Willoughby D. Miller

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Willoughby Dayton Miller (* 1. August 1853 in Alexandria, Ohio; † 27. Juli 1907 in Newark, Ohio) war ein US-amerikanischer Wissenschaftler im Fach Zahnmedizin mit dreißigjährigem Wirkungsort Berlin.[1]

Ursprünglich hatte er an der University of Michigan Chemie, Physik und Mathematik studiert und 1875 akademische Abschlüsse in diesen Fächern erworben. Anschließend ging er nach Berlin, um hier seine Chemie- und Physikstudien zu vertiefen. Auf Anraten seines Landsmannes Frank Abbott, der in Berlin als Zahnarzt praktizierte, wandte er sich der Zahnmedizin zu. 1884 erhielt er als erster Ausländer eine Professur an einer deutschen Universität, und zwar für operative Zahnheilkunde an der Berliner Universität. Er studierte zudem Bakteriologie bei Robert Koch und erwarb den Doktorgrad in Allgemeinmedizin.

Sein Hauptwerk "The Microorganisms of the Human Mouth" erschien 1890 und stellte die bahnbrechende und bis heute gültige Theorie auf, wonach Bakterien der Mundflora Kohlenhydrate zu Säuren abbauen, die ihrerseits den Zahnschmelz entkalken, anschließend können Bakterien in den Zahn eindringen und das Dentin zerstören. Damit stellte er die zahnmedizinische Forschung auf eine solide biologische Basis. Alle wissenschaftlichen Arbeiten im Bereich der Kariesprophylaxe seither stützen sich auf Millers Forschungsarbeit. Zusammen mit dem US-ameriankischen Zahnarzt Newell Sill Jenkins, der in Dresden praktizierte, entwickelte er eine Zahnpasta namens Kolynos, die erstmals Desinfizienzien enthielt.[2]

Miller war von 1900 bis 1906 Präsident des Centralvereins Deutscher Zahnärzte (CVdZ).[3] Beim 4. Internationalen Treffen der Zahnheilkundler in St. Louis 1904 wurde er zum Präsidenten der Fédération Dentaire Internationale gewählt. Bei dieser Gelegenheit wurde ihm angeboten, die Leitung der Zahnmedizinischen Fakultät der University of Michigan zu übernehmen. Im Juli 1907 kehrte er mit seiner Familie in die USA zurück, verstarb jedoch an einer durch einen Blinddarmdurchbruch verursachten Bauchfellentzündung, noch bevor er sein neues Amt antreten konnte. Das neu eingerichtete Institut übernahm der als Millers Assistent vorgesehene Russell Bunting, der Millers Arbeiten fortführte.

Er veröffentlichte 164 Fachpublikationen in deutschen und internationalen Fachzeitschriften.[4]

Ein zahnärztliches Instrument trägt seinen Namen – die Miller-Nadel.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Miller war Ehrenmitglied von 39 zahnärztlichen Korporationen des In- und Auslandes.[4]
  • Ehrenmitglied des Central-Vereins deutscher Zahnärzte,
  • Ehrenmitglied der Vereinigung der Dozenten der Zahnheilkunde an den deutschen Universitäten,
  • Ehrenmitglied des Comités für die zahnärztlichen Fortbildungskurse in Preussen,
  • Dr. phil. honoris causa der Universität Ann Arbor,
  • Dr. of Science der Universität Philadelphia,
  • Bronzemedaille der Société d'Odontologie de Paris,
  • Goldmedaille
  • Ehrenpräsident des Internationalen Kongresses in Berlin.
  • Miller-Stiftung durch den Centralverein Deutscher Zahnärzte
  • Verleihung des Titels Geheimer Medizinalrat

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nachruf Willoughby Dayton Miller, Public Health in The British Medical Journal, 31. August 1907. S. 558. Abgerufen am 3. März 2016.
  2. Kolynos Toothpaste and Nalgiri Cosmetics - A curious blend of Greek and Hindu. Abgerufen am 31. März 2016.
  3. Julius Parreidt Geschichte des Central-Vereins Deutscher Zahnärzte 1859–1909.. Springer-Verlag, 1. Dezember 2013, ISBN 978-3-662-41001-1, S. 23–.
  4. a b W. D. Miller. Ein Lebensbild. Gedächtnisrede, gehalten am 24. November 1907 von W. Dieck, Korrespondenz-Blatt für Zahnaerzte, Verlag von C. Ash & Sons, Berlin. 1908. Heft 1.