Wilhelm Micholitz

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Wilhelm Micholitz (* 1854 in Sulechów (deutsch: Züllichau in Schlesien); † Dezember 1932) war ein deutscher Pflanzenjäger, der im Auftrag des deutsch-englischen Gärtners Henry Frederick Conrad Sander in fernen Ländern Orchideen sammelte. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Michol.“.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Lehre in den Herrenhäuser-Gärten in Hannover, in Kew Gardens-London und als Leiter des botanischen Gartens in Kiew (Ukraine) arbeitete er als „Orchideenjäger“ für Sanders & Co. in London.

Im Auftrag der im englischen St. Albany befindlichen Gärtnerei von Henry Frederick Conrad Sander unternahm Micholitz eine Vielzahl von Sammelreisen, darunter zu den Philippinen (1884–1885), den indonesischen Aru-Inseln (1890), den Molukken (1891), Neuguinea und Sumatra (1891–1892), den indonesischen Inseln Ambon (Insel) und Natuna (1892–1898), Birma und Südamerika (1900). Er fand unter anderem die Art Leucophanes candidum.

Im Jahr 1914 schrieb Micholitz an seinen Auftraggeber Frederick Sander: „Ich kann nicht behaupten, dass ich besonders dankbar bin, dass Sie mich zu dieser Jahreszeit hinter diesem verdammten Dendrobium herjagen“.[1]

Nach langen Jahren der Sammelreisen setzte sich Micholitz wohlhabend im Ruhestand nieder. Zu seinem Pech verlor er Teile seine Ersparnisse durch die Geldentwertung und seine Zeichnung von Kriegsanleihen im Ersten Weltkrieg, bis er in Berlin im Dezember 1932 starb.

Nach Micholitz sind die Pflanzenarten Alocasia micholitziana und Coelogyne micholitziana benannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aus dem Porträt „Jäger im Dienst des Orchideenkönigs“ in: Kej Hielscher, Renate Hücking: Pflanzenjäger In fernen Welten auf der Suche nach dem Paradies, 2002 ISBN 3492044247

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]