Wulst (Architektur)

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Als Wulst wird ein meist horizontal verlaufendes Architekturelement mit profiliertem halb- oder dreiviertelrunden Querschnitt bezeichnet, welches um senkrechte Bauglieder wie Säulen, Pilaster, Lisenen oder um Fensterwölbungen herum verkröpft sein kann. Auch im Zusammenhang mit Archivoltenbögen ist häufig von Wülsten die Rede; als Fensterrahmungen sind sie vergleichsweise selten.

Die nach außen vorgewölbten Teile von Säulenbasen oder unterhalb von Kapitellen werden oft als Ringwülste oder häufiger als Torus bezeichnet.

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wülste haben im Gegensatz zu den – oft das Regenwasser vom Baukörper fernhaltenden – Gesimsen keinerlei baulich-konstruktive Funktion; sie werden in der Regel als gliedernde, d. h. einen Bau oder Teile davon optisch auflockernde, oder aber als rahmende Architekturelemente eingesetzt. Bei letzteren ist eine exakte Abgrenzung zu Rundstäben nur anhand der Dicke möglich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Antike sind Wülste eher selten; eine Blütezeit erlebten sie in der Stilepoche der Romanik. In der Gotik, der Renaissance und im Barock verschwinden sie weitgehend um in der Neoromanik des 19. Jahrhunderts erneut aufzutauchen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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