Zwerg-Miere

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Zwerg-Miere
Zwerg-Miere (Minuartia sedoides)

Zwerg-Miere (Minuartia sedoides)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Unterfamilie: Alsinoideae
Gattung: Mieren (Minuartia)
Art: Zwerg-Miere
Wissenschaftlicher Name
Minuartia sedoides
(L.) Hiern

Die Zwerg-Miere (Minuartia sedoides) ist eine Pflanzenart in der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Die Zwerg-Miere gehört zum Grundstock der nivalen Flora.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die halbkugeligen etwa fünf cm hohen Polster sind unempfindlich gegen Winddürre und Windschliff.

Zwischen Juni und September erscheinen die weißlichen Blüten. Die Pflanze kommt fast ganz ohne Kronblätter aus, denn die robusten, gelbgrünen Kelchblätter sind ein guter Schutz gegen das Alpenklima und locken gleichzeitig Fliegen als Bestäuber an.

Die Samen reifen während des Winters noch in Höhenlagen von 3100 m. Sogar die Fruchtkapseln sind in die Polster eingesenkt, wobei es ungeklärt bleibt, wie die Samen aus den löchrigen Vertiefungen verbreitet werden.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 52, seltener 26 oder 48.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zwerg-Miere ist in den Alpen, Pyrenäen, Karpaten und Balkan verbreitet. Die Pionierpflanze wächst auf Kalk als auch auf Silikat auf Schutt und Fels. Sie ist Höhenlagen zwischen 1800 m und 3800 m anzutreffen. Sie ist eine Pionierpflanze; sie ist eine Ordnungscharakterart des Caricetalia curvulae und kommt gern in Initialstadien auf Moränenboden mit Luzula spicata vor. Man findet sie aber auch im Elynetum und in Gesellschaften des Androsacion alpinae.[1]

In den Allgäuer Alpen steigt sie von 1700 Meter im Tiroler Teil am Südwesthang des Aggensteins bis zu 2500 Metern in Bayern an der Trettachspitze auf.[2]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In die dichten Polster nisten sich gerne andere Pflanzen als „Polstergäste“ ein.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 382.
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 506.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Minuartia sedoides – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien