatz 229,1 Mio. Euro (2020)[3]
Website www.westag-getalit.com
Stand: 2020

Die Westag & Getalit AG ist ein Produzent von Holzwerkstoff- und Kunststofferzeugnissen. Das Unternehmen ist in die Bereiche Türen/Zargen, Oberflächen/Elemente sowie zentrale Bereiche unterteilt. Die Aktien des Unternehmens werden im General Standard der Frankfurter Börse gehandelt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Westag & Getalit AG geht auf die Möbelfabrik Joseph Ellendorff zurück, die am 7. Dezember 1901 in das Handelsregister von Wiedenbrück eingetragen wurde. Auf Grund der wirtschaftlichen Zwänge des Ersten Weltkrieges wurde die Fabrik am 15. April 1926 an die Brüder Isaak und Gustav Thalheimer aus Hannover sowie Sigmund Hirschheimer aus Ludwigshafen am Rhein verkauft. Diese waren bis dahin auch Hauptabnehmer der Produkte. Der durch die jüdische Herkunft der Inhaber bedingte wirtschaftliche Boykott im Nationalsozialismus zwang sie 1936 in die Emigration nach England und Brasilien. Im August 1938 wurde die Firma in Westdeutsche Sperrholzwerke Hugo Bresser & Co. umbenannt, der erfolgreiche Arisierer Bresser starb nach einer Denunziation durch den anderen Teilhaber Christian Franke 1945 in NS-Haft.[4] Nach Ende des Krieges erhielt Erich Thalheimer, Sohn von Isaak Thalheimer, das Werk zurück. 1960 bekam das Unternehmen seine heutige Firma: Westag & Getalit. Am 26. Juni 1961 erfolgte der Börsengang. Zwischen 1989 und 1994 emittierte Westag & Getalit Vorzugsaktien. Seit 2018 ist die Westag & Getalit AG Teil der Broadview Industries AG. Diese ist eine Tochter der niederländischen Broadview Holding, die fast vollständig dem Investmentunternehmen HAL Investments gehört.[5]

Geschäftstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit den beiden produktiven Sparten „Türen/Zargen“ und „Oberflächen/Elemente“ bietet der Hersteller ein breites Sortiment von Bau- und Ausbauprodukten an. Das Angebot reicht von Sperrholz- und Schalungsplatten über dekorative und technische Beschichtungsmaterialien (unter anderem HPL-Schichtstoff und Mineralwerkstoff) bis hin zu beschichteten Plattenmaterialien für den Innenausbau. Darüber hinaus werden einbaufertige Produkte wie Türen und Zargen, Arbeitsflächen, Fensterbänke und Küchenrückwandsysteme angeboten. Die Sparte Oberflächen/Elemente ging aus der Verschmelzung der beiden vormals selbstständigen Produktsparten „Sperrholz/Schalung“ und „Laminate/Elemente“ hervor.[6][7]

Die umsatzstärkste Sparte war 2005 der Bereich Türen/Zargen mit einem Umsatz von 73,2 Millionen Euro. Der Exportanteil lag bei 10,3 Prozent. Die Sparte Laminate/Elemente setzte 69,6 Millionen Euro um, 27,4 Prozent davon durch Export. Umsatzschwächste Sparte ist Sperrholz/Schalungen mit 27,1 Millionen Euro. Der Exportanteil ist dabei mit 33 Prozent am höchsten.[8] Die Sparte Sperrholz/Schalungen setzte 2005 27,1 Millionen Euro um. Davon wurden 33 Prozent durch Export erwirtschaftet. Der Jahresüberschuss, nach IFRS, betrug 2005 5,2 Millionen Euro.[9] Im Jahr 2006 konnte Westag & Getalit überproportional vom Aufschwung in der Baubranche profitieren. Der Jahresüberschuss betrug 2006 11,9 Millionen Euro.[10]

Das Hauptwerk des Unternehmens befindet sich in Rheda-Wiedenbrück, das Zweigwerk liegt im etwa 15 Kilometer entfernten Wadersloh. Im Zweigwerk werden Produkte der Sparte Oberflächen/Elemente hergestellt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.westag-getalit.com/unternehmen/vorstand-aufsichtsrat/
  2. [1]
  3. [2]
  4. LG Paderborn, 2. November 1948. In: Justiz und NS-Verbrechen. Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945–1966, Bd. III, bearbeitet von Adelheid L. Rüter-Ehlermann, C. F. Rüter. Amsterdam : University Press, 1969, Nr. 94, S. 343–368 Denunziation des Inhabers der Wiedenbrücker Sperrholzwerke anlässlich eines Betriebskonflikts durch seinen Teilhaber wegen abfälliger Worte über die NSDAP und die NS-Regierung (Memento des Originals vom 27. November 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www1.jur.uva.nl
  5. https://www.halinvestments.nl/broadview-holding/
  6. Geschäftsbericht 2014
  7. Geschäftsbericht 2015
  8. Geschäftsbericht 2005, S. 2.
  9. Geschäftsbericht 2005, S. 31.
  10. Westag & Getalit boomen mit (Memento vom 26. September 2007 im Internet Archive)

Koordinaten: 51° 49′ 42,5″ N, 8° 18′ 33,6″ O