Wladimir Alexejewitsch Lotarjow

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Wladimir Alexejewitsch Lotarjow (russisch Владимир Алексеевич Лотарёв, wiss. Transliteration Vladimir Alekseevič Lotarëv; * 15. November 1914 in Schachty; † 20. Juli 1994) war ein sowjetischer Konstrukteur von Strahltriebwerken.

Werdegang[Bearbeiten]

Lotarjow wurde am 15. November 1914 als Sohn eines Bergarbeiters in Schachty geboren. Nach dem Abschluss der Mittelschule studierte er zuerst in Nowotscherkassk und später an der Nationale Mykola-Schukowskyj-Universität für Luft- und Raumfahrt in Charkiw. Nach seinem Abschluss im Jahr 1939 nahm Lotarjow eine Stelle in der Fabrik 29 in Saporischschja an, die sich mit der Konstruktion von Flugzeugmotoren beschäftigte. Während des Großen Vaterländischen Krieges wurde der Betrieb, in dem auch Alexander Iwtschenko arbeitete, nach Omsk evakuiert. Lotarjow beschäftigte sich dort mit der Konstruktion von Motoren für den Fronteinsatz der sowjetischen Luftwaffe. 1942 starb Lotarjows Vater Alexei Jewgrafowitsch durch die deutschen Besatzer in der Ukraine. Nach dem Krieg kehrte Lotarjow in das Entwicklungsbüro nach Saporischja zurück, aus dem die Firma Saporischschjaer Motorenwerk Iwtschenko Fortschritt, auch genannt Iwtschenko oder Progress (Fortschritt), hervorging.

Für seine Verdienste um die sowjetische Luftwaffe während des Krieges erhielt Lotarjow im Jahr 1946 den Orden des Roten Sterns sowie die Medaille für das heldenmütige Werk während des Großen Vaterländischen Krieges von 1941–1945 (Медаль «За доблестный труд в Великой Отечественной войне 1941—1945 гг.»). Zwei Jahre später erhielten er und Iwtschenko den Stalinpreis. Im Alter von nur 32 Jahren wurde Lotarjow 1946 stellvertretender Hauptkonstrukteur des Saporischschjaer Motorenwerkes. 1960 erhielt er zusammen mit Iwtschenko für ihre Arbeit an dem Turbo-Prop-Triebwerk Iwtschenko AI-20 den Leninorden.

1963 wurde Lotarjow Hauptkonstrukteur und 1968 Leiter des Betriebes. 1976 erhielt Lotarjow das zweite Mal den Staatspreis der UdSSR (Nachfolger des bis 1954 vergebenen Stalinpreises).[1] Von 1981 bis 1989 war er schließlich der Generalentwickler der Firma.[1] Seit diesem Zeitpunkt trugen die Triebwerke der Firma seinen Namen. Lotarjows wesentliche Leistung für die sowjetische Luftfahrt war die Entwicklung des D-36, eines Dreiwellentriebwerks, das als Fan-Triebwerk mit hohem Nebenstromverhältnis eine außerordentlich fortschrittliche Konstruktion darstellte. In den Jahren 1984 bis 1989 bekleidete Lotarjow das Amt eines Deputierten im Oberster Sowjet der UdSSR.[1] 1985 wurde er Mitglied der Akademie der Wissenschaften der Ukraine.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b c d Kurzbiografie im Großen Enzyklopädischen Wörterbuch (russisch)