Paul Schneider-Esleben

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Paul Maximilian Heinrich Schneider von Esleben, genannt Paul Schneider-Esleben (P.S.E.) (* 23. August 1915 in Düsseldorf; † 19. Mai 2005 in Fischbachau am Schliersee) war ein deutscher Architekt.

Haniel-Garage (1950–1952)
Mannesmann-Hochhaus (1954)
Rolandschule (1961)
Flughafen Köln-Bonn (1970)
Sparkasse Wuppertal (1973)

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paul Schneider-Esleben wurde 1915 als Sohn des Düsseldorfer Architekten und Denkmalpflegers Franz Schneider geboren. Die Namensschöpfung Schneider-Esleben bzw. Schneider von Esleben rührt – seinem Biograph Rolf Beckers zufolge – aus einer Verknüpfung des Geburtsnamens Schneider mit dem Namen der mütterlichen Familie, die das Prädikat von allerdings bereits um die Mitte des 19. Jahrhunderts abgelegt hatte, her. Später führte Paul Schneider-Esleben das von in seinem Namen wieder ein. 1937 begann Schneider-Esleben ein Architekturstudium an der Technischen Hochschule Darmstadt, das er 1939 für den Kriegsdienst unterbrechen musste. 1946 konnte er nach kurzer Kriegsgefangenschaft das Studium an der Technischen Hochschule Stuttgart wieder aufnehmen und schloss dieses 1948 ab.

Ab April 1947 arbeitete Schneider-Esleben kurzzeitig bei Rudolf Schwarz in Frankfurt am Main, ehe er 1948 das Büro seines verstorbenen Vaters auf Schloss Lembeck fortführte. Dieser war für die Restaurierung westfälischer Wasserburgen und mittelalterlicher Kirchen des Landes zuständig gewesen; so stellte Paul Schneider-Esleben nicht nur Schloss Lembeck wieder her, sondern realisierte in der Nachfolge des Vaters beispielsweise den Kryptabau der Abtei Königsmünster.

Bekannt wurde Schneider-Esleben zuerst durch seine 1950 bis 1952 erbaute gläserne Hochgarage („Haniel-Garage“, Deutschlands erstes Parkhaus nach dem Krieg) an der Grafenberger Allee in Düsseldorf, mit der er an die Tradition der klassischen Moderne in Deutschland anknüpfte.

Das 1962 errichtete Punkthochhaus der Commerzbank und das 1957 fertiggestellte Mannesmann-Hochhaus am Rheinufer (beide in Düsseldorf) gelten als wichtige Hochhäuser der frühen deutschen Nachkriegsmoderne im Internationalen Stil. Neben diesen Großprojekten schuf der Architekt Einfamilienhäuser und Kirchen. Als sein bedeutendster Sakralbau gilt der 1954 in Düsseldorf errichtete Neubau der im Krieg teilzerstörten katholischen Kirche St. Rochus.

Von 1961 bis 1970 lehrte P.S.E als Architektur-Professor an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste. In dieser Zeit war Schneider-Esleben vom Brutalismus beeinflusst. Sein bedeutendstes Werk aus dieser Zeit ist der Köln-Bonner Flughafen, den er als ersten „Drive-in-Airport“ in Europa mit vier „Satelliten“ konzipierte. Sein „Stufenhaus“ der ARAG-Versicherung aus den 1960er Jahren wurde 1998 wegen angeblicher Bauschäden abgerissen. Das von ihm entworfene Hochhaus der Stadtsparkasse Wuppertal stellt dagegen immer noch das höchste Gebäude der Stadt dar.

Bis zuletzt nahm der Architekt regen Anteil am Umgang mit seinen Bauten, vor allem am Flughafen: Durch die umfangreichen Um- und Anbauten durch den Deutsch-Amerikaner Helmut Jahn sah Schneider-Esleben sein Urheberrecht verletzt. Erst nach längerem Disput trat er im Februar 2005 sein Recht, an allen baulichen Veränderungen beteiligt zu werden, gegen Zahlung von 175.000 Euro an die Flughafenbetreiber ab.

Paul Schneider-Esleben ist der Vater von Florian Schneider-Esleben, einem der Gründer der Band Kraftwerk. Am 19. Mai 2005 starb Paul Schneider-Esleben im Alter von 89 Jahren auf seinem Gut in Fischbachau.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1956: Großer Kunstpreis für Baukunst von Nordrhein-Westfalen
  • 1968: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland
  • 1987: Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • … In seiner Reduktion der Form auf „Haut- und Knochenarchitektur“ griff Schneider-Esleben dabei Ideen von Ludwig Mies van der Rohe auf … (Die Welt, 24. Mai 2005)
  • Wie eine Gletscherzunge schlängelt sich die gezackte Betonphalanx der Empfangsgebäude auf das Flugfeld vor. (Süddeutsche Zeitung zum Flughafen Köln-Bonn, 1970)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Paul Schneider-Esleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Otto Voelckers: Zu den Wohnhäusern von Paul Schneider-Esleben in Glasforum 4/1955, Karl Hofmann Verlag, Schorndorf
  2. http://www.detail.de/inspiration/verwaltungszentrum-hochdahl-110565.html Verwaltungszentrum Hochdahl In: Detail 1/1975
  3. http://derarchitektbda.de/magazin/page/2/
  4. Paul Schneider-Esleben (1915-2005) – Ein Architekt der bundesrepublikanischen Moderne