Wissenschaftshafen Magdeburg

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Die Denkfabrik

Der Wissenschaftshafen Magdeburg ist ein modernes Stadtquartier in Magdeburg und geht hervor aus dem ehemaligen Handelshafen, der im Laufe der Zeit seine Funktion als Umschlagplatz verlor. Er soll zu einem Museums-, Wissenschafts- und Forschungsstandort ausgebaut werden und durch die Lage zur Elbe dieses mit Gewerbe, Wohnen, Dienstleistung, Freizeit und Tourismus verknüpfen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wissenschaftshafen befindet sich auf dem Gebiet des ehemaligen Handelshafens nördlich der Magdeburger Innenstadt im Stadtteil Alte Neustadt direkt an der Elbe. Nahe dem Stadtquartier befindet sich die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Direkt auf der gegenüberliegenden Seite der Elbe liegt die Fachhochschule Magdeburg-Stendal, zu erreichen über den Nordbrückenzug der angrenzenden B 1.

Das Gebiet liegt nicht direkt an einer Straßenbahnstrecke, etwas ferner zwischen Universität und Wissenschaftshafen verläuft aber die Linie 2, die über die Haltestellen Universitätsbibliothek und Peter-Paul-Straße zu erreichen ist. Die Buslinie 73 endet direkt am Wissenschaftshafen und verläuft bis zum Harsdorfer Platz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hafenbecken des ehemaligen Handelshafens

Durch das steigende Wachstum des Hamburger Hafens stieg auch im Hinterland der Bedarf an Lager- und Umschlagplätzen. Infolgedessen entstand 1893 der Handelshafen als Bestandteil der insgesamt vier Magdeburger Häfen. Im Laufe der Zeit verlor der Hafen aber seine Funktion, da sich die Gewerbegebiete mehr in den Norden der Stadt Richtung A 2 und der anderen drei Häfen erstrecken. Um dem Hafengebiet wieder neues Leben zu verleihen und trotzdem den Charakter zu erhalten, wurde beschlossen dem Areal eine neue Nutzung zu geben. Deswegen wurden bestehende Gebäude saniert und umfunktioniert, zum Beispiel wurden bei der 2007 eröffneten Denkfabrik zwei bereits vorhandene Getreidespeicher miteinander verknüpft und zu einem Bürogebäude für innovative Unternehmen und Forschungseinrichtungen umgebaut. Auch versuchte man noch existierende Kräne, Bagger, eine alte Hubbrücke und den im Hafenbecken befindlichen Kettendampfer Gustav Zeuner als Museumsschiff in das Gebiet zu integrieren. Neben der Erhaltung alter Gebäude und Maschinen ist auch der Neubau von Forschungseinrichtungen ein Bestandteil des Umbaus zum Wissenschaftshafens, wie zum Beispiel das markante Elbe-Office oder das Gebäude des Virtual Development and Training Centre (VDTC) des Fraunhofer-Instituts Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF).

Ein weiteres Beispiel für die Verknüpfung mehrerer Bereiche miteinander ist der angestrebte Ausbau der zwei großen Silos am nordöstlichen Ende des Hafens zu zwei Wohnhochhäusern mit insgesamt 200 Wohnungen.[1] Auf Grund des gegenüberliegenden Mühlenwerks und strengerer Lärmschutzauflagen steht jedoch seit einiger Zeit der Ausbau still. Laut dem Baubeauftragten Ralf Born wird an einer Lösung zusammen mit dem Mühlenwerk gearbeitet.[2]

Das Gelände bietet außerdem immer wieder Platz für Veranstaltungen, wie zum Beispiel als Startpunkt der „Langen Nacht der Wissenschaft“, das Internationale Figurentheaterfestival 2011[3] oder das „Sommerluft-Festival“ im Sommer 2014.[4]

Museumsstandort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Grund des Ziels, die noch vom ehemaligen Hafen existierenden Gebäude und Maschinen zu erhalten und dadurch den Wissenschaftshafen auch als Museumsstandort zu etablieren, bietet das Gelände immer noch eine Vielzahl an technischen Denkmälern und historischen Bauten, welche über das Technikmuseum Magdeburg gezeigt werden. Dazu gehören das Maschinenhaus, der Schwerlastkran „Elefant“, der Taucherschacht II, ein Eimerkettenschwimmbagger sowie die Hubbrücke und eine historische Bahnausstellung. Im Hafen befindet sich außerdem der 1956 errichtete Vollportalwippdrehkran. Darüber hinaus ist der letzte Kettendampfer seiner Art, die Gustav Zeuner, an der unter Denkmalschutz stehenden Hubbrücke aufgestellt und gibt als Museumsschiff Zeugnis von den Entwicklungen der Konstrukteure Ewald Bellingrath (Greifrad für die Kette) und Gustav Anton Zeuner (Turbinenpropeller für die Talfahrt ohne Kette). In unmittelbarer Nähe des Hafens befindet sich der bereits 1863 errichtete Lokschuppen Alte Neustadt, der zeitweise zur Hafenbahn Magdeburg gehörte.

Elbe Office
Virtual Development and Training Centre (VDTC) des Fraunhofer IFF

Wissenschafts- und Forschungsstandort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit der benachbarten Otto-von-Guericke-Universität und der nahe gelegenen Fachhochschule Magdeburg-Stendal bildet der Wissenschaftshafen das Wissenschafts- und Forschungszentrum in Magdeburg. 2005 entschloss man sich, im nicht mehr genutzten Handelshafen Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen zu zentrieren, um Magdeburg auch weiterhin als wichtigen Wissenschaftsstandort zu etablieren.

Dafür wurden bereits bestehende mit neu entstandenen Einrichtungen verknüpft. Zu den bereits bestehenden Wissenschaftseinrichtungen gehören das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF), das Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme und die „Experimentelle Fabrik“ als Forschungs- und Transferzentrum für anwendungsorientierte Forschung. Dazu kam das 2006 eröffnete „Virtual Development and Training Centre“ VDTC des nahe gelegenen Fraunhofer-Instituts IFF, eines modernen Forschungszentrums für virtuelle Technologien mit Hightech-Laboren. Mit dem Umbau zweier alter Getreidesilos zur „Denkfabrik“ entstanden Büroräume für innovative Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Größtes Unternehmen dort ist das „Institut für Automation und Kommunikation“ (ifak), welches sich unter anderem mit der Prozessindustrie, der Umwelttechnik und der Sensor- und Messtechnik befasst. 2009 wurde das „Elbe-Office“ als Büro- und Forschungsgebäude mit moderner Technik und Ausstattung fertiggestellt. Die Universität Magdeburg hat sein „Entwicklungslabor und Testfeld für Ortung und Kommunikation in Verkehr und Logistik“ als Bestandteil des europäischen Galileo-Projektes im Wissenschaftshafen errichtet.

Das Areal bildet außerdem den Start- und Endpunkt der jährlichen „Langen Nacht der Wissenschaft“ mit über 15.000 Besuchern.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Silos im Wissenschaftshafen werden zu Wohngebäuden umgebaut magdeburgersonntag.de 20. Oktober 2010.
  2. Lärmschutz stoppt den Ausbau der Silos zu Wohnungen. In: volksstimme.de, 7. Juni 2014.
  3. Internationales Figurentheaterfestival 2011 im Wissenschaftshafen volksstimme.de 17. Juni 2011.
  4. Sommerluft-Festival im Sommer 2014 im Wissenschaftshafen (Memento vom 24. September 2014 im Webarchiv archive.is) volksstimme.de 5. Juni 2014.
  5. Lange Nacht der Wissenschaft im Wissenschaftshafen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wissenschaftshafen Magdeburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 52° 8′ 32″ N, 11° 39′ 28″ O