Zuckerfabrik Hohenau

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Die Zuckerfabrik von Hohenau

Die Zuckerfabrik Hohenau in Hohenau an der March (Niederösterreich) war ein traditionsreicher, von 1867 bis 2006 bestehender Wirtschaftsbetrieb zur industriellen Erzeugung von Rübenzucker.

Geschichte[Bearbeiten]

1867 gründeten sechs Brüder der Familie Strakosch eine Rübenzuckerverwertung in Hohenau an der March, die bald eine führende Position in der österreichischen Reichshälfte der Donaumonarchie einnahm. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs gingen allerdings große Teile des Rübenanbaugebietes an die Tschechoslowakei und die Agrarkrise der 1930er Jahre traf das Unternehmen schwer. Siegfried Strakosch (1867-1933) bemühte sich dennoch, die private österreichische Zuckerproduktion aufrechtzuerhalten. 1938 kam es zur Arisierung, 1939 brannte die Raffinerie. Nach 1945 mussten Teile der Fabrik aufgrund von schweren Kriegsschäden wieder aufgebaut werden.

1945 wurde die Fabrik vom aus der Emigration in England zurückgekehrten Oskar Strakosch übernommen. Durch Beteiligungen an anderen Werken entstand ein Familienkonzern. Ab 1988 begann sich die Familie Strakosch allerdings aus der Zuckerfabrikation schrittweise zurückzuziehen und die Raiffeisengruppe (Agrana) gewann bestimmenden Einfluss über alle Zuckerfabriken Österreichs. Nach dem Einstieg der deutschen Südzucker wurde die Zuckerfabrik Teil eines übernationalen Konzerns.

Der Standort Hohenau wurde zunächst zu einem der modernsten aller österreichischen Zuckerfabriken ausgebaut, durch Automatisierung sank allerdings die Beschäftigungszahl von etwa 1200 auf etwa ein Zehntel.

Im Jahr 2003 werden die noch vorhandenen Anteile der Familie Strakosch an die Agrana verkauft.[1] Weiter gehender Rationalisierungsdruck bewirkte, dass von den drei etwa gleich modernen Fabriken in Tulln, Leopoldsdorf und Hohenau, wo letztlich noch 136 Mitarbeiter beschäftigt waren, die letztgenannte 2006 geschlossen wurde.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Marie-Theres Arnbom:Friedmann, Gutmann, Lieben, Mandl und Strakosch. Fünf Familienporträts aus Wien vor 1938 Wien-Graz 2003

Galerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Familie Strakosch verkauft Anteile an Agrana und Südzucker an Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Konzern auf OTS vom 31. März 2003 abgerufen am 20. Februar 2010
  2. Agrana schließt Zuckerfabrik in Hohenau, ORF (Version vom 15. August 2007 im Internet Archive)

Weblinks[Bearbeiten]