Wolfgang Döring (Architekt)

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Wolfgang Döring (* 31. März 1934 in Berlin-Dahlem; † 4. November 2020 in Düsseldorf[1]) war ein deutscher Architekt und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dörings Familie zog von Berlin nach Oberhausen, als sein Vater zum Direktor der Ruhrchemie berufen wurde. Döring studierte zunächst bei Hans Döllgast an der Technischen Hochschule München, wo er 1957 die Diplom-Vorprüfung bestand. 1958 folgte die Diplom-Hauptprüfung an der Technischen Hochschule Karlsruhe bei Egon Eiermann, in dessen Büro er anschließend arbeitete. 1960 wurde er Assistent bei Paul Schneider-Esleben in Düsseldorf, wo er 1964 sein eigenes Architekturbüro gründete. Er war Teil der Künstlerszene im Rheinland und unter anderem mit Günther Uecker, Gerhard Richter und Bernd und Hilla Becher befreundet, die für ihn bei frühen Projekten die Architekturmodelle fotografierten. Von 1971 bis 1973 betrieb Wolfgang Döring ein zweites Büro in Mailand. In dieser Zeit lieferte er unter anderem die Entwürfe für ein Kulturzentrum in Modena.

1972 wurde Döring als Professor auf den Lehrstuhl für Entwerfen und Baukonstruktion der RWTH Aachen berufen. Er entwickelte zahlreiche Projekte im Bereich der Vorfertigung; am erfolgreichsten ist das Formprogramm 2000, das vorwiegend für den Bau von Schulen, Kindergärten und Bürohäuseren eingesetzt wurde. Von 1974 bis 1976 betrieb er ein Büro in Riad, wo er mit der Planung und dem Bau von Sportzentren in Saudi-Arabien und Projekten in Libyen beschäftigt war. 1984 bis 1989 hatte er zusammen mit Tülay Arkhan ein Büro in Istanbul. 1985 übernahm er die Renovierung des Melnikov-Hauses in Moskau. 1989 hatte er eine Einladung zur Biennale Buenos Aires (Argentinien) mit einer Verleihung eines Architektur-Preises und der Ernennung einer Ehrenprofessur am Centro de Arte y Comunicación (Profesor Honorario Cayc). 1992 hatte er eine Gastprofessor an der Universität Tokio am “Tokyo Institute of Technology (Tokyo Kogyo Daigaku)” inne. 1999 wurde er an der RWTH Aachen emeritiert.

1996 gründeten Wolfgang Döring, Michael Dahmen und Elmar Joeressen die Bürogemeinschaft Döring + Partner, die wenig später in Döring Dahmen Joeressen Architekten (DDJ Architekten) umbenannt wurde.[2] Seit dem Ausscheiden von Wolfgang Döring im Jahr 2018 wird das Büro unter gleichem Namen von Michael Dahmen und Elmar Joeressen weitergeführt.

Von 1997 bis 2000 war Wolfgang Döring Vorsitzender des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haus Mayer-Kuckuk (1967)
Nelly-Sachs-Haus (1970)
Kai-Center (1996)

Bauten und Entwürfe (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachlass[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfgang Dörings Nachlass umfasst 3.194 Zeichnungen, Pläne, Fotoabzüge und Modelle aus 137 Projekten. Er befindet sich im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ralf F. Broekman: Döring, Dahmen, Joeressen, Architekten 1995–2000. Müller und Busmann, Wuppertal 2001, ISBN 3-928766-43-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wolfgang Döring (architect) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Traueranzeige Wolfgang Döring auf lebenswege.faz.net vom 7. November 2020
  2. Döring Dahmen Joeressen Architekten
  3. a b c d e f g h HÄUSER Heft 6/1998
  4. HÄUSER Heft 1/1996
  5. HÄUSER Heft 3/1997
  6. Baubeschreibung
  7. Baubeschreibung