„Ernst Wilhelm Arnoldi“ – Versionsunterschied

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* 2003 wurde ein ''Gedenkstein'' mit Inschrift eingeweiht: „Standort Arnolditurm 1830–1972. [[Bürgerturm (Gotha)|Bürgerturmverein]] e.V.“
* 2003 wurde ein ''Gedenkstein'' mit Inschrift eingeweiht: „Standort Arnolditurm 1830–1972. [[Bürgerturm (Gotha)|Bürgerturmverein]] e.V.“
* Ein ''Arnoldi-Stiftungs-Gedenkstein'' auf dem Galberg bezieht sich auf die Übereignung des Areals durch die Familie an die Stadt im Jahre 1872 als Parkgelände.
* Ein ''Arnoldi-Stiftungs-Gedenkstein'' auf dem Galberg bezieht sich auf die Übereignung des Areals durch die Familie an die Stadt im Jahre 1872 als Parkgelände.
* Am Sitz der [[Gothaer Versicherungsbank]] in Göttingen steht eine vom Bildhauer [[Max Hoene]] 1958 geschaffene ''Büste Arnoldis''<ref>{{Literatur | Autor = [[Peter Koch (Jurist)|Peter Koch]] | Titel = Pioniere des Versicherungsgedankens | TitelErg = 300 Jahre Versicherungsgeschichte in Lebensbildern. 1550–1850 | Verlag = Springer-Verlag | Jahr = 2013 | Ort = Wiesbaden |ISBN = 978-3-663-06643-9 | DOI= 10.1007/978-3-663-07556-1 | Seiten = 230 | Kommentar = Reprint des 1968 im Betriebswirtschaftlichen Verlag Dr. Th. Gabler in Wiesbaden erschienenen Buchs | Online ={{Google Buch | BuchID = U4CrBgAAQBAJ | Seite = 230 | Hervorhebung = Hoene }}}}</ref>
* 2014 stiftete der Landrat des Kreises Gotha die ''Arnoldi-Medaille'', mit der in unregelmäßigen Abständen herausragendes ehrenamtliches Engagement gewürdigt werden soll.
* 2014 stiftete der Landrat des Kreises Gotha die ''Arnoldi-Medaille'', mit der in unregelmäßigen Abständen herausragendes ehrenamtliches Engagement gewürdigt werden soll.



Version vom 14. Juli 2017, 13:10 Uhr

Ernst-Wilhelm Arnoldi

Ernst-Wilhelm Arnoldi (* 21. Mai 1778 in Gotha; † 27. Mai 1841 ebenda) war ein deutscher Kaufmann und gilt als „Vater des deutschen Versicherungswesens“.

Leben

Mutter Sabine Elisabeth Arnoldi
Wilhelmine Arnoldi

Arnoldi wurde als erster Sohn von neun Kindern der Eheleute Ernst Friedrich Arnoldi (1747–1828), Kaufmann und Ratsherr in Gotha, und Sabine Elisabeth, Tochter des Nadlermeisters Johann Elias Krehl in Gotha, Hauptmarkt 38, geboren. Seine erste Ehe schloss er in Weimar am 17. September 1808 mit Rosine Wilhelmine Conrath (1791–1823), Tochter des Hofschreinermeisters Johann Wilhelm Conrath. Wilhelmine muss eine äußerst schöne Frau gewesen sein, denn der Geheimrat Johann Wolfgang Goethe erbat sich den Abguss einer Marmorbüste, die Vater Conrath hatte anfertigen lassen.[1] Nach dem Tod von Wilhelmine heiratete Arnoldi in Gotha am 30. Januar 1825 Christiane Rosenberg, mit der er drei Söhne und eine Tochter hatte.

Arnoldi starb am 27. Mai 1841 in seinem Wohnhaus Hauptmarkt 14 und wurde auf dem Friedhof II, gegenüber dem heutigen Gymnasium Arnoldischule, bestattet.

Beruflicher Werdegang und Wirken

Vater Ernst Friedrich Arnoldi

In den Jahren 1794 bis 1799 erhielt Arnoldi in Hamburg eine praktische Lehrausbildung als Kaufmann bei „Johann Gabe & Comp.“, einer angesehenen Hamburger Ex- und Import-Handelsfirma,[2] und erlernte die notwendige Theorie in der Handelsakademie des Johann Georg Büsch. Die dort gewonnenen Erfahrungen waren eine Grundlage für sein erfolgreiches Berufsleben und Wirken für die Heimatstadt Gotha. 1799 trat er als Gehilfe ins väterliche Geschäft („Ernst Wilhelm Arnoldi & Sohn“, Kolonialwaren-Handel und Produkten-Großhandel) ein und wurde 1803 Teilhaber, was er bis 1812 blieb. 1804 gründete er in Remstädt eine Farbholzfabrik und -mühle und 1808 in Elgersburg eine Steingut- und Porzellanfabrik.[3]

Feuerversicherung

Arnoldi hatte seine drei Unternehmen bei der Londoner Phoenix Assurance versichert. Er musste Ende der 1810er Jahre den Brand der väterlichen Tabakfabrik erleben und war enttäuscht von der wenig kulanten Abwicklung des Schadens durch die Versicherung, die sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine marktbeherrschende Stellung in Deutschland verschafft hatte, was zu überhöhten Prämien für die Versicherten führte, meist Kaufleute und Fabrikanten. Außerdem waren die Entschädigungen unzureichend, was auch Arnoldi verspürte.

Sein Zorn und seine Unzufriedenheit über die Schadensregulierung veranlasste ihn im Januar 1817 zu einem Aufsatz über Die Idee einer eigenen deutschen Feuerversicherung, die eine äußerst große Resonanz bei seinen Kollegen hervorrief. In der Gothaer Innungshalle („Verein der kaufmännischen Innungshalle“) am Hauptmarkt, Sitz der 1818 von Arnoldi gegründeten ersten deutschen Handelsschule („Handelsschule der Innungshalle“), wurden in den folgenden Monaten viele Diskussionsrunden abgehalten, die zu dem Ergebnis führten, dass Arnoldi am 2. September 1819 im Allgemeinen Anzeiger seine Vorschläge zur Errichtung einer Feuerversicherungsbank für kaufmännische Warenlager, Kaufmannshäuser und Mobiliare derselben veröffentlichen ließ. Sechzehn Gothaer Kaufleute unterschrieben sofort dieses Grundsatzpapier. Bereits am 1. Oktober wurde Gotha als Sitz der neuen Versicherung gewählt: Der herzogliche Verwaltungsapparat war vergleichsweise schlank, die Stadt lag verkehrsgünstig in Deutschlands Mitte, und es wurden in Gotha für Versicherungen keine Sonderabgaben erhoben. Schon nach kurzer Zeit hatten sich 118 Unternehmen und Kaufleute eingetragen.[4][5] Im November und Dezember 1819 wurden in fünf thüringischen Städten (Gotha, Erfurt, Arnstadt, Langensalza und Eisenach) die „Ausschüsse“ als Gründungsgremien gewählt und konstituiert.

Statue Arnoldis auf dem Arnoldiplatz in Gotha

Am 2. Juli 1820 wurde in Gotha der Plan der Feuer-Versicherungs-Bank für den deutschen Handelsstand einschließlich der dazugehörenden Satzung vom ersten einberufenen Vorstand beschlossen[6] – der Gründungstag der Feuerversicherungsbank des Deutschen Handelsstandes, die heutige Gothaer Versicherungsbank VVaG. Arnoldi wurde zum Direktor bestellt und war 1820 bis 1822 ehrenamtlicher Direktor. Adolf Nagel wurde als Bevollmächtigter bestellt.

In den letzten Monaten des Jahres wurden rd. 350 Versicherungsagenten in ganz Deutschland angeworben. Am 1. Januar 1821 wurde der Geschäftsbetrieb mit einer versicherten Summe von 2,8 Mio. Talern aufgenommen, bis Ende 1821 betrug die Versicherungssumme schon 13,5 Mio. Taler und über 1.804 Versicherungsverträge. Für dieses Jahr gab es aufgrund der Bankverfassung eine 31%ige Beitragsrückerstattung. Damit war die Londoner Phoenix-Versicherung von ihrer Monopolstellung auf dem deutschen Markt verdrängt. Ende 1822 betrug die versicherte Summe 26 Mio. Taler, die Beitragsrückerstattung lag bei 64 %. 1823 wurde der Gothaer Bankier Wilhelm Madelung zum Bankdirektor bestellt. Von 1823 bis zu seinem Tod 1841 war Arnoldi Mitglied des Gothaer Ausschusses der Feuerversicherungsbank (Mitgliedervertretung). 1824 schieden die Eisenacher und Langensalzaer Ausschüsse aus der Mitgliederversammlung aus. Im Jahre 1825 erhielt die Bank eine neue Verfassung, in der die Mitgliedschaft auf alle Stände ausgedehnt und die Nachschusspflicht vom Achtfachen auf das Vierfache des Jahresbeitrags gesenkt wurde. Eine Umbenennung erfuhr die Bank im Jahre 1830 in „Feuerversicherungsbank für Deutschland“. Von 1836 bis 1862 war der Geschäftsbetrieb in Bayern untersagt.

Lebensversicherung

Arnoldi-Gedenkstein in Göttingen am Gothaer Platz

1823 verfasste Arnoldi eine erste Denkschrift zur Gründung einer Lebensversicherungsbank, wegen Fehlens der technischen Voraussetzungen wurde das Projekt jedoch nicht umgesetzt, bis im Mai 1827 die Übersetzung des Buches von Charles Babbage über die technischen Grundlage der englischen Lebensversicherung herauskam. Erst am 9. Juli 1827 genehmigte Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg-Gotha die öffentliche Bekanntmachung des Planes und zu gegebener Zeit die Errichtung einer Lebensversicherungsbank für Deutschland. Arnoldi ließ sich 1827 bis 1829 zur Gründung der Gesellschaft von namhaften Fachleuten beraten, so z.B. von Versicherungsmanagern, Medizinern und Mathematikern. Der Geschäftsbetrieb wurde am 1. Januar 1829 im Wohnhaus von Arnoldi am Oberen Hauptmarkt in Gotha aufgenommen, womit das moderne Versicherungswesen in der Rechtsform des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit geschaffen war. Der damalige Bestand waren 846 Policen und 1,5 Mio. Taler Versicherungssumme. Mit der Gründung dieser Versicherungen wollte Arnoldi das bisherige Monopol ausländischer Versicherungen, besonders der Londoner Phoenix-Versicherung, in Deutschland brechen und somit auch den ständigen Abfluss von Prämiengeldern ins Ausland unterbinden. Sein Erfolg begründete sich auch in der Tatsache, dass die Prämien seiner Versicherungen aufgrund des Prinzips der Gegenseitigkeit und der Gewinnbeteiligung niedriger sein konnten als die der Konkurrenz.[4][5] Von 1829 bis 1841 war Arnoldi Bankdirektor der Lebensversicherungsbank für Deutschland.

Sein Lebensmotto war: „Du handelst für Dich, wenn Du für Andere lebst“. Auch der Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ wird Arnoldi zugeschrieben.

Sonstige berufliche Aktivitäten

Gedenktafel an der Arnoldischule in Gotha

Überdies war Arnoldi Wirtschaftspolitiker und Förderer verschiedener Projekte in Gotha und weit darüber hinaus. 1817 gründete er die Innungshalle im Hause Hauptmarkt 2 in Gotha, in der für die Ausbildung des Nachwuchses im Handelsgewerbe 1818 die erste deutsche Handelsschule entstand.

Arnoldi engagierte sich zudem für den 1836 erfolgten Bau eines Realgymnasiums, die Gründung der Deutschen Zuckerhansa, den Bau des Hoftheaters und für das Projekt „Thüringer Eisenbahn“.

Arnoldi war auch mit seiner 1836 bei Gotha gegründeten Zuckerfabrik erfolgreich für die Gewinnung von Zucker aus Rüben anstelle der Rohrzuckereinfuhr tätig. Er überzeugte 1841 seine Zuckerfabrikantenkollegen, sich kartellartig zusammenzuschließen, ein Kontrakt gegen die starke Senkung der Rohrzuckerzölle im Handelsvertrag der Rohrzucker importierenden Kolonialmächte mit Holland.

Neben Friedrich List war Arnoldi bei der deutschen Zollvereinsbewegung für die Abschaffung der Binnenzölle und Einführung von Importzöllen. Arnoldi unterstützte auch die Pläne Lists, ein gesamtdeutsches Eisenbahnnetz zu installieren, das auch Gotha als Bahnstation beinhaltete.

Erinnerungen und Ehrungen

Gedenktafel am Geburtshaus
Gedenktafel am Wohn-und Sterbehaus
Arnoldi-Grabstein
  • Das Geburtshaus von Arnoldi mit Gedenktafel steht am unteren Teil des Hauptmarkts. Hier hat er 1820 die Gothaer Feuer gegründet.
  • Das Wohnhaus von Arnoldi am oberen Teil des Hauptmarkts trägt eine Gedenktafel von 1877: „In diesem Hause wohnte vom Jahre 1823 bis zu seinem Tode (27. Mai 1841) ERNST WILHELM ARNOLDI. Hier begründete er zum Segen vieler Tausender die LEBENSVERSICHERUNGSBANK FÜR DEUTSCHLAND“.
  • Im Jahre 1834 zahlten die Mitglieder der Feuerversicherungsbank Arnoldi ein Ehrengeschenk von 15.000 Talern.
  • Dank einer Stiftung Arnoldis (aus dem Ehrengeschenk?) konnte 1836 das Herzogliche Realgymnasium begründet werden, das 1859 mit dem Gymnasium Illustre zum heutigen Gymnasium Ernestinum vereinigt wurde.
  • Das ursprünglich in der Mitte des Arnoldiplatzes stehende Arnoldi-Denkmal (heute Altes Arnoldidenkmal genannt) von 1843 wurde 1969 abgetragen und seine Einzelteile als Bauschutt am Schloss Mönchshof in Siebleben abgekippt. Der Gothaer Verein für Stadtgeschichte und Altstadterhaltung sorgte 1995 für die Bergung und Sanierung der erhaltenen Steine, im Laufe der Jahrzehnte verlorengegangene oder zerstörte Teile des Denkmals wurden neu angefertigt. 2003 wurde das Denkmal an einem neuen Standort, dem Ekhof-Platz neben der Hauptpost, wiedererrichtet. An dieser Stelle stand ursprünglich das von Ludwig Bohnstedt entworfene, am 10. Mai 1874 eingeweihte Landesdenkmal für die Gefallenen zweier Schlachten, das zwischen 1946 und 1949 abgebrochen worden war.
  • Auf dem Arnoldi-Platz wurde 1991 ein neues Arnoldi-Denkmal aufgestellt, eine Skulptur des Bildhauers Bernd Göbel aus Halle. Aufgrund des sehr stark gekrümmten Rückens der Plastik wird diese im Gothaer Volksmund respektlos der Bucklige[7] genannt.
  • 1882 erhielt die Höhere Bürgerschule in Gotha den Namen Arnoldischule (seit 1991 Gymnasium Arnoldischule)
  • 1911 wurde an der Eisenacher Straße das eigens für die o.g. Schule gebaute Arnoldischulhaus eingeweiht
  • Auf der anderen Straßenseite steht auf dem einstigen Friedhof II unter Bäumen Arnoldis Grabstein, an dem alljährlich die Arnoldischüler den Namensgeber ihrer Einrichtung an seinem Geburtstag mit der Niederlegung von Blumen ehren. Im Zuge der Beräumung des Friedhofs in den Jahren 1968/69 war das arnoldische Grabdenkmal als kulturhistorisch bedeutsam geborgen und auf den Hauptfriedhof versetzt worden. Am 21. Mai 1993 wurde es anlässlich des 215. Geburtstages von Ernst-Wilhelm Arnoldi als einziges Grabdenkmal auf dem einstigen Friedhofsgelände wieder aufgestellt, indes nicht am originalen Standort, sondern etwa zehn Meter davon entfernt.
  • Auch die Berufsbildenden Schulen I in Göttingen tragen Arnoldis Namen. Ein von der Gothaer Lebensversicherung AG in Göttingen gestifteter und mit 500 Euro pro Preisträger dotierter Preis, der Arnoldi-Preis, wird jährlich an Schüler der einzelnen Schulformen (Fachgymnasium, Fachoberschule, Handelsschule, Berufsschule), die sich durch besondere Leistungen und besonderes Engagement ausgezeichnet haben, verliehen.
  • 1830 hatte die Familie Arnoldi einen 25 Meter hohen Aussichtsturm, den Arnoldi-Turm, auf dem Galberg errichten lassen. Dieser verfiel zur DDR-Zeit in einem Sperrgebiet der sowjetischen Armee und wurde 1972 beseitigt. Arnoldi hatte den kahlen Berg als Berggarten und beliebtes Ausflugsziel der Gothaer Bürger aufforsten lassen.
  • 2003 wurde ein Gedenkstein mit Inschrift eingeweiht: „Standort Arnolditurm 1830–1972. Bürgerturmverein e.V.“
  • Ein Arnoldi-Stiftungs-Gedenkstein auf dem Galberg bezieht sich auf die Übereignung des Areals durch die Familie an die Stadt im Jahre 1872 als Parkgelände.
  • Am Sitz der Gothaer Versicherungsbank in Göttingen steht eine vom Bildhauer Max Hoene 1958 geschaffene Büste Arnoldis[8]
  • 2014 stiftete der Landrat des Kreises Gotha die Arnoldi-Medaille, mit der in unregelmäßigen Abständen herausragendes ehrenamtliches Engagement gewürdigt werden soll.

Rezeption

Arnoldidenkmal in Gotha

In dem 2011 erschienenen Roman Dinner for One auf Goth’sch wird behauptet, dass Ernst-Wilhelm Arnoldi das Vorbild für die Figur des Mr. Pommeroy im berühmten Sketch Dinner for One gewesen sei.[9] Von 1811 bis zu seinem Tode habe er als enger Freund der Herzogin Karoline Amalie von Sachsen-Gotha-Altenburg im Gothaer Winterpalais alljährlich den Geburtstag der Fürstin gefeiert (zusammen mit seinen Zeitgenossen, dem Gymnasialprofessor Johann Georg August Galletti, dem Verleger Justus Perthes und Oberst Maximilian Franz Karl Ritter von Gadolla). Nach dem Tod ihrer Freunde habe die Herzogin ihren Diener angewiesen, den Part der Verstorbenen trinkend und sprücheklopfend zu übernehmen. Die Anekdote von diesem seltsamen Geburtstagsritual sei, so der Roman, 1845 nach dem Gotha-Besuch Prinz Alberts von Sachsen-Coburg und Gotha, des Lieblingsenkels der Herzogin, nach Großbritannien gekommen, wo sie der Theaterautor Lauri Wylie in den 1930er-Jahren zufällig wiederentdeckte und erstmals als Dinner for One für die Bühne adaptierte, wobei aus Ernst-Wilhelm Arnoldi Mr. Pommeroy wurde.[10] In dem alljährlich am Silvestervorabend in Gotha aufgeführten Theaterstück Dar neunzschsde Gebordsdaach oder Dinner for One auf Goth’sch[11] imitiert der Darsteller des Dieners auch den verstorbenen Arnoldi, der hier stets mit Kommerzienrat angeredet und als überaus steif dargestellt wird.

Literatur

Commons: Ernst Wilhelm Arnoldi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Notiz unter der Büste im Deutschen Versicherungsmuseum
  2. Spamer 1868, S. 723 („damals eines der angesehensten Handlungshäuser des nördlichen Europa“).
  3. Erich AngermannArnoldi, Ernst Wilhelm. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 389 (Digitalisat).
  4. a b Prospekt des Versicherungsmuseums (gilt für den gesamten Abschnitt)
  5. a b Das englische Monopol fällt. Versicherungsgeschichte.de, abgerufen am 29. Juni 2015.
  6. Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit - Geschichte
  7. Andreas M. Cramer: Echt Goth’sch. Kleines Handbuch des Gothaer Volksmundes. Gotha 1995, S. 82.
  8. Peter Koch: Pioniere des Versicherungsgedankens. 300 Jahre Versicherungsgeschichte in Lebensbildern. 1550–1850. Springer-Verlag, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-663-06643-9, S. 230, doi:10.1007/978-3-663-07556-1 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche – Reprint des 1968 im Betriebswirtschaftlichen Verlag Dr. Th. Gabler in Wiesbaden erschienenen Buchs).
  9. Andreas M. Cramer: Dinner for One auf Goth’sch. Gotha 2011, S. 19 ff.
  10. Andreas M. Cramer: Dinner for One auf Goth’sch. Gotha 2011, S. 74
  11. Dinner for One auf Goth’sch