Östliche Pferdeenzephalomyelitis

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Klassifikation nach ICD-10
A83.2 Östliche Pferdeenzephalitis (Eastern-Equine-Encephalitis)
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Die Östliche Pferdeenzephalomyelitis (engl. Eastern Equine Encephalomyelitis, EEE) ist eine tödlich verlaufende Viruserkrankung der Pferde, die wie alle Pferdeenzephalomyeliten zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen gehört. Sie ist auch auf den Menschen übertragbar (Zoonose) und kann eine ebenfalls tödliche Erkrankung auslösen.

Epidemiologie[Bearbeiten]

Erstmals wurde das Virus 1933 bei einer großen Pferdeepidemie in den mittleren Ostküstenstaaten der USA. beschrieben, während der erste Ausbruch einer menschlichen Epidemie 1938 im Südosten von Massachusetts mit 34 Infizierten nachgewiesen wurde, von denen 25 verstarben. Erst 1959 wurde ein weiterer Ausbruch bei 32 Menschen in New Jersey berichtet. Seither konnten regelmäßig kleinere Ausbrüche beim Menschen beschrieben werden, wobei seit der Jahrtausendwende insgesamt eine Zunahme der Anzahl Infizierter und eine zunehmend nördlichere Ausbreitung beobachtet wurden, die inzwischen bis nach Südkanada, Maine und Vermont reicht. Dabei wurde eine Periodizität in der Häufigkeit der Krankheitsfälle beobachtet, mit Häufungen (Cluster) über zwei oder mehr Jahre und mit Zwischenjahren mit weniger vielen Fällen.[1]

Erreger[Bearbeiten]

Eastern Equine Encephalitis Virus (rot eingefärbt) in einer elektronenmikroskopischen Aufnahme der Speicheldrüse einer Stechmücke
Verbreitungsgebiet in den USA

Der Erreger der Erkrankung ist das Eastern Equine Encephalitis Virus (EEEV) aus der Gattung Alphavirus der Familie der Togaviridae. Es gibt zwei Varianten des Virus, eine nordamerikanische und eine südamerikanische. Die nordamerikanische Variante kommt in der Karibik, den östlichen US-Bundesstaaten und im östlichen Kanada vor. Die südamerikanische ist weniger pathogen und tritt in Süd- und Mittelamerika auf.

Als Hauptüberträger fungieren Mücken, in Nordamerika vor allem durch Culiseta melanura. Der Erreger ruft bei Pferden, aber auch bei Tauben, Fasanenartigen (Fasanen, Wachteln) und dem Menschen Krankheitserscheinungen hervor. Als Virusreservoir dienen Wildvögel und Nagetiere.

Klinik[Bearbeiten]

Infektionen treten vor allem im Sommer und Frühherbst auf, wenn die Stechmücken aktiv sind. Nur etwa 10 % der infizierten Tiere entwickeln Krankheitserscheinungen. Die Inkubationszeit beträgt 1 bis 7 Tage. Klinisch treten auf Fieber, Abgeschlagenheit, Fressunlust, schlafähnliche Zustände, Lähmung des Rachens und der Gliedmaßen, Koordinierungsstörungen und Festliegen. Die Mortalität bei Pferden kann bis zu 90 % betragen, der Tod tritt gewöhnlich innerhalb von 2 bis 7 Tagen ein. Beim Menschen liegt die Mortalitätsrate zwischen 30 und 50 %.

Bekämpfung[Bearbeiten]

Eine wirksame Therapie gibt es nicht. Eine vorbeugende Schutzimpfung für Pferde mit einem Totimpfstoff ist in Endemiegebieten möglich.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Philip M. Armstrong, Theodore G. Andreadis: Eastern Equine Encephalitis Virus - Old Enemy, New Threat. New England Journal of Medicine 2013; Band 368, Ausgabe 18 vom 2. Mai 2013, S. 1670–1673
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