Enzephalitis

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Klassifikation nach ICD-10
G04 Enzephalitis, Myelitis und Enzephalomyelitis
G04.2 Bakterielle Meningoenzephalitis und Meningomyelitis, anderenorts nicht klassifiziert
G04.8 Sonstige Enzephalitis, Myelitis und Enzephalomyelitis, Postinfektiöse Enzephalitis und Enzephalomyelitis o.n.A.
G04.9 Enzephalitis, Myelitis und Enzephalomyelitis, nicht näher bezeichnet, Ventrikulitis (zerebral) o.n.A.
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Eine Enzephalitis (neuzeitliche Bildung aus altgriechisch ἐγκέφαλος enképhalos „Gehirn“[1], aus ἐν „in“ und κεφαλή „Kopf“, und der medizinischen Endung -itis für „Entzündung“) ist eine Entzündung des Gehirns. Sie ist meist infektiös bedingt, hervorgerufen durch Viren oder – seltener – durch Bakterien, Protozoen oder durch medizinisch relevante Pilze (wie Cryptococcus neoformans). Sie kann auch als Autoimmunerkrankung auftreten (Multiple Sklerose). Sind auch die Hirnhäute mit betroffen, spricht man von einer Meningoenzephalitis. Bei Beteiligung des Rückenmarks spricht man von einer Enzephalomyelitis.

Formen[Bearbeiten]

Je nach Verlauf, Ursache und genauem Hirnanteil lassen sich verschiedene Enzephalitiden unterscheiden. Nach dem Verlauf unterscheidet man akute, chronische und latente (ohne klinische Erscheinungen) Gehirnentzündungen.

Nach dem betroffenen Hirngewebe unterscheidet man:

Symptome[Bearbeiten]

Je nach Schwere und Lokalisation der Erkrankung reichen die Beschwerden von Fieber, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit bis zu Lähmungen, Sehstörungen mit Doppelbildsehen, Krämpfen, Bewusstlosigkeit und Wahrnehmungs- und Orientierungsstörungen. Im weiteren Verlauf treten auch Einschränkungen in der Sprachfunktion sowie der Geruchsempfindung auf.

Ursachen[Bearbeiten]

Fast immer ist eine Gehirnentzündung die Folge von Virusinfektionen, wie etwa Tollwut, Japanische Enzephalitis, Grippe, Masern, Röteln, Mumps und die durch Zecken übertragenen Enzephalitiden („Tick-borne encephalitis“) wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis. Auch verschiedene Herpesviren wie Herpes-simplex-Viren oder das Varizella-Zoster-Virus können eine Enzephalitis verursachen (Herpes-simplex-Enzephalitis).

Eine neue Erregergruppe stellen die Prionen dar, die für die übertragbaren spongiformen Enzephalopathien verantwortlich sind.

Als bakterielle Erreger kommen beispielsweise die der Listeriose, des Typhus, der Syphilis oder der Borreliose in Betracht. Parasitär bedingte Enzephalitiden werden durch Protozoen oder Würmer verursacht. Einige wenige Pilze können eine mykotische Enzephalitis auslösen, z. B. im Rahmen einer Kryptokokkose.

Schließlich können Autoimmunerkrankungen und paraneoplastische Erkrankungen zu Gehirnentzündungen führen.

Säuglinge und sehr alte Menschen sind stärker gefährdet, eine Enzephalitis zu bekommen.

Diagnostik[Bearbeiten]

Da es sich bei dem Verdacht auf eine Enzephalitis um eine unspezifische Symptomatik ohne sofort erkennbare Ursachen, also eine Differentialdiagnose unklarer neurologischer Ausnahmezustände handelt, werden folgende Diagnoseverfahren angewandt; Erregernachweis durch Lumbalpunktion mit zusätzlicher Auswertung von Aufälligkeiten bei der Elektroenzephalographie und Kernspintomographie. Bei ursächlichen Herpesviren erfolgt der Nachweis durch die Entnahme von Nervenwasser zwischen den Lendenwirbelkörpern (Liquordiagnostik)[2]

Behandlung[Bearbeiten]

Gehirnentzündungen müssen im Krankenhaus stationär beobachtet und behandelt werden, um hinzukommende Probleme, wie etwa Bewusstlosigkeit, Krämpfe oder ein Organisches Psychosyndrom, rechtzeitig zu erkennen und fachgerecht handeln zu können. Eine durch Bakterien verursachte Gehirnentzündung wird mit Antibiotika behandelt. Bei einer Infektion mit Herpes-simplex-Viren kann das virushemmende Aciclovir sinnvoll sein. Bestimmte Formen lassen sich durch Impfungen verhindern (FSME).

Komplikationen[Bearbeiten]

Eine leichte Gehirnentzündung im Rahmen einer Grippe wird häufig nicht einmal bemerkt und klingt mit der Grippe wieder ab. Viren wie z. B. Herpes simplex können zu einer schweren Erkrankung führen, die einen wochenlangen Krankenhausaufenthalt notwendig macht. Es kann für längere Zeit zu Lähmungen und Sprachstörungen kommen. In schlimmen Fällen sind geistige Behinderung und autismus-ähnliche Verhaltensstörungen möglich.

Bei bakteriellen Enzephalitiden beträgt die Sterblichkeit bis zu 50 Prozent.

In manchen Fällen kann sich aus einer Gehirnentzündung die Parkinson-Krankheit als Spätfolge entwickeln.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Enzephalitis – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Woodhouse's English-Greek Dictionary. The University of Chicago Library, abgerufen am 10. Januar 2013 (englisch).
  2. A.Nilsson, Enzephalitis, Ursachen und Diagnostik; www.guertelrose-infektion.deEnzephalitis durch Herpesviren., aktualisiert am 07.Oktober 2014.