William Cureton

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William Cureton, Kreidezeichnung aus dem Jahr 1861

William Cureton (* 1808 in Westbury, Shropshire; † 17. Juni 1864) war ein britischer Orientalist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 20 Jahren kam Cureton 1828 an das Christ Church College der University of Oxford. 1832 erhielt er das Weihesakrament und zwei Jahre später berief man ihn zum Unterbibliothekar der Bodleian Library.

1837 berief man Cureton an das Britische Museum, wo er altägyptische und frühchristliche Handschriften erforschte. Neun Jahre später begann er, einen Katalog arabischer Handschriften zu veröffentlichen. In dieser Zeit (um 1847) berief ihn Königin Victoria zu ihrem Kaplan. 1838 wurde er als Mitglied („Fellow“) in die Royal Society gewählt. 1850 wurde Cureton Kanonikus von Westminster Abbey (City of Westminster) ernannt und gleichzeitig auch Pfarrer der St Margaret’s Church. 1860 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften gewählt.[1] 1862 wurde er als korrespondierendes Mitglied in die Russische Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg aufgenommen.[2]

Im Alter von ungefähr 54 Jahren starb William Cureton am 17. Juni 1864 an den Folgen eines Eisenbahnunfalls.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Ruf in der gelehrten Welt gründet sich hauptsächlich auf die Herausgabe bisher unbekannter, aber für die Geschichte der alten christlichen Kirche wichtiger syrischer Schriftstücke aus der Handschriftensammlung, welche Henry Tattam 1841 aus einem Kloster der ägyptischen Natronwüste für das Britische Museum erworben hatte. Die erste Veröffentlichung daraus war eine syrische Übersetzung der Briefe von Ignatius an Polykarp, und an die Epheser und Römer (London 1845). Gerade diese Übersetzung (mehr eine Interpretation) erfuhr eine teilweise sehr kontroverse Diskussion, die aber von Cureton vehement verteidigt wurde.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vindiciæ Ignatianæ or the genuine writings of St. Ignatius. London 1846.
  • Corpus Ignatianum. A complete collection of the Ignatian epistles. London 1849.
  • The festal letters of Athanasius. Discovered in an ancient Syriac version. London 1848 (Festbriefe von Athanasius des Großen)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Bd. 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 63.
  2. Ausländische Mitglieder der Russischen Akademie der Wissenschaften seit 1724. William Cureton. Russische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 26. September 2015 (englisch).
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888 bis 1890.
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