Wikipedia:Hauptseite/Artikel des Tages

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Die Einbindung des Artikels des Tages erfolgt auf Wochentags-Seiten von Montag bis Sonntag. Vorgeschlagen und diskutiert werden die Artikel auf dieser Seite, die auch Fragen der Bildeinbindung und Weiteres erklärt.


Artikel des Tages am Freitag

Die Reeperbahn in Hamburg bei Nacht (2006)

Werner Pinzner (* 27. April 1947 in Hamburg-Bramfeld; † 29. Juli 1986 in Hamburg), auch „Mucki“ genannt, war ein deutscher Auftrags­mörder, der als „St.-Pauli-Killer“ bekannt wurde. Nach einer Serie von Auftrags­morden erschoss er am 29. Juli 1986 während einer Vernehmung im Hamburger Polizei­präsi­dium den ermitteln­den Staats­anwalt, seine eigene Frau und sich selbst. Der Fall führte zu politi­schen Konse­quenzen in der Hanse­stadt Hamburg und gilt als einer der spekta­kulär­sten Fälle der Kriminal­geschichte der Bundes­republik Deutsch­land. Pinzner war am 15. April 1986 durch ein Mobiles Einsatz­kommando fest­genommen worden. Nach der Festnahme verlangte Pinzner unmittelbar, den ermitteln­den Staats­anwalt Wolfgang Bistry zu sprechen. Bei der ersten Vernehmung gab Pinzner zu Protokoll, acht Morde begangen zu haben. Dem Staats­anwalt gegenüber erklärte er später, dass er insgesamt elf Personen getötet habe und zur Aussage bereit sei. In der Folge sollte Pinzner in mehreren Verneh­mungen zu fünf Morden konkrete Angaben machen und zu den Strukturen im Rotlicht­milieu St. Paulis aussagen. Am 29. Juli 1986 wurde Pinzner zur Vernehmung ins damalige Hamburger Polizei­präsi­dium am Berliner Tor gebracht. Pinzners Frau hatte mit Hilfe seiner Rechts­anwältin eine Schuss­waffe in das Präsidium einge­schmuggelt. Pinzner ergriff diese und erschoss den Staats­anwalt. Pinzner verbarri­kadierte die Tür, telefo­nierte mit seiner Tochter und erschoss dann seine Frau und sich selbst. Nach dem Tode Pinzners wurde erstmals seit der Schleyer-Entführung eine Nach­richten­sperre verhängt. Der Justiz­skandal verschärfte sich noch, als bekannt wurde, dass in der Zelle Pinzners Utensilien zum Heroin­konsum, Kokain und an seinem Körper auch noch Einstich­stellen gefunden worden waren.  – Zum Artikel …

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Artikel des Tages am Samstag

Sano Manabu, einer der berühmtesten Kommunisten, der tenkō beging, im Jahr 1948.

Tenkō (jap. 転向/Kyūjitai 轉向, deutsch wörtlich: „Wendung, Umkehrung, Bekehrung, Konversion“) bezeichnet die politische Konversion zahlreicher japanischer Sozialisten, die sich in den Jahren 1925 bis 1945 von der linken Bewegung oder Weltanschauung lossagten und nicht selten zum Nationalismus bekannten. Eine politische Konversion konnte ohne direkte Repression des Staates vonstattengehen, fand jedoch zumeist unter starkem Leidensdruck in Gefängnissen, Zuchthäusern oder Untersuchungshaftanstalten statt. Als Beweggründe für tenkō nannten inhaftierte Sozialisten meist das Erwachen ihres Nationalbewusstseins, familiäre Gründe oder die Entdeckung theoretischer Widersprüche im Marxismus. Einer der bekanntesten Fälle von tenkō ereignete sich im Juni 1933, als Sano Manabu und Nabeyama Sadachika, zwei inhaftierte Führungsfiguren der illegalen Kommunistischen Partei Japans (KPJ), sich in einem offenen Brief von der Kommunistischen Internationalen (Komintern) und der Strategie der gewaltsamen Revolution lossagten und einen spezifisch japanischen, nationalen Sozialismus unter kaiserlicher Obhut einforderten.  – Zum Artikel …

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Artikel des Tages am Sonntag

Titelkopf der „Isis“

Die Isis war eine enzyklopädisch angelegte Zeitschrift, deren Schwer­punkt Beiträge zu Natur­wissenschaft und Medizin, Technologie und Ökonomie sowie Kunst und Geschichte bildeten. Darüber hinaus wurden in ihr bedeutende Artikel zur Wissenschaftspolitik und Wissen­schafts­organisation veröffentlicht. Die von Lorenz Oken heraus­gegebene und von Friedrich Arnold Brockhaus verlegte Isis war die erste fachüber­greifende Zeitschrift im deutsch­sprachigen Raum. Die 41 Bände der nach der ägyptischen Göttin Isis benannten Zeitschrift wurden nominell von 1817 bis 1848 publiziert. Das erste Heft erschien jedoch bereits am 1. August 1816, während sich die Druck­legung des letzten Heftes bis zum Februar 1850 verzögerte. Bis 1832 trug die Isis den Titelzusatz Encyclopädische Zeitung. Nachdem sich der Schwerpunkt der in ihr veröffent­lichten Beiträge gewandelt hatte, änderte Oken den Titelzusatz 1833 in Encyclopädische Zeitschrift, vorzüglich für Natur­geschichte, vergleichende Anatomie und Physio­logie. Die anfangs in Jena gedruckte Zeitschrift wurde nach ihrem Verbot im Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach seit dem Sommer 1819 im nahegelegenen Rudolstadt in der Hofbuch­druckerei des Fürstentums Schwarz­burg-Rudol­stadt hergestellt. Die ursprüngliche Auflagen­höhe der Zeitschrift von 1500 Exemplaren sank in den ersten Jahren des Bestehens schnell ab und betrug in den letzten Jahren noch etwa 200 Exemplare.  – Zum Artikel …

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