Wetterballon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wasserstoffballon mit Reflektor
Heliumgefüllter Wetterballon mit Nutzlast kurz nach dem Start

Ein Wetterballon ist ein Ballon, der in der Meteorologie zum Transport von Messgeräten und dabei speziell Radiosonden verwendet wird.

Typischer Missionsablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Wetterballon besteht typischerweise aus Gummi und hat ein Eigengewicht von lediglich etwa 200 Gramm. Die Haut des Wetterballons ist sehr empfindlich und fein, so dass sie nur mit Schutzhandschuhen berührt werden darf. Selbst minimale Beschädigungen, die am Boden folgenlos bleiben, können in großer Höhe bei zunehmend gespannter Haut zum vorzeitigen Platzen des Ballons führen.

Gefüllt wird der Ballon normalerweise mit Helium oder Wasserstoff. Letzterer ist im Gegensatz zum raren und teuren Helium günstig und leicht verfügbar, das Problem der Entflammbarkeit wird bei den erforderlichen Mengen als beherrschbares Risiko eingeschätzt. Die Sonde wird am Wetterballon in genügendem Abstand angebracht, um nicht in seinem Windschatten aufzusteigen. Da sich der Ballon wegen des mit zunehmender Höhe nachlassenden Luftdrucks auf einen Durchmesser von über zwölf Metern ausdehnt, würde der Windschatten die Messergebnisse enorm verfälschen.

Der Wetterballon kann eine Höhe von 20–30 km erreichen, bevor er platzt und die Sonde mit einem Fallschirm zum Boden zurückkehrt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer der ersten, die Wetterballons nutzen, war der französische Meteorologe Léon-Philippe Teisserenc de Bort. Ab 1896 führte er über 200 Ballon-Experimente durch, häufig bei Nacht, um Messfehler durch Strahlungswärme auszuschließen. Das Wissen um die Troposphäre und Stratosphäre als Schichten der Erdatmosphäre stammt aus dieser Zeit. Wetterballons werden oftmals als Erklärung für angebliche UFO-Sichtungen herangezogen.

Solarballon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

18m³-Solarballon schwebt über einer Wiese

Als Wetterballon kommt auch ein Solarballon in Betracht, eine besondere Art des Heißluftballons, der allein durch die Sonne geheizt wird. Kosten und Infrastruktur für die Füllung mit Wasserstoff oder Helium entfallen. Sonniges Wetter und geringe Windstärke vorausgesetzt, kann ein Solarballon ununterbrochen fliegen. Da die erwärmte Luft als Traggas deutlich geringeren Auftrieb erzeugt als Wasserstoff oder Helium, ist die Traglast und die maximal erreichbare Höhe eines Solarballons geringer. Für den größten bisher gebauten Solarballon wurde eine Gipfelhöhe von 14.700 Metern gemessen.[1] Anders als übliche Wetterballons können Solarballons auch mit offener Hülle fliegen, sodass der mit steigender Höhe sinkende Druck ihre Form nicht verändert. Ebenso können sie aber auch eine geschlossene Hülle verwenden, die anfangs noch nicht komplett gefüllt ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ingrid Kästner, Jürgen Kiefer (Hrsg.): Von Kometen, Windhosen, Hagelschlag und Wetterballons. Beiträge zur Geschichte der Meteorologie (= Europäische Wissenschaftsbeziehungen. Bd. 8). Shaker, Aachen 2014, ISBN 978-3-8440-3075-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wetterballon – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Wetterballon – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Solarballon-Mission Stabilo-1 am 2. Dezember 2006, abgerufen am 14. April 2014.