Zahnriemenantrieb (Fahrrad)

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Fahrrad mit Zahnriemenantrieb

Der Zahnriemenantrieb beim Fahrrad basiert auf einem Zahnriemen als Kraftübertragungsmedium von Kurbel zu Nabe. Er stellt bei Rädern mit Nabenschaltungen oder Eingangrädern eine Alternative zum herkömmlichen Kettenantrieb dar.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statt einer Kette werden Riemen aus Gummi-Mischgewebe aufgezogen und statt eines Kettenblattes und eines Ritzels oder einer Kassette kommen Zahnscheiben zum Einsatz.

Der Vorteil des Zahnriemenantriebs bei Fahrrädern ist der im Verhältnis zur Fahrradkette geringere Verschleiß und damit die Langlebigkeit des Übertragungsmediums. Die Riemen sind wartungsarm und müssen nicht geschmiert werden. Riemen sind zudem deutlich leichter als Metall-Ketten; sie wiegen mit 70 bis 90 g weniger als die Hälfte moderner Fahrradketten. Ein wesentlicher Nachteil ist, dass die Länge der Riemen nicht angepasst werden kann und für jedes Rad ein Riemen in spezifischer Länge notwendig ist. Für die Rahmen ist daher eine spezielle Bauweise notwendig, damit die Riemen getauscht werden können. In der Regel wird die Riemenmontage durch eine teilbare Sitzstrebe erreicht.

Damit es nicht zu Rissen im Riemen kam, musste die Riemenspannung bei ersten Versuchen sehr präzise eingestellt werden. Mittlerweile werden die Riemen mit Carbonfasern verstärkt, was die Lebensdauer stark erhöhte.[1]

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Motorrädern wurde die Technik des Zahnriemenantriebs wesentlich früher erprobt als in der Fahrradtechnik. Ein Grund dafür ist die bei Fahrrädern sehr variable Geschwindigkeit. Damit läuft auch der Zahnriemen unterschiedlich schnell über die Zahnriemenscheiben. Bei dem Tritt in die Pedale variiert die Geschwindigkeit und die auf den Zahnriemen einwirkenden Kräfte stark.[2] Zum Ausgleich der sich stark veränderten Krafteinwirkungen bauen viele Fahrradhersteller ihre Rahmen für den Riemenantrieb mit einer höheren Steifigkeit.

Die verwendeten Riemenscheiben waren zunächst aus Aluminium und Stahl, wie auch bei Ketten-Ritzeln gebräuchlich. Für einen besseren Schutz vor Korrosion und weniger Verschleiß der Scheiben und Riemen wurden ab 2012 Edelstahlscheiben[3] eingeführt.

Im hochpreisigeren Nabenschaltungssegement und bei Tretlagerschaltungen (pinion) kommen heute (2016) verstärkt Riemenantriebe zum Einsatz. Aktuell stellen mehrere Fahrradhersteller Zahnriemenantriebe mit unterschiedlicher Zahnung her. Ein einheitliches System hat sich noch nicht durchgesetzt.

Hersteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riemen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Contitech Power Transmission Group (2013) von Continental, entwickelte mit Benchmark Drives (Hersteller von Pedelec Antrieben) ein Antriebssystem mit für Fahrräder, Pedelecs und E-Bikes.
  • Carbon Drive der Gates Corporation aus Denver (USA)

Rahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Holger Dambeck: Fahrrad mit Zahnriemenantrieb: Die Stille des Asphalts. 2012 in Der Spiegel, abgerufen am 11. Januar 2016 [1]
  2. Infos von Movesto.de Fahrradbörse http://www.movesto.de/magazin/news/fahrraeder-mit-zahnriemen/
  3. radlager.de Riemenantrieb oder Kette bei Fahrrädern? Abgerufen am 11. Januar 2016 [2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zahnriemenantrieb (Fahrrad) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien