Wohnungsgenossenschaft Kleefeld-Buchholz

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Wohnungsgenossenschaft Kleefeld-Buchholz eG
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Rechtsform Eingetragene Genossenschaft
Zweck Förderung der Mitglieder vorrangig durch eine gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung
Sitz Berckhusenstraße 16, 30625 Hannover
Gründung 1894
Ort Hannover
Vorstand Christian Petersohn, hauptamtlicher Vorstandsvorsitzender, Achim Bösler, ehrenamtliches Vorstandsmitglied, Birgit Ballweg, ehrenamtliches Vorstandsmitglied
Mitglieder 7.102 (31.12.2017)
Zweigstelle Klopstockstraße 1, 30177 Hannover (Geschäftsstelle)
Website www.kleefeldbuchholz.de
Spannhagenstraße / Podbielskistraße
Verwaltungsgebäude Berckhusenstraße 16

Die Wohnungsgenossenschaft Kleefeld-Buchholz eG wurde 1894 gegründet und ist mit mehr als 7.100 Mitgliedern eine der größten Wohnungsgenossenschaften in Hannover. In ihrem Bestand befinden sich in 509 Häusern insgesamt 4.285 Wohnungen, 72 Gewerbeeinheiten und 610 Garagen. Die Mehrzahl der Wohnungen der Genossenschaft findet sich im Osten Hannovers im Stadtbezirk Buchholz-Kleefeld. Im Jahr 2016 hat die Genossenschaft den Beschluss gefasst, ihren Investitionsradius auf das Umland der Region Hannover auszuweiten. Seit 2018 gehören auch neu gebaute Objekte in der Stadt Laatzen, südlich von Hannover, zum Bestand der Genossenschaft. Weitere Investitionen im Umland der Region sind in Planung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Hannover unter Stadtdirektor Heinrich Tramm zu einer Großstadt.[1] Dadurch wurde Wohnraum immer knapper und soziale Probleme verschärften sich.

Dieser Notstand bewog den Kleefelder Schuhmacher Heinrich Schaper dazu, per Plakat für den 18. März 1894 eine „Öffentliche Volksversammlung“[2] einzuberufen. Die Kleefelder Baugenossenschaft eGmbH wurde gegründet, nahm ihre Arbeit unter dem Vorsitz von Heinrich Schaper auf und zählte bald mehr als 330 Mitglieder. Ihr Ziel war es, die „Mitglieder wohnungsmäßig besser zu stellen, sie von profitgierigen Vermietern unabhängig zu machen und ihnen Sicherheit vor Ausbeutertum zu geben“[3].

Dies wollten auch die Arbeiter und Handwerker erreichen, die im Jahr 1905 den Gemeinnützigen Bau- und Sparverein Hannover-Buchholz eGmbH ins Leben riefen. Sie hatten zudem den Wunsch, sich in der Nähe ihrer an den Stadtrand verlagerten Betriebe anzusiedeln.[4]

Etwas mehr als eineinhalb Jahre nach der Gründung der Kleefelder Baugenossenschaft konnten die ersten Mieter in neun neue Wohnungen an der Tieckstraße 13 einziehen. Bis zum Jahr 1914 folgten 27 weitere Häuser mit insgesamt 222 Wohnungen, drei Läden und einem Postraum. In Buchholz bestanden in dieser Zeit schon 31 Häuser mit 229 Wohnungen, einer Bäckerei, einer Schlachterei, einer Gastwirtschaft und einer Verkaufsstelle.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs erlebten beide Wohnungsgenossenschaften einen Aufschwung. Dieser wurde erst durch die Wirtschaftskrise der 1930er Jahre gestoppt. Die bis dahin so rege Bautätigkeit kam vollständig zum Erliegen. Erst ab 1935 und bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs entstanden in Kleefeld und Buchholz wieder insgesamt 120 Häuser. 1943 verschmolz die Kleefelder Baugenossenschaft eGmbH, die zuvor bereits die Siedlungskameradschaft Deutsche Arbeit und die Heimstätten Bau- und Spargenossenschaft übernommen hatte, mit dem Gemeinnützigen Bau- und Sparverein Hannover-Buchholz eGmbH[5] – die Wohnungsgenossenschaft Kleefeld-Buchholz entstand.

Nach Kriegsende begann der Wiederaufbau der beschädigten Häuser. Bis zur Währungsreform am 20. Juni 1948 wurden etliche Wohnungen der Wohnungsgenossenschaft durch Ausgebombte und Heimatvertriebene belegt und zum Teil von den Besatzungsmächten beschlagnahmt. In dieser Zeit hatte die Genossenschaft 5685 Mitglieder und besaß 2408 Wohnungen. Es entstanden weitere Neubauten in Kleefeld und Buchholz, zu Beginn der 1960er Jahre auch in Misburg sowie in Langenhagen. Bis 1981 wurden 123 Häuser neu gebaut. Mehr als 4400 Wohnungen zählten inzwischen zum Bestand. In den folgenden Jahrzehnten konzentrierte man sich auf die Instandhaltung und die Modernisierung der bestehenden Häuser.

Wohnungs- und Gebäudebestand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wohnungsbestand der Genossenschaft verteilt sich im Wesentlichen auf Stadtteile im Osten Hannovers. Außerdem befinden sich zwei Stadthäuser in Laatzen, einer Stadt südlich vor den Toren Hannovers:

  • Kleefeld: 2.349 Wohnungen
  • Buchholz: 1.011 Wohnungen
  • Heideviertel / Misburg: 879 Wohnungen
  • Laatzen: 46 Wohnungen

Seit 2006 wurde der Wohnungsbestand der Kleefeld-Buchholz Schritt für Schritt durch Balkonanbauten, Wärmedämmung sowie Fassadenanstriche modernisiert und saniert[6]. Zusätzlich baut die Kleefeld-Buchholz neue Häuser. Als wohnbegleitenden Service gibt es zwei Mietertreffs in Kleefeld und Buchholz, außerdem eine zusätzliche Geschäftsstelle an der Klopstockstraße 1. Für seine Mitglieder hat das Unternehmen neun Gästewohnungen eingerichtet. Seit dem Jahr 2009 gibt es keinen Leerstand mehr. Getragen von den Grundgedanken der Eigenverantwortung und der Selbstverwaltung hat sie die Bedürfnisse ihrer Mitglieder stets im Blick. Das zentrale Anliegen ist es, den Menschen attraktive Wohnungen in einem sozialen, von freundlicher Nachbarschaft geprägten Umfeld anzubieten.

Organisatorisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wohnungsgenossenschaft Kleefeld-Buchholz eG wird hauptamtlich von Christian Petersohn und von den ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedern Achim Bösler und Birgit Ballweg geleitet (Stand Januar 2018). Neben dem Vorstand besteht ein zehnköpfiger Aufsichtsrat. Als Vorsitzender des Aufsichtsrates fungiert seit dem Jahr 2004 Dr. Eckart Galas. Als mitgliederstarke Genossenschaft hat die Kleefeld-Buchholz eine Vertreterversammlung, der 56 Mitglieder angehören. In der Genossenschaft sind 31 Mitarbeiter beschäftigt, darunter drei Auszubildende.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2006 gibt die Genossenschaft halbjährlich das Magazin Blickpunkt. das Magazin für Mitglieder der Wohnungsgenossenschaft Kleefeld-Buchholz eG heraus, zeitweilig unter dem Nebentitel Kleefeld Buchholz Wohnen im Grünen.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred Hamann: Politische Kräfte und Spannungen in der Provinz Hannover um 1880. In: Nds. Jb. Bd. 53/1981, S. 1–39
  • Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.): Geschichte der Stadt Hannover, Band 2: Vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, Hannover 1994, Schlütersche Verlagsgesellschaft
  • Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.): Hannover Chronik. Zahlen – Daten – Fakten. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Hannover 1991, Schlütersche Verlagsgesellschaft
  • Michael Hümpel: Kleefeld in Wort und Bild – Chronik des Stadtteils Kleefeld, Hannover 2005 (wird 2014 neu aufgelegt)
  • Wohnungsgenossenschaft Kleefeld-Buchholz: 100 Jahre Wohnungsgenossenschaft Kleefeld-Buchholz eG. 1894 – 1994. Hannover 1994, Hammonia-Verlag GmbH

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wohnungsgenossenschaft Kleefeld-Buchholz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Manfred Hamann: Politische Kräfte und Spannungen in der Provinz Hannover um 1880 in: Nds. Jb. Bd. 53/1981; S. 3
  2. Mlynek/Röhrbein: Geschichte der Stadt Hannover Vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, Schlütersche Verlagsgesellschaft, S. 362
  3. Michael Hümpel: Kleefeld in Wort und Bild – Chronik des Stadtteils Kleefeld Hannover 2005; S. 86
  4. Mlynek/Röhrbein: Geschichte der Stadt Hannover Schlütersche Verlagsgesellschaft, S. 351
  5. 100 Jahre Wohnungsgenossenschaft Kleefeld-Buchholz eG. 1894–1994; S. 13
  6. Mitgliederzeitschriften und Geschäftsberichte der Wohnungsgenossenschaft Kleefeld-Buchholz eG
  7. Vergleiche die Angaben nebst Querverweisen unter der GND-Nummer der Deutschen Nationalbibliothek


Koordinaten: 52° 22′ 27,1″ N, 9° 47′ 30,1″ O