Winkel (Werkzeug)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Flachwinkel
Anschlagwinkel für die Holzbearbeitung
hölzernes Gehrmaß für 45°-Winkel
Winkel und Zirkel: Symbol der Freimaurerei

Ein Winkel oder Winkelmaß ist eine Formlehre, die bei der Holz-, Stein- und Metallbearbeitung sowie im Bauhandwerk verwendet wird. Der Winkel besteht aus zwei Schenkeln, die in einem rechten Winkel zueinander angeordnet sind.

  • Der Flachwinkel besteht aus Flachstahl.
  • Der Anschlagwinkel hat einen Schenkel als Anschlag gestaltet, mit dem er an geraden Kanten angelegt werden kann. In der Holzbearbeitung verwendete Anschlagwinkel bestehen aus Holz oft in Kombination mit messingbelegten Kanten und dem zweiten Schenkel aus Stahl[1]. Der in der Metallbearbeitung eingesetzte Anschlagwinkel besteht üblicherweise ganz aus Werkzeugstahl.
  • Der Haarwinkel besteht aus einem speziellen Stahl für Lehren mit einer definierten Messkante auf beiden Seiten des längeren Schenkels. Die Messkante ist im Querschnitt wie eine Schneide spitz zulaufend geschliffen, der kurze Schenkel ist flach geschliffen. Die Messkante lässt im Gegenlicht geringfügige Abweichungen und Unebenheiten sichtbar werden.

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Winkel hat zwei Hauptzwecke: Zum einen dient er dazu, Linien in einem rechten Winkel zu einer Bezugskante oder einer anderen Linie ein- oder anzuzeichnen. Auf Holz geschieht dies mit einem Bleistift, auf Metall mit einer Reißnadel. An der angezeichneten Linie wird das Material gekürzt, gebohrt oder auf eine andere Art bearbeitet. Zum anderen dient der Winkel zur Kontrolle der rechtwinkligen Lage von Kanten, Flächen oder Bezugslinien zueinander (z. B. der Mittellinie einer Lochreihe) nach der Bearbeitung.

Die Handhabung ist je nach Art des Winkels verschieden.

  • Beim einfachen Winkel wird die Innenseite eines Schenkels etwas schräg nach unten an der Kante des Materials angelegt.
  • Beim Anschlagwinkel für die Holzbearbeitung wird der dickere Schenkel an der Materialkante angelegt.
  • Beim Anschlagwinkel für die Metallbearbeitung wird der Anschlag an der Kante des Werkstücks angelegt.

Prüfung von Winkeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ob der Winkel tatsächlich einen „rechten Winkel“ liefert, wird durch „Umschlag“ geprüft: Ein Schenkel des Winkels (meist der kürzere) wird an eine gerade Kante angelegt/angeschlagen und am längeren Schenkel ein Bleistiftstrich oder ein Riss mit der Reissnadel gezogen. Anschließend wird der Winkel „umgeschlagen“, der kürzere Schenkel des Winkels auf die andere Seite angelegt/angeschlagen. Der Bleistiftstrich/Riss muss parallel zum längeren Schenkel verlaufen, wenn der Winkel „richtig“ oder „recht“ ist.[1]

Gehrmaß[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gehrmaß ist ein Anschlagwinkel, bei dem die Schenkel im Winkel von 45° zueinander stehen. Er wird zum Anreißen und Prüfen von Gehrungen benutzt.[2] Manche 90°-Winkel können durch eine 45° stehende kurze Seite des Anschlagschenkels zusätzlich als Gehrmaß genutzt werden.

Symbole mit Winkeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Symbol der Freimaurerei besteht aus den beiden Werkzeugen Winkel und Zirkel.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwandte Werkzeuge sind Goniometer, Reißschiene, Sinuslineal und Zentrierwinkel

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Winkel (Werkzeug) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Wolfgang Nutsch und andere: Fachkunde für Schreiner (12. Auflage), Verlag Europa Lehrmittel, Wuppertal 1980, Seite 231, ISBN 3-8085-4011-7
  2. Wolfgang Nutsch und andere: Fachkunde für Schreiner (12. Auflage), Verlag Europa Lehrmittel, Wuppertal 1980, Seite 232, ISBN 3-8085-4011-7