Świelubie (Dygowo)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Świelubie
Świelubie führt kein Wappen
Świelubie (Polen)
Świelubie
Świelubie
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Kołobrzeg
Gmina: Dygowo
Geographische Lage: 54° 6′ N, 15° 41′ O54.092515.683055555556Koordinaten: 54° 5′ 33″ N, 15° 40′ 59″ O
Einwohner:
Telefonvorwahl: (+48) 94
Kfz-Kennzeichen: ZKL

Świelubie (deutsch Zwilipp, veraltet Zwilip, Zwielipp) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Es gehört zu der Gmina Dygowo (Landgemeinde Degow) im Powiat Kołobrzeski (Kreis Kolberg).

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa 6 km südwestlich von Dygowo (Degow), 12 km südöstlich von Kołobrzeg (Kolberg) und 105 km nordöstlich der Provinzhauptstadt Stettin (Szczecin).

Geschichte[Bearbeiten]

In der Nähe des Dorfs existiert eine Ausgrabungsstätte einer Siedlung aus der Wikingerzeit. Zwilipp ist ein altes Dorf, das in einer Urkunde von 1159, mit der Bischof Adalbert von Pommern das Kloster Grobe bestätigte, Suelube genannt wurde.[1][2] Im Mittelalter wurde es als Zeilendorf in Hufeisenform angelegt. Diese Form hat es bis heute bewahrt. Das Dorf verfügt über eine kleine einschiffige Kirche, von der angenommen wird, dass sie aus dem Ende des 15. Jahrhunderts stammt. Der aus Feld- und Mauersteinen errichtete Kirchturm ist der älteste Gebäudeteil.[3]

Die 1930 erstmals renovierte gotische Kirche brannte im Juni 1945 durch Blitzschlag ab. Die Nachkriegswirren verhinderten Löscharbeiten und verzögerten Reparaturen. In den 1950er-Jahren wurde das Gotteshaus jedoch wieder funktionsfähig aufgebaut. Im Jahr 1989 brannten bei einem Feuer große Teile des Innenraumes aus und auch der Kirchturm wurde beschädigt. Beim Wiederaufbau in den 1990er Jahren wurde das ursprüngliche dritte Stockwerk des Turmes nicht wiederhergestellt, er ist also jetzt niedriger.

Zum Pfarrsprengel Zwilipp gehörten auch die Dörfer Pustar (dieses erst seit 1911), Bartin und Lustebuhr. Bis 1945 war Hinterpommern Teil von Deutschland und hatte eine deutsche Bevölkerung, siehe Geschichte Pommerns. Hier lebte und wirkte der Heimat- und Familienforscher für Pommern Ferdinand Asmus, welcher dort auch Dorfschullehrer war. Heute gehört die Kirche zum Kirchenkreis Dygowo.

Die historischen Pfarrer[Bearbeiten]

Von der Reformation bis 1935 war die Pfarrstelle durchweg von evangelischen Pfarrern besetzt. Ab 1935 blieb die Stelle unbesetzt und das Dorf wurde von Zernin aus versorgt. Seit 1945 ist die Bevölkerung des Dorfes polnisch und wird durch katholische Geistliche betreut. Es folgt eine Auflistung der Pfarrer aus der Zeit bis 1935:

  1. Bartholomäus Hell, 1556–1612
  2. Joachim Scheunemann, 1612–1645
  3. Dionysius Scheunemann, 1649–1672
  4. Matthias Hering, 1674–1706
  5. Heinrich Wüstenberg, 1707–1754
  6. Thomas Samuel Wüstenberg, 1754–1759
  7. Johann Friedrich Ellendt, 1760–1762
  8. Paul Felix Müller, 1763–1772
  9. Johann Georg Wachse, 1772–1822
  1. Johann Gottfried Pricelius, 1823–1836
  2. Karl Julius Alexander Kummer, 1838–1854
  3. Julius Friedrich Reinhold Kasischke, 1854–1868
  4. Friedrich Julius Richard Kasischke, 1859–1884
  5. Otto Ernst Daniel Wenzel, 1884–1892
  6. Paul Friedrich Heinrich Keitsch, 1892–
  7. D. Müller 1922–1927
  8. Hermann Adam, 1927–1935

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ferdinand Asmus: Der Kriegswinter in einem pommerschen Dorfe. In: Unser Pommerland. 3. Jg. 1915. Nr. 2. (Wiederabdruck: Kolberger Zeitung 2/1967)
  • Otto Dibbelt: Unser Helfer in Zwielipp. In: Monatsblatt des Kolberger Vereins für Heimatkunde. Heft 1/4 vom 30. August 1924, S. 16.
  • Ulrich Gehrke: Lehrer Asmus und seine Geschichten aus Zwilipp. In: Mitteilungen der Vereinigung ehemaliger Schüler des Dom- und Real-Gymnasiums zu Kolberg/Ostseebad Pommern. Nr. 91, Oktober 2003.
  • Manfred Vollack: Das Kolberger Land. Seine Städte und Dörfer. Ein pommersches Heimatbuch. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1999, S. 711–720.

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 532-533, Nr. 7.
  2. Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil III, Band 1, Anklam 1867, S. 273-275.
  3. Flyer: Offene Kirchen. Rund um Kolobrzeg (Kolberg). Herausgegeben von der regionalen Planungsstelle Uckermark-Barnim, Eberswalde 2005