Antonow An-24

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Antonow An-24
Antonow an-24.jpg
An-24 am Flughafen Uschhorod, Ukraine
Typ: Kurzstrecken-Passagierflugzeug
Entwurfsland: SowjetunionSowjetunion Sowjetunion
Hersteller: Antonow
Erstflug: April 1960
Indienststellung: September 1963
Produktionszeit: 1960 bis 1978
Stückzahl: über 1300

Die Antonow An-24 (NATO-Codename: „Coke“) ist ein Kurzstrecken-Passagierflugzeug sowjetischer Herkunft. Ausgelegt als typischer Antonow-Schulterdecker und angetrieben von zwei Turboprop-Triebwerken wurde und wird sie vorrangig in der zivilen Luftfahrt eingesetzt. Über 1300 Flugzeuge dieses Typs wurden gebaut.

130 aller gebauten An-24, also etwa 10 %, wurden bis heute bei Unfällen zerstört. Allerdings ist ein großer Teil dieser Verluste auf mangelhafte Wartung oder schlechten Ausbildungsstand der Besatzung zurückzuführen, denn die An-24 gilt als robust und unverwüstlich. Seit 1990 wurden viele An-24 Fluggesellschaften in der Dritten Welt verkauft.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel des Entwurfs der An-24, dessen Entwicklung Ende 1956 begann, war ein Kurzstrecken-Turboprop-Verkehrsflugzeug, das in der Lage sein sollte, auf schlecht befestigten Kleinflugplätzen unter wechselnden Witterungsbedingungen zu operieren. Im April 1960 hob die An-24 erstmals ab und wurde im September 1963 bei Aeroflot in Dienst gestellt. Im Laufe der Zeit entstanden um das Basismodell eine ganze Reihe erfolgreicher Flugzeuge, so zum Beispiel die An-24RW mit einem zusätzlichen Strahltriebwerk, die Frachtversion An-24T und das Löschflugzeug An-24P. Die An-24 wird in der Volksrepublik China als Xian Y-7 weiter produziert.

Aus der An-24 wurden die militärische Transportvariante An-26 und die Fotoversion An-30 abgeleitet. Ziviles Nachfolgemodell ist die An-140.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreiseitenriss
Cockpit der An-24
An-24 auf einer Briefmarke der DDR von 1969. Die Interflug betrieb ab 1966 bis in die 1970er Jahre hinein sieben An-24W.[1]
Kenngröße Daten der An-24W
Besatzung 3–5
Passagiere 50
Länge 23,53 m
Spannweite 29,20 m
Höhe 8,32 m
Flügelfläche 74,98 m²
Leermasse 13.300 kg
Nutzlast 6.750 kg
Startmasse 21.000 kg
Höchstgeschwindigkeit 680 km/h in 8000 m
Reisegeschwindigkeit 450 km/h
Dienstgipfelhöhe 8400 m
Reichweite 550–2440 km
Triebwerke zwei Iwtschenko AI-24A Turboprop-Triebwerke mit je 1877 kW / 2552 PS

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 2. April 1969 stürzte Flug 165 der polnischen Fluggesellschaft Polskie Linie Lotnicze LOT abseits der Flugroute auf den Hang des Berges Polica in der Gemarkung von Zawoja in den Westkarpaten, nachdem die Crew aus einer nicht abschließend geklärten Ursache den Zielflughafen Krakau um ca. 50 km verfehlt hatte. Alle 53 Personen an Bord der vollbesetzten Antonow An-24B wurden dabei getötet.
  • Am 1. April 1970 kollidierte eine An-24 der sowjetischen Aeroflot bei Togutschin, Region Nowosibirsk (UdSSR), mit einem Wetterballon und stürzte ab. Alle 45 Insassen starben.
  • Der Aeroflot-Flug 6263 war ein Linienflug von Krasnodar nach Perm. Beim Absturz am 21. Januar 1973 kamen alle 39 Insassen ums Leben.
  • Am 24. Dezember 1983 stürzte eine Antonow An-24RW beim Durchstarten nach einem misslungenen Landeanflug auf den Flughafen Leschukonskoje(Sowjetunion) ab. Von den 49 Personen an Bord überlebten nur 5 das Unglück.[2]
  • Am 4. August 2010 verunglückte Katekavia-Flug 9357 beim Landeanflug auf Igarka. Es gab 12 Todesopfer.
  • Aus unbekannter Ursache fing eine Antonow An-24 am 13. Februar 2013 beim Flug von Odessa nach Donezk während einer Notlandung Feuer. Mindestens 5 Menschen starben, 12 wurden verletzt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Antonow An-24 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Detlef Billig, Manfred Meyer: Flugzeuge der DDR. Band 2. 2002, ISBN 3-613-02241-9, S. 102–109.
  2. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network