Willy Abel

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Willy Abel (* 23. September 1875 in Dierdorf, Rheinland-Pfalz; † 22. September 1951 in Berlin-Lichtenberg) war ein deutscher Konstrukteur und Erfinder.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abel wurde als Sohn des Kunsthändlers Karl Ludwig Rudolf Abel (* 1838) und seiner Frau Anna Weber (* 1845) geboren. Nach der Lehrzeit als technischer Konstrukteur in der Maschinenfabrik Laeis in Trier erfand Abel eine für den damaligen Maschinenbau wichtige Zahnräderformmaschine. Während seiner Tätigkeit in der königlichen Gewehrfabrik in Spandau (1893–1898) konstruierte er den im deutschen Heer eingeführten Mündungsschoner für das Gewehr 98.

Um die Jahrhundertwende entwickelte Abel einen Automaten, der es ermöglichte, standardisierte Wertzeichen statt in Einzelherstellung bedarfsgerecht beim Verkauf in einem münzeinwurfgesteuerten Rotationsverfahren zu bedrucken und an den Kunden herauszugeben. Damit wurde der Billettverkauf im Massenverkehr ohne menschliche Arbeitskraft möglich. Dieser Automat wurde seit 1907 in den von Abel gegründeten und geleiteten Harras-Werken in der Rittergutstraße in Berlin-Lichtenberg hergestellt. Er fand weltweite Verbreitung.

1907 heiratete er Margarethe Drässe. Der wirtschaftliche Erfolg erlaubte es Abel, weitere industrielle Erfindungen planmäßig zu entwickeln und in erfolgreiche Herstellungs- und Vertriebsprozesse zu überführen. So wurde er zum Schöpfer der Normen zur Gewindetoleranz, zum Erfinder der sog. Schienenlunge, die zur Verbesserung stoßfreier Eisenbahnschienen entscheidend beitrug. Ferner entwickelte er eine Einrichtung für die mechanische Schiffsbekohlung.

Weltbekannt wurde Abel mit der Entwicklung und der Herstellung von Werkzeugen und Kleinmaschinen für den Haushalt, die später als Massenartikel am Fließband produziert wurden. So erfand er die Brotschneidemaschine, den Eierschneider und das herzförmige Waffeleisen.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berliner Zeitung vom 23. April 1997, HEIMATMUSEUM ZEIGT MEHR ALS HUNDERT JAHRE LICHTENBERGER INDUSTRIEGESCHICHTE, Der Eierschneider war ein Welterfolg [1]