Yvon Neptune

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Yvon Neptune

Yvon Neptune (* 8. November 1946 in Cavaillon) war von 2002 bis 2004 Premierminister von Haiti.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er studierte Architektur in Haiti und in den USA, wo er mehr als 20 Jahre lebte und für das Unternehmen Emery Roth & Sons in New York arbeitete. Er prangerte den Staatsstreich vom 30. März 1991 in seiner Heimat an, unterstützte die haitianischen Exilanten und wurde Berater von Jean-Bertrand Aristide, in dessen Gefolge er am 15. Oktober 1994 nach Haiti zurückkehrte. Anschließend war er Sprecher der Lavalas-Partei und Senatspräsident.

Er wurde von Präsident Aristide am 4. März 2002 ernannt, am 12. März vom Parlament gewählt und trat sein Amt am 15. März 2002 an. Am 2. März 2004, kurz nach Aristides umstrittenem Rücktritt, versuchte eine aufgebrachte Menge erfolglos, Neptune wegen angeblicher Korruption zu verhaften. Eine Woche später töteten US Marines zwei bewaffnete Angreifer, während sie seine Residenz bewachten.

Neptune wurde am 12. März 2004 durch eine Übergangsregierung abgelöst. Sie wurde von Gérard Latortue angeführt, der drei Tage zuvor ernannt worden war. Am 27. März 2004 erließ die Übergangsregierung ein Ausreiseverbot gegen Neptune und 36 andere senior officials der Regierung Aristide, um den Korruptionsvorwürfen besser nachgehen zu können. Neptune tauchte unter und nannte das Verbot eine „Hexenjagd“.

Am 19. Februar 2005 wurde Neptune während eines Gefängnisausbruchs in Port-au-Prince von Blauhelmsoldaten der Vereinten Nationen in Schutzhaft genommen und anschließend den haitianischen Behörden wieder übergeben.