Wladimir von Nowgorod

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Sophienkathedrale in Nowgorod, 1900

Wladimir von Nowgorod (russisch Владимир Ярославич, altisländisch Vladimir Holti, orthodoxer Taufname Basilius (?) [1]; * 1020; † 4. Oktober 1052 in Nowgorod) war Fürst von Nowgorod (1034–1052) und möglicherweise Regent von Kiew (1048–1052?).

Er wird in der russisch-orthodoxen Kirche als Heiliger verehrt (святой благоверный князь Владимир Новгородский). Sein Gedenktag ist der 10. Februar.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wladimir war der erste Sohn von Jaroslaw dem Weisen, Großfürst von Kiew, und dessen zweiter Ehefrau Ingegerd von Schweden. Sein Geburtsjahr war 1020. [2]

1034 wurde er erstmals als Fürst von Nowgorod erwähnt. [3]

1042 zog er wahrscheinlich gegen die finno-ugrischen Jam [4]

1043 zog er mit König Harald III. von Norwegen ins Byzantinische Reich. 1044 eroberte er dort möglicherweise die Stadt Chersones. Über diese Ereignisse berichteten auch nordische und byzantinische Quellen. Georgios Kedrenos nannte ihn hochmütig gegenüber den Byzantinern.

1045 waren seine Eltern in Nowgorod. Möglicherweise wurde zu diesem Zeitpunkt der Bau der Sophienkathedrale in Nowgorod begonnen. Diese wurde am 14. September 1052 eingeweiht. Wladimir ließ auch eine steinerne Festung in Nowgorod errichten.

Die Nikonchronik schrieb, er sei vier Jahre lang Großfürst von Kiew gewesen. [5]

Wladimir starb am 4. Oktober 1052. Er ist in einem Sarkophag in der Sophienkathedrale in Nowgorod beigesetzt.

1439 wurde durch Erzbischof Euphymius II. von Nowgorod seine Verehrung als Heiliger bekanntgegeben, ebenso die der Anna von Nowgorod.

Ehen und Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name einer Ehefrau ist nicht überliefert. Möglicherweise war es Oda, Tochter von Graf Leopold von Stade. [6][7]

Bekannt ist ein Sohn

Aufgrund des frühen Todes von Wladimir hatten seine Nachkommen keinen Anspruch auf das Großfürstentum Kiew ("isgoj"). [8] Rostislaw eroberte das Fürstentum Tmutarakan, dessen Nachkommen das Fürstentum Halitsch (bis 1199).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vladimir Volkoff: Vladimir, the Russian Viking, Overlook Press, 1985
  • Рапов О. Княжеские владения на Руси в X — первой половине XIII в. — М. 1977.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Успенский Б.А., Историко-филологические очерки, Moskau 2004, S.84
  2. Die dritte Nowgoroder Chronik nannte ein Alter von 32 Jahren, die Twerer Chronik 33 Jahre, vgl. Brockhaus und Efron, Wladimir
  3. Die Hypatiuschronik, Sophienchronik und Chronik von Twer 1034, Laurentiuschronik und Woskressenski-Chronik 1036, die dritte Nowgoroder Chronik schrieb, er sei 32 Jahre alt geworden und habe 18 Jahre lang in Nowgorod geherrscht, vgl. Brockhaus und Efron: Владимир (русские князья)
  4. unsicher, 1191 fand ein Kriegszug nach Finnland statt, vgl. Laurentius Codex National Archive of Finland (schwedisch)
  5. Die Woskressenskij-Chronik schrieb, Wladimir habe in Kiew gelebt und sei in Nowgorod gestorben. Der Vater Jaroslaw starb erst 1054. Wladimir war als ältester Sohn wahrscheinlich Thronfolger, vielleicht wurde er 1048 neben dem Vater als Großfürst eingesetzt, um die Thronfolge gegen Konkurrenten zu sichern. Unstimmigkeiten mit seinen Brüdern Isjaslaw, Swjatoslaw und Wsewolod sind aus dieser Zeit überliefert. Vielleicht war Wladimir aber auch nur Regent von Kiew?
  6. So die Vermutung des russischen Historikers Nikolai Baumgarten, vgl. Баумгартен Н. А., Первая ветвь князей Галицких: Потомство Владимира Ярославича, in: Летопись Историко-родословного общества (далее.— Лет. ИРО) Moskau 4 (16) 1908, S.3f.; Baumgarten N., Genealogies et manages occidentaux des Rurikides russes du Xe аи ХШ siele, in: Orientalia Christiana, Roma 35/1927, S.7, Tabl.1, № 22,25; Баумгартен Н. А., Ода Штаденская, внучатая племянница папы Льва IX — невестка Ярослава Мудрого, in: Благовест, Paris 1/1930, S.95-102
  7. Dagegen schrieb Alexander Nasarenko: А. В. Назаренко, О династических связях сыновей Ярослава Мудрого. Отечественная история, Moskau 1994, N 4-5 online
  8. Jaroslaw starb 1054, nur zu diesem Zeitpunkt lebende Söhne waren erbberechtigt (vgl. Erbfolge Jaroslaws des Weisen)