Zacharias Longuelune

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Zacharias Longuelune (* 1669 in Paris; † 30. November 1748 in Dresden) war ein französischer Architekt und Architekturzeichner. Sein Werk ist dem klassizistischen Barock zuzuordnen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zacharias Longuelune erhielt zunächst eine Ausbildung als Maler und studierte anschließend die Baukunst bei Antoine Le Pautre in Paris. 1696 trat er in preußische Dienste ein und arbeitete als Baukondukteur bei Jean de Bodt in Berlin und Potsdam. 1710 trat Longuelune auf Anordnung Friedrichs I. eine Studienreise nach Italien an, wurde aber durch dessen Nachfolger Friedrich Wilhelm I. 1713 entlassen.

Er wechselte noch im selben Jahr an den sächsischen Hof nach Dresden. Kurfürst Friedrich August I., ab 1697 auch König von Polen (August der Starke), ernannte ihn zum Hofbaumeister und 1731, neben Matthäus Daniel Pöppelmann, zum Oberlandbaumeister. 1732 kam als dritter Oberlandbaumeister Johann Christoph Knöffel hinzu. Die drei gelten als die Gestalter des Dresdner Barock.

Während Pöppelmann der Vertreter des – von Italien her geprägten und über Wien und Prag vermittelten – beschwingten Hochbarock war, wie er ihn unter anderem beim Zwinger verwirklichte, führte Longuelune ab 1713 den französischen klassizistischen Barock in Dresden ein. Der schon der nächsten Generation angehörende Knöffel entwickelte diese zurückhaltendere, am französischen Klassizismus orientierte Auffassung Longuelunes fort und begründete das sächsische Rokoko.

Im Oberbauamt wurden stets mehrere Architekten getrennt mit Entwürfen beauftragt und anschließend wurde in der Regel nicht einer ausgewählt, sondern unterschiedliche Formenelemente der einzelnen Entwürfe miteinander kompiliert, woran sich der König selbst und der Generalbauintendant Graf Wackerbarth oft beteiligten. Dieses „kollegialische“ Verfahren führte zur Synthese vieler Stileinflüsse.[1]

Im Auftrag des Königs arbeiteten Pöppelmann und Longuelune ab 1728 im Königlichen Bauamt in der Warschauer Residenz und vermutlich gemeinsam an den Entwürfen für das Sächsische Palais, das als Teil zur sogenannten Sächsischen Achse in Warschau gehörte. Zudem wird ihm in Warschau der Entwurf eines nicht mehr erhaltenen Salons im ebenfalls zur Achse gehörenden Sächsischen Garten zugeschrieben.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das von Longuelune geplante Blockhaus oder sogenannte Pyramidengebäude wurde ab 1732 als Unterbau ohne die Pyramide errichtet

Zacharias Longuelune ist weniger als eigenständiger Architekt bekannt, sondern vielmehr durch seine Architekturzeichnungen, die unter anderem im Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden und der SLUB Dresden aufbewahrt werden. Zudem blieb er als Mitarbeiter bekannter Architekten in Erinnerung, wie unter anderem Pöppelmann und de Bodt, an deren Gebäuden er für die Bauplanung und -leitung verantwortlich war.

Obwohl nur wenige seiner eigenen Entwürfe realisiert wurden, darunter das Blockhaus, nahm er Einfluss auf das Dresdner Stadtbild, indem er im Geist des französischen klassizistischen Barock die Fassadengliederung mit Lisenen und Pilastern einführte. Durch seine spätere Lehrtätigkeit gab er diesen Baustil an die nachfolgende Dresdner Architektengeneration weiter. Einer seiner Schüler war Friedrich August Krubsacius. Longuelunes zahlreiche Entwürfe und Idealprojekte für die königlichen Bauvorhaben wurden aufgrund der im Oberbauamt vorherrschenden Gemeinschaftsarbeit wirksam.[2]

Werkeauswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dresdner Blockhaus („Neustädter Wache“) in der 1749–1755 vollendeten Form, davor der Goldene Reiter; einziger ausgeführter Großbau Longuelunes
Die Untere Orangerie im Barockgarten Großsedlitz, nach einem Entwurf von Zacharias Longuelune (1727)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Zacharias Longuelune – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hagen Bächler, Monika Schlechte: Führer zum Barock in Dresden. Dortmund 1991, S. 20 f.
  2. Hagen Bächler, Monika Schlechte: Führer zum Barock in Dresden. Dortmund 1991, S. 34.