Witt Weiden

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Josef Witt GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1907
Sitz Weiden, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Wolfgang Jess (Vorsitzender)
Stefanie Zühlke-Schmidt
Jürgen Angstmann
Mitarbeiter 2.950
Umsatz 757 Mio. EUR (nach IFRS) im Geschäftsjahr 2016/17
Branche Versandhandel
Website www.witt-gruppe.eu

Die Josef Witt GmbH (Außenauftritt: Witt-Gruppe) ist ein international operierendes Textilhandelsunternehmen mit Sitz in Weiden in der Oberpfalz. Die Witt-Gruppe vertreibt über den Versandhandel, mehr als 125 Fachgeschäfte und mehrere Online-Shops vor allem Damenoberbekleidung, Wäsche und Heimtextilien. Zu den Filialen zählen neben den Witt Weiden-Fachgeschäften auch die günstigeren Preisland-Filialen. Mit rund 2.950 Mitarbeitern ist das Unternehmen einer der größten Arbeitgeber der nördlichen Oberpfalz[1]. Die Witt-Gruppe, vor allem bekannt für die Marke Witt Weiden (Eigenschreibweise: WITT WEIDEN), ist eines der ältesten Versandhäuser für Textilien in Deutschland. Im Jahr 2006 wurde mit der Witt-Gruppe ein Unternehmensdach als Synonym für die Josef Witt GmbH geschaffen, die seit 1. Januar 1987 dem Otto-Konzern angegliedert ist[2]. Unter diesem Dach sind die Marke Witt Weiden sowie zahlreiche Tochterunternehmen im In- und Ausland zusammengefasst[3].

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Witt-Gruppe wurde im Jahr 1907 durch den gelernten Zimmermann Josef Witt (1884–1954) gegründet, als dieser den Kolonialwarenladen seiner Schwester in Reuth bei Erbendorf übernahm und zu einem Versandhaus für Textilien ausbaute. 1913 verlegte der Geschäftsmann den Standort seines aufstrebenden Unternehmens in das 30 Kilometer entfernte Weiden, da die Infrastruktur dort besser ausgebaut war. Durch die Verbindung des Familiennamens Witt mit dem Ortsnamen Weiden entstand der Name der bis heute bekanntesten Marke Witt Weiden.

Nach dem Ersten Weltkrieg und der Inflation der frühen 20er Jahre stieg Josef Witt ab 1925 in die Textilfabrikation ein. In der Folge entwickelte sich das Unternehmen zu einem der größten Textilversender Europas: Im Jahr 1934 beschäftigte Josef Witt 5.266 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von 86 Millionen Reichsmark.

Nach dem Zweiten Weltkrieg liefen die Geschäfte nur schleppend wieder an: Im Jahr 1948 konnte das Unternehmen lediglich einen Umsatz von 3 Millionen D-Mark verzeichnen. Bis 1950 war der Umsatz aber bereits wieder auf 90 Millionen D-Mark angestiegen.

Nach dem Tod Josef Witts im Jahr 1954 und dem Ableben seiner Ehefrau Monika Witt im Jahr 1959 rückte der gemeinsame Sohn Dr. Josef Witt an die Spitze des Unternehmens. Unter seiner Führung wurde noch im selben Jahr die erste Witt Weiden-Filiale in Kaiserslautern eröffnet. Mit Slogans wie „Wäsche kauft man bei Witt“ oder „Kiwitt Kiwitt, nix Kiwitt: Witt Weiden Witt Weiden“ machte sich das Unternehmen zur selben Zeit als eine der ersten Firmen das neue Werbefernsehen zunutze.

Da der Anteil der selbst gefertigten Textilien am Verkaufsumsatz rapide abnahm, reduzierte die Josef Witt GmbH ab 1963 die Eigenfertigung von Textilien und konzentrierte sich wieder verstärkt auf den Versandhandel. Ausbleibende Modernisierungen und Fehler in der Produkt- und Preispolitik konnten dadurch aber nicht kompensiert werden, sodass das Unternehmen in den 1980er Jahren in eine existenzbedrohende Krise stürzte.

1987 wurde die Josef Witt GmbH von der Schwab AG, einer Tochter des Otto-Konzerns, übernommen. Dank des neuen Managements und durch eine Fokussierung auf das Kerngeschäft – Damenoberbekleidung, Wäsche und Wohntextilien – stieg der Umsatz von 159 Millionen D-Mark im Jahr 1986 auf rund 430 Millionen D-Mark im Jahr 1992. Im Jahr 2005 wurde ein automatisches Behälter-Center in Ullersricht bei Weiden in Betrieb genommen[4]. Seit 2008 werden aus dem Logistikzentrum in Weiden-Brandweiher, unmittelbar vor den Toren der Stadt, pro Tag zu Spitzenzeiten bis zu 100.000 Artikel versendet. Anfang 2015 eröffnete das seit 2006 unter dem Namen Witt-Gruppe laufende Unternehmen mit dem Warenverteilzentrum III einen weiteren Bauabschnitt des Logistikzentrums mit automatisiertem Hochregallager und integrierter Warenannahme. Im Geschäftsjahr 2016/2017 verzeichnete die Witt-Gruppe einen Umsatz von rund 757 Mio. Euro (IFRS).

Modernisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem ursprünglichen Vertrieb über Kataloge hat der Textilversender im Laufe der Jahre weitere Vertriebswege verwendet, so wurde bereits im Jahre 1959 die erste Witt Weiden-Filiale in Kaiserslautern eröffnet. Es gibt bundesweit mehr als 125 Filialen. Zu Beginn der 1990er Jahre begann die Josef Witt GmbH mit der Gründung weiterer Marken und Tochtergesellschaften, die seit 2006 unter dem Dach Witt-Gruppe zusammengefasst werden und die Internationalisierung fördern sollen, so beispielsweise mit der Marke WITT International. Zunächst stieg das Unternehmen in der Schweiz in den Versandhandel ein (1992), kurz darauf in Österreich (1993). Später erfolgten die Markteintritte in Frankreich (2000), Großbritannien (2002), Russland (2007), den Niederlanden (2008), Tschechien (2009), Italien (2010), der Ukraine (2011), Schweden (2012), Kasachstan (2013) und den USA (2016).

Bereits seit 1997 kann man die Waren des Weidener Unternehmens auch im Internet kaufen[5]. Heute ist die Witt-Gruppe mit ihren Katalogen und mehr als 15 Online-Shops in elf Ländern aktiv.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Witt Weiden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Author: Witt-Gruppe in Zahlen. Abgerufen am 20. September 2017.
  2. Author: Unternehmensgeschichte. Abgerufen am 20. September 2017.
  3. Author: Markt, Marken, Länder. Abgerufen am 20. September 2017.
  4. Author: Einweihungsfeier. (witt-gruppe.eu [abgerufen am 20. September 2017]).
  5. Author: 20 Jahre E-Commerce. (witt-gruppe.eu [abgerufen am 20. September 2017]).