Realgymnasium
Das Realgymnasium ist eine zumeist auf den mittleren Bildungsabschluss aufbauende Schulform des Gymnasiums, die zur Hochschulreife (Matura/Maturität) führt. Sie setzt den Schwerpunkt auf naturwissenschaftlichen Fächer (Realien).
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Österreich [Bearbeiten]
In Österreich ist das Realgymnasium ein Schwerpunktszweig des Gymnasiums, als achtjährige allgemeinbildende höhere Schule mit Matura. Das Realgymnasium bietet eine gleichwertige Ausbildung im Vergleich zu anderen Gymnasien (humanistisch, neusprachlich, besondere Bildungsschwerpunkte), allerdings mit Fokus auf naturwissenschaftliche Fächer, dort lernt man statt einer dritten Fremdsprache vertiefend Biologie, Physik und Chemie und schreibt auch in diesen Fächern Schularbeiten.
Es gibt auch Realgymnasien nur mit der Oberstufe (Oberstufenrealgymnasium), sowie die Sonderform des Werkschulheims.
Eigenständige Schulform ist das Wirtschaftskundliche Realgymnasium.
Südtirol [Bearbeiten]
Auch in Südtirol ist das Realgymnasium verbreitet:
Schweiz [Bearbeiten]
Historische Schulform in Deutschland [Bearbeiten]
Das Realgymnasium[1] wurde Mitte des 19. Jahrhunderts im Staat Preußen eingeführt. Häufig wurden dazu bestehende sechsklassige Realschulen um drei Jahre (die "Prima" bzw. Oberstufe) erweitert. Realgymnasien wurden daher übergangsweise auch Realschulen 1. Ordnung genannt. Im Gegensatz zu humanistischen Gymnasien, welche mit Altgriechisch und Latein einen altphilologischen Schwerpunkt setzen, fokussierten sich Realgymnasien auf Realien und moderne Sprachen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gingen im Deutschen Kaiserreich aus den Schwerpunkten der „Realgymnasien“ mathematisch-naturwissenschaftlich orientierte Oberrealschulen und neusprachliche Gymnasien hervor. Ab 1937 wurden im Deutschen Reich alle Realgymnasien und Oberrealschulen reichseinheitlich als "Oberschulen" bezeichnet.
Mit dem Hamburger Abkommen von 1965 wurden in der Bundesrepublik Deutschland alle Bildungseinrichtungen und damit auch die Realgymnasien, deren Abschluss (Reifezeugnis) den Zugang zur Universität ermöglichte, in „Gymnasium“[2] umbenannt.
- Jahrgangsstufen
- Unterstufe
- Sexta entspricht der 5. Klasse (siehe auch Sextaner)
- Quinta entspricht der 6. Klasse
- Quarta entspricht der 7. Klasse
- Mittelstufe
- Untertertia entspricht der 8. Klasse
- Obertertia entspricht der 9. Klasse
- Untersekunda entspricht der 10. Klasse (Mittlere Reife)
- Oberstufe, heute Sekundarstufe II
- Obersekunda entspricht der 11. Klasse
- Unterprima entspricht der 12. Klasse
- Oberprima entspricht der 13. Klasse (Zeugnis der Reife)
- historische Beispiele
- Königliches Realgymnasium von 1864.[3] In Verb. mit Altes Gymnasium und anderen "Oberschulen"[4] in Würzburg.
- Andreas-Realgymnasium von 1883 als Ableger des Andreanums, heute Scharnhorstgymnasium Hildesheim [5]
- Realgymnasium Hannover von 1906, heute Bismarckschule (Hannover)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Manfred Fuhrmann, Latein und Europa, Die fremdgewordenen Fundamente unserer Bildung, Die Geschichte des gelehrten Unterrichts in Deutschland von Karl dem Großen bis Wilhelm II., Köln, 1. Aufl. 2001, ISBN 3-7701-5605-6, 2. Aufl. 2001, ISBN 3-8321-7948-8
- ↑ Definition des Gymnasiums siehe § 4 Abs. 2 Hamburger Abkommen
- ↑ Siebold-Gymnasium
- ↑ Oberrealschule von 1910
- ↑ [1]