Buchholz-Kleefeld

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Karte
Hannover, Stadtbezirk Buchholz-Kleefeld hervorgehoben
Basisdaten
Stadtbezirk Buchholz-Kleefeld (4)
Fläche 13,97 km²
Einwohner 44.447
Bevölkerungsdichte 3.159 Einwohner/km²
Postleitzahl u. a. 30655, 30625, 30627
Stadtteile
  • Groß-Buchholz
  • Heideviertel
  • Kleefeld
Webpräsenz hannover.de
Politik
Bezirksbürgermeister Henning Hofmann (SPD)
Stadtbezirksrat
(21 Sitze)
SPD: 7, CDU: 6, Grüne: 4, FDP: 1, Linke: 2, Unabhängig: 1

Buchholz-Kleefeld ist der 4. Stadtbezirk in Hannover. Er hat 44.447 Einwohner und besteht aus den Stadtteilen Groß-Buchholz (26.877 Ew.), Kleefeld (12.480 Ew.) und Heideviertel (5.090 Ew.) (Stand 2015).

Groß-Buchholz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß-Buchholz ist im Norden begrenzt durch die Podbielskistraße, im Osten durch den Misburger Wald, die Bollnäser Straße und Am Stadtrand, im Süden durch die Mecklenburger Straße, Helstorfer Straße und Baumschulenallee sowie im Westen durch die Eilenriede. Der höchste Punkt liegt an der Kreuzung Bussestraße/Groß-Buchholzer Kirchweg bei 57,2 m über N.N., der tiefste auf Gewässerhöhe am gegenüber dem umgebenden Gelände um etwa 5 m abgesenkten Mittellandkanal bei 50,3 m über N.N.
Es gibt weltweit über 150 Ortschaften mit dem Namen Buchholz.

Geschichte

Schon in Hannovers ältestem Bürgerbuch zum Jahr 1310 wird ein Nycolaus de Bocholte als neuer Bürger von Hannover erwähnt.[1] Daraus wird geschlossen, dass bereits vor diesem Zeitpunkt eine Siedlung mit der Bezeichnung Bocholt gegründet war. Ein Lehnsregister aus dem Jahr 1360 verwendet den Begriff bey den Bocholten.[1] Die Bezeichnung Groß-Buchholz erscheint in einer Urkunde vom 2. Februar 1379, dies lässt den Schluss zu, dass es das nördlich gelegene Klein-Buchholz auch schon gab.[1] Das Dorf Groß-Buchholz wurde 1907 im Zusammenhang mit dem Bau des Mittellandkanals nach Hannover eingemeindet. Im alten Dorfkern beim Kapellenbrink befinden sich noch mehrere Fachwerkhäuser, die an die dörflichen Ursprünge des heutigen Stadtteils erinnern. Namensgeber für die Straße ist die frühere St.-Antonius-Kapelle, das älteste Baudenkmal von Groß-Buchholz. Sie wurde 1484 erstmals erwähnt und nach der Reformation bis 1797 als Schule genutzt.[1] Die Pinkenburg, heute eine Gaststätte, war im 14. Jahrhundert ein Warthaus der hannoverschen Landwehr.

Das Klinikum Oststadt-Heidehaus in Groß-Buchholz wurde September 2014 durch das KRH Klinikum Siloah-Oststadt-Heidehaus in Linden-Süd ersetzt. Das geräumte Klinikum wurden zum Wohnheim für Flüchtlinge umgenutzt.

Groß-Buchholz heute

Groß-Buchholz ist ein Schwerpunkt der medizinischen Versorgung. Hier befindet sich die Medizinische Hochschule Hannover. In ihr keimte das International Neuroscience Institute (INI), eine neurochirurgische Privatklinik, die 1998 von dem Neurochirurgen Madjid Samii gegründet wurde. Wegen der außergewöhnlichen Architektur wird das INI auch „Hirn von Hannover“ genannt. Außerdem befindet sich hier das Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin.

Im Süden des Stadtteils befindet sich das Stadtviertel Roderbruch mit einer in den 1970er Jahren entstandenen Großwohnsiedlung. 1968 war mit der planmäßigen Bebauung des einstigen Sumpfgeländes begonnen worden. Im Norden dieses Stadtviertels befinden sich u.a. die Feuer- und Rettungswache 5 der hannoverschen Berufsfeuerwehr und der Hauptstandort des Abfallwirtschaftsbetriebes Aha sowie der Fernmeldeturm Telemax, eines der höchsten Bauwerke Niedersachsens.

Groß-Buchholz ist über den Messeschnellweg mit den Autobahnen 2, 7 und 37 verbunden. Der Stadtteil ist mit den Stadtbahnlinien 3, 7, 9 über die Podbielskistraße und mit der Linie 4 (Endpunkt Roderbruch) zu erreichen.

Im Stadtteil gibt es die Grundschule Groß-Buchholzer Kirchweg, die IGS Roderbruch, das Gymnasium Käthe-Kollwitz-Schule, die Realschule Gerhart-Hauptmann-Schule sowie die Berufsbildende Schule 14 der Region Hannover für Büro- und Freizeitberufe.

In Groß-Buchholz befinden sich die evangelisch-lutherische Matthiaskirche und das Gemeindezentrum der Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde, ferner die katholische St.-Martin-Kirche. Die ebenfalls katholische Maria-Frieden-Kirche wird heute von der Polnischen Katholischen Mission genutzt. 1959 wurde ein Klarissenkloster gegründet, seit 2014 bewohnen Karmelitinnen das Kloster. Die 1974/75 erbaute evangelisch-lutherische Messiaskirche wurde 2008 geschlossen und 2009 abgerissen.

Im Stadtteil sind mehrere Vereine aktiv, u.a. gibt es einen Schützenverein, die Freiwillige Feuerwehr, den Sportverein MTV Groß-Buchholz und den Heimatverein Pinkenburger Kreis im Heimatbund Niedersachsen. An der Grenze zum Stadtteil Kleefeld befindet sich die Hauptwerkstatt der Hannoverschen Werkstätten.

Kleefeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleefeld ist im Westen und Süden von der Eilenriede umgeben, im Osten liegt der 86 ha große Hermann-Löns-Park. Die nördliche Grenze bilden Mecklenburger Straße und Helstorfer Straße sowie ab der Karl-Wiechert-Allee die Bahnstrecke Hannover–Braunschweig. Im Osten bildet die Güterumgehungsbahn Hannover die Stadtteilgrenze. Die südliche Eilenriede bis zur Bemeroder Straße und der Hermann-Löns-Park gehören mit zum Stadtteil.

Die Wohnbebauung des Stadtteils gliedert sich in drei Bereiche:

  • Südlich der Kirchröder Straße das mit dem Bau der Petrikirche ab 1899 entstandene Viertel mit teils herrschaftlichen Villen (z.B. Villa Effertz), wegen der Straßennamen als „Philosophenviertel“ bezeichnet;
  • zwischen Kirchröder Straße und Eisenbahn die ab 1927 entstandene Gartenstadt Kleefeld, ein früher Versuch, die Stadtflucht des gehobenen Mittelstandes durch attraktive Wohnungsangebote zu stoppen;[2]
  • nördlich der Bahnlinie Mietwohnungsbau mit einem erheblichen Anteil von Genossenschaftswohnungen.

Kleefeld besitzt zwei S-Bahn-Stationen: Hannover-Kleefeld und Hannover-Karl-Wiechert-Allee. Erstere wird durch die Linien S 3 und S 7, letztere zusätzlich durch die Linie S 6 bedient. Die Stadtbahnlinien 4 und 5 verkehren in der Kirchröder Straße und verzweigen am Nackenberg Richtung Roderbruch und Kirchrode. Die Buslinien 127 und 137 fahren über die Berkhusenstraße Richtung Misburg-Nord und Spannhagengarten in der List.

Die Straßenanbindung zur Innenstadt erfolgt über Hans-Böckler-Allee und Marienstraße. Die Ausfahrt Pferdeturm des Messeschnellweges (Bundesstraße 3) ist nach dem gleichnamigen mittelalterlichen Wartturm der Hannoverschen Landwehr benannt.

Im Stadtteil haben das Annastift und das Stephansstift ihren Hauptsitz.

In Kleefeld befinden sich die Hinrich-Wilhelm-Kopf-Grundschule, das Gymnasium Schillerschule, die Leinetalschulen mit Realschule und Gymnasium als Ganztagsschule, die berufsbildende Alice-Salomon-Schule und die Förderschule Maximilian-Kolbe-Schule.

Sakralbauten: Die evangelisch-lutherische Petrikirche im Westen des Stadtteils, die katholische St.-Antonius-Kirche an der Kirchröder Straße, eine Kirche im Stephansstift sowie Kapellen im Annastift, in der evangelischen Fachhochschule und auf dem Stadtfriedhof Nackenberg, außerdem ein Tempel der Sikh in der Berkhusenstraße. Die Neuapostolische Kirche an der Eckermannstraße wurde aufgegeben.

Weiter gibt es eine Stadtteilbücherei der Stadtbibliothek sowie diverse Sportanlagen, unter anderem vom TuS Kleefeld. Das Freibad Kleefelder Bad wird vom Polizei-Sportverein Hannover betrieben. Das Eisstadion am Pferdeturm ist die Heimat der Hannover Indians.

Heideviertel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportplatz des Polizei-Sportvereins Hannover

Das Heideviertel liegt im Osten des Stadtbezirks. Begrenzt wird es von der Karl-Wiechert-Allee, der Baumschulenallee und im Süden von der Bahnstrecke nach Lehrte. Es trug früher den Namen Osterfeld, woran der Straßenname Osterfelddamm heute noch erinnert. Der Stadtteil ist geprägt durch Einfamilienhausbebauung. Im Norden am Heidering gibt es eine Hochhaussiedlung und ein kleines Einkaufszentrum. Der Name der Siedlung entstand, da die Straßen überwiegend Namen von Städten in der Lüneburger Heide und umliegender Gebiete tragen.

Im Westen an der Grenze zu Kleefeld befinden sich die S-Bahn-Station Karl-Wiechert-Allee sowie die Umsteigestation Misburger Straße der Stadtbahnlinie 4.

Neben der städtischen Grundschule Lüneburger Damm befindet sich auch die private Montessori-Grundschule Hannover im Heideviertel. Seit 1967 befindet sich das Klubheim des Polizei-Sportvereins Hannover an der Straße „An der Breiten Wiese“.

Die früher selbstständige evangelisch-lutherische Nikodemusgemeinde mit der Nikodemuskirche und einem kirchlichen Kindergarten am Lüneburger Damm ist mittlerweile mit der Petri-Gemeinde in Kleefeld vereinigt.

Bezirksrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl vom 11. September 2011 wurde die SPD mit 38,9 % der Stimmen wieder die stärkste Partei im Stadtbezirk und stellt mit Henning Hofmann den Bezirksbürgermeister. Die Grünen wurden mit 17,7 % nach der CDU (35,1 %) drittstärkste Partei und stellen mit Jessica Rothhardt die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin.[3] Der Bezirksrat Buchholz-Kleefeld tagt etwa achtmal im Jahr öffentlich entweder in der Maximilian-Kolbe-Schule oder der Heinrich-Ernst-Stötzner-Schule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Radaslau Astrouski (1887–1976), residierte in einem Auswandererlager in Hannover-Buchholz

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Groß-Buchholz. [Bd. 1] Bilder und Geschichten aus vergangenen Tagen, hrsg. von Friedrich-Wilhelm Busse, Pinkenburger Kreis, Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1992, ISBN 3-89264-739-9
  • Groß-Buchholz. Bilder und Geschichten aus vergangenen Tagen, Bd. 2, hrsg. von Friedrich-Wilhelm Busse, Pinkenburger Kreis, Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1995, ISBN 3-89570-062-2
  • Wilhelm Winkel: Bothfeld. Geschichte von Kirchspiel und Vogtei mit den Orten Bothfeld, Groß-Buchholz, Klein-Buchholz und Lahe. Nachgelassenes Manuskript bearbeitet von Dr. Ingeborg Tehnsen-Heinrich, Hannover: Heimatbund Niedersachsen 1986, ISBN 3-9800677-1-8
  • Gerhard Stoffert: Von den Urzeiten bis zur Gegenwart. Chronik und Heimatbuch Klein-Buchholz mit Lahe. Hannover: Buchdruckwerkstätten 2004, ISBN 3-89384-027-3
  • Verlag Michael Hümpel: Kleefeld in Wort und Bild – Chronik des Stadtteils Kleefeld, 2005, 2. überarbeitete Neuauflage November 2013
  • Th. Dreimann, Martin Anger: Chronik der Ortschaft Kleefeld, 1981, im Selbstverlag
  • Kleefeld und seine Kirche 1902–1927 Zum 25-jährigem Bestehen der Petrikirche. Buchdruckerei des Stephanstifts, Hannover 1927
  • Karin Bukies, Lena Weber-Hupp, Christel Lucht: Der Grüne Pfad – eine Entdeckertour durch Hannover-Kleefeld, 2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Buchholz-Kleefeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Klaus Mlynek und Waldemar R. Röhrbein mit Dirk Böttcher und Hugo Thielen: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart, Schlütersche Verlagsgesellschaft, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 90
  2. Siehe Christian Heppner: Die Gartenstadt Kleefeld. Ein Renommierprojekt des Hannoverschen öffentlichen Wohnungsbaus in den 20er Jahren. In: Hannoversche Geschichtsblätter. Bd. 48, 1994, S. 263–290.
  3. Die Ergebnisse der Stadtbezirksräte im Überblick, Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 12. September 2011, abgerufen am 29. November 2011

Koordinaten: 52° 23′ N, 9° 49′ O